Um mögliche Unterschiede in der Wahrnehmung der einzelnen Standorte in unterschiedlichen Altersgruppen bzw. Geschlechtern zu untersuchen wurde die Befragung als Quotenauswahl anhand von demographischen Merkmalen angelegt .
Für eine Stadt wie Neunkirchen ist es von großer Bedeutung , die Beweggründe der Menschen zu identifizieren , warum sie die Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt nutzen – noch wichtiger ist es allerdings zu erfahren , warum sie einen anderen Ort zum Einkaufen nutzen .
Hierfür wurde abgefragt wie häufig sie Neunkirchen besuchen und die Art der Anreise , ihren Wohnort , für welche Produktgruppen sie hierher oder woanders hinfahren , ob es Einkaufsbedürfnisse gibt , welche nicht vor Ort befriedigt werden können als auch die Zufriedenheit der Kunden .
 Ergänzend dazu wurden einige sozioökonomische Daten abgefragt und versucht , Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen ( nach Alter und Geschlecht ) bzw. Standorten herauszuarbeiten .
Daraus ergeben sich folgende Forschungsfragen , welche im Zuge dieser Arbeit beantwortet werden sollen Eine Stadt wie Neunkirchen hat neben der Erhebung der Kunden- bzw. Besucherzufriedenheit ein Interesse daran ihre Reichweite zu ergründen und die mit ihr konkurrierenden Orte zu identifizieren .
Dies beschreibt ihren Einzugsbereich welcher als „ räumlich umgrenzter Bereich , aus dem Kunden stammen , die üblicherweise einen Handelsbetrieb aufsuchen “ ( Gabler Wirtschaftslexikon 2014 , http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/122454/einzugsgebietv6.html , aufgerufen am 25.01. 2018 ) definiert wird .
Dies ist wiederum ein Maß für die Handelszentralität und basiert in ihren Grundzügen auf Christallers Zentrale-Orte-Theorie :
„ Aufbauend auf einer Reihe idealtypischer Annahmen zu Bevölkerungsverteilung sowie Nachfrage- und Produktionsbedingungen besagt dieser Ansatz , dass Güter des produzierenden Gewerbes und Dienstleistungen eine spezifische Reichweite aufweisen und daher über eine entsprechende Zentralität verfügen .
Der Rang eines zentralen Ortes leitet sich dabei aus denjenigen –unter allen in diesem Ort angebotenen – Gütern und Diensten mit der größten Reichweite ab .
Je hoher die Zentralität der Güter und Dienste , desto höher der Rang und desto größer die Einzugs- und Versorgungsgebiete eines zentralen Ortes “ ( GIFFINGER R. , KRAMAR H. und LUNAK D. ( 2004 ) , S. 22 ff )
Dem Konzept der zentralen Orte folgt das Niederösterreichische Raumordnungsprogramm , welches verbindlich festlegt , welche Einrichtungen eine Stadt für die Bevölkerung zur Verfügung stellen muss .
So heißt es in § 1 , Niederösterreichisches Raumordnungsprogramm von 1992 :
( abrufbar unter :
https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/LgblNO/LRNI_1992062/LRNI_1992062.pdf ( 25.01.2018 ) )
„ Die Bevölkerung soll die Möglichkeit haben , alle Arten von zentralen Einrichtungen innerhalb zumutbarer Entfernung und mit einem zumutbaren Aufwand an Zeit und Kosten in Anspruch nehmen zu können .
“ So ist die Stadt Neunkirchen nach dem Zentrale-Orte-Raumordnungsprogramm von 1992 in die Kategorie 4 eingeteilt .
§ 12 des Zentrale-Raumordnungs-Programmes definiert diese folgendermaßen :
„ Der zentrale Ort der Stufe IV soll neben den zentralen Einrichtungen der Stufen I , II und III eine derartige Ausstattung mit zentralen Einrichtungen aufweisen , daß er die in seinem Gesamtbereich wohnende Bevölkerung mit allen öffentlichen und privaten zentralen Einrichtungen versorgt , sofern diese nicht besonders selten nachgefragt werden .
