Immer wieder hört man :
„ Ich habe keine Zeit , bin im Stress ! “ oder „ Das ist mir jetzt zu stressig ! “ Soziale Medien , Internet , Modernisierung , Globalisierung , Effizienz , Lärm , Feinstaub , fehlende zwischenmenschliche Beziehungen , Stress , keine Zeit .
So kann man mit einigen Schlagwörtern die heutige individuelle private Lebens- und Arbeitswelt beschreiben .
Sie ist durch hohe zeitliche , kognitive und emotionale Anforderungen geprägt .
Das hat Folgen auf die psychische Gesundheit , das Stresserleben und dadurch auf die Lebensqualität jedes Einzelnen .
So zeigt sich in der Studie der Techniker Krankenkasse ( 2013 , S. 4 ) , dass mehr als die Hälfte der Befragten häufig oder manchmal im Stress sind .
Es wird deutlich , dass der Stresspegel für den Einzelnen immer weiter steigt .
Das hat auch Folgen für die Gesellschaft .
Über 50 % der befragten Personen geben an , ihr „ Leben sei in den vergangenen drei Jahren stressiger geworden “ ( Techniker Krankenkasse , 2013 , S. 8 ) .
Laut der DAKGesundheit ( 2015 , S. 7 ) ist im Jahr 2014 ein Anstieg der Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen im Vergleich zum Jahr 1997 um 209 % gestiegen .
Damit sind psychische Erkrankungen mit fast 15 % der dritthäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeitstage im Jahr 2013 ( Deutsche Angestellten Kasse , 2014 , S. 17 ) .
Immer wichtiger werden deshalb Themen die „ Entspannung , Stressabbau und körperliche Aktivität “ für das Individuum .
Folgt man dem Deutschen Industrieverband für Fitness und Gesundheit e. V. ( 2012 , S. 7 ) steigt jährlich die Anzahl der Fitnessanlagen und der Mitglieder , die sich von gesundheitsfördernden Trainingsprogrammen und körperlicher Aktivität ein verbessertes psychisches Wohlbefinden erhoffen .
Da Zeit ein kostbares Gut ist , gewinnt im Zuge dessen das ElektromuskelstimulationsTraining ( EMS ) - mit zunehmender Studio- und Teilnehmerzahl - deutlich an Bedeutung und Popularität .
Diese spezielle Trainingsform bietet eine kurze und intensive Alternative zu konventionellem Krafttraining .
Mit nur 15 Minuten Ganzkörper-EMSTraining können Leistungsverbesserungen erzielt werden , die mit konventionellem Training nicht in 60 Minuten zu erreichen sind ( Vatter , Authenrieth & Müller , 2014 , S. 10 ) .
Die Effekte in Bezug auf den Muskelaufbau und die Körperfettreduktion sind durch Kemmler , Birlauf und Stengel ( 2010 , S. 117 ) belegt .
Im Kontrast dazu existieren zurzeit jedoch keine Untersuchungen , ob sich ein standardisiertes EMS-Krafttraining beim Kunden zu Hause positiv auf das individuelle Stresserleben auswirkt .
Mit Hilfe der vorliegenden Studie soll die Frage nach einer positiven Wirkung auf das individuelle Stresserleben durch ein standardisiertes EMS Krafttraining anhand des „ Stress- und Coping-Inventar “ Fragebogens ( SCI-Fragebogen ) untersucht werden .
Die Zielsetzung der Studie ist es , die Wirksamkeit einer vierwöchigen Intervention in Form eines standardisierten EMS-Krafttrainings beim Kunden zu Hause auf das individuelle Stresserleben zu messen .
Das individuelle Stresserleben wird in einer klassischen Prä-Post-Messung anhand des SCI-Fragebogens ermittelt .
Zwischen beiden Messzeitpunkten erfolgt die Intervention mittels standardisiertem EMS-Krafttrainingsprogramm für die Experimentalgruppe ( EG ) .
Eine Kontrollgruppe ( KG ) ohne Intervention dient dazu , mögliche Veränderungen auf das individuelle Stresserleben besser kontrollieren und bewerten zu können .
In diesem Zusammenhang soll die Frage geklärt werden , ob sich bereits nach vier Wochen - insgesamt vier Trainingseinheiten ( TE ) - eine positive Veränderung des individuellen Stresserlebens durch das Training belegen lässt .