“ Diese Einrichtungen werden in § 16 (2) explizit angeführt :
Ein Grundversorgungskrankenhaus , berufsbildende höhere Schule , zentrale Sportanlage für möglichst viele Sportarten , Sporthalle , Normalhallenbad und ein Veranstaltungssaal mit mind. 800 Sitzplätzen .
Weiters sollen auch die Einrichtungen aus den niedrigeren Kategorien I , II und III vorhanden sein wie zum Beispiel ein „ qualitativ und quantitativ reichhaltiges und spezialisiertes Angebot an Gütern und Dienstleistungen des kurzfristigen , periodischen und langfristigen Bedarfs .
“ ( § 11 NÖ Raumordnungsgesetz 2012 ) Um seinen Standort bildet ein Betrieb ein Einzugsgebiet aus , das die in einem bestimmten Zeitraum erfassten Herkunftsorte enthält , die den betreffenden Betrieb besucht haben .
Der Terminus „ Gebiet “ legt die Vorstellung nahe , dass es sich dabei um einen mit klaren Grenzen exakt festgelegten Raumausschnitt handeln würde , doch führt eine solche Vorstellung tatsächlich in die Irre .
Vielmehr sind Einzugsgebiete Konstrukte .
Ihre Außengrenzen sind stets ein Ergebnis von Bearbeiterentscheidungen und unterliegen in der Regel auch zeitlich starken Veränderungen .
Je nach Art und Spezialisierungsgrad des Sortimentes kann die Dichte der Besucher oder potenziellen Kunden invariant sein , distanziell abfallen oder räumlich unregelmäßig variieren .
Nicht nur Einzelbetriebe , auch beliebige Aggregate von Einzelbetrieben und damit im übertragenen Sinne Standortbereiche oder die Gesamtstadt bilden Einzugsgebiete aus .
( vgl. HEINRITZ , KLEIN und POPP ( 2003 ) , S. 29 ) Die schon eingangs erwähnten und definierten Untersuchungsgebiete „ Innenstadt “ und „ Sonstige “ sind gewachsene Geschäftszentren an und um den Hauptplatz bzw. Geschäfte entlang einer großen Durchzugsstraße ( B17 ) ( vgl. BEHRENS 1965 , S. 138 ) .
Die beiden Untersuchungsstandorte „ Panoramapark “ und „ Am Spitz “ hingegen können als Einkaufszentren klassifiziert werden da es sich um eine räumliche Zentralisierung einer Gruppe von Gewerbebetrieben handelt .
Dabei stehen Einzelhandelsbetriebe im Vordergrund zu denen sich weitere Dienstleistungsbetriebe ( z.B. Banken , Reisebüros , Gastronomie , Friseur ) gesellt haben .
Im Falle des Panoramaparkes gibt es auch einen gemeinsamen Internetauftritt , die Werbung liegt also in der Hand einer zentralen Leitung , außerdem bieten beide Standorte großzügige Parkmöglichkeiten ( vgl. BEHRENS 1965 , S. 137 ) .
Diese Einzelhandelsagglomerationen durch miteinander konkurrierende Betriebe an einem Ort wirken auf die Abnehmer aufgrund der Vielfalt des Angebotes anziehend sodass das einzelwirtschaftliche Absatzpotential alleine durch die Lage erhöht wird .
Diese branchengleiche und absatzbedingte Agglomeration bleibt allerdings nicht auf Geschäfte mit ökonomisch gleichartigen Waren beschränkt , sondern es zieht aufgrund des kundenattrahierenden Moments auch Betriebe aus anderen Branchen und mit komplementärem Angebot ( z. B. Apotheken , Baumärkte ) sowie Dienstleistungsunternehmen ( z. B. Friseure , Reisebüros ) an ( branchenungleiche Agglomeration ) ( vgl. BEHRENS 1965 , S. 41 ff ) .
Ein Grund hierfür ist , dass die Einkaufsstättenwahl durch die Konsumenten von nutzensteigernden sowie nutzenmindernden Faktoren geprägt wird .
Ein nutzenmindernder Faktor wie die Transportkosten können allerdings durch nutzensteigernde Faktoren wie die Attraktivität eines Standortes oder eine größere Auswahl ausgeglichen werden ( vgl. LANGE 1973 , S. 29 ff ) .
Im Jahre 1973 untersuchten Bobek und Fesl in ihrer Arbeit „ Das System der zentralen Orte Österreichs – eine empirische Untersuchung “ 592 Orte , welche zentralörtliche Dienste anboten .
Eines der Ergebnisse war , dass Neunkirchen in einer Wettbewerbssituation mit Wiener Neustadt steht und sich diese Situation seit der Erhebung von 1959 / 60 für Neunkirchen weiter verschärft hat ( vgl. BOBEK und FESL 1978 , S. 141 ) .
Im Zuge der nun verfassten Arbeit soll anhand der Herkunft der befragten Personen als auch durch die Befragungsergebnisse ( wo werden Dienste alternativ zu Neunkirchen befriedigt ?) festgestellt werden , ob auch im Jahr 2017 dieser Wettbewerb besteht und möglicherweise eine Veränderung erkennbar ist .
Das Untersuchungsgebiet Stadt Neunkirchen wurde aufgrund der gegebenen Situation in vier Untersuchungsstandorte „ Innenstadt “ , „ Am Spitz “ , „ Panoramapark “ und „ Sonstige “ eingeteilt ( siehe Abb. 2 ) .
Die Innenstadt umfasst die Geschäfte am Hauptplatz und dessen umliegende Gassen , der Panoramapark ist das Einkaufszentrum Panoramapark nördlich des Hauptplatzes , als Am Spitz ist das Gewerbe- und Handelsgebiet im Südwesten der Stadt gemeint und unter Sonstiges firmieren die Geschäfte entlang der Bundesstraße 17 sowie die Unternehmen des Aucenters im Südosten .
Als Erhebungsmethode wurde die persönliche Befragung vor Ort mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens ( siehe Punkt 3.2. :
Fragebogen , Abb. 3 und Abb. 4 ) an folgenden Wochentagen ausgewählt :
Dienstag , Freitag , Samstag im Zeitraum von Mai bis Juli 2017 .
Der Umfang der Stichprobe beträgt n=50 an jeweils vier Standorten - somit ergibt sich die Größe der Gesamtstichprobe von 200 .
Um die Struktur der Grundgesamtheit exakt widerzuspiegeln wurde auf das Quotenauswahlverfahren zurückgegriffen bei der die demographischen Merkmale Alter und Geschlecht als Auswahlkriterium zur Stichprobenkonstruktion herangezogen werden ( vgl. KAMENZ 20012 , S. 137 ff ) .
Zur Konstruktion der Stichprobe wurden Daten der Statistik Austria über die Bevölkerungsstruktur am 01.01.2016 herangezogen welche frei über die Webseite zu beziehen sind .
( Quelle :
https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/bevoelkerungsstruktur/bevoelkerung_nach_alter_geschlecht/index.html - aufgerufen am 15.03.2017 )
Da von der Annahme ausgegangen wird , dass die Bezirkshauptstadt Neunkirchen als Hauptort des Bezirkes den größten Teil der Versorgungsfunktion der im Bezirk ansässigen Bevölkerung übernimmt , wurde als Grundlage die Bevölkerungsstatistik des Bezirkes Neunkirchen mit Stand 01.01.2016 herangezogen ( zum Zeitpunkt der Stichprobenkonstruktion waren die Daten mit Stand 01.01.2017 noch nicht verfügbar ) und deren Einteilung hinsichtlich der Altersgruppen übernommen .
Diese lautet :
Aus den absoluten Werten wurden die relativen Anteile berechnet und diese anschließend wieder in Absolutwerte für die Stichprobengröße umgewandelt und auf ganze Personen gerundet .
Somit ergibt sich die in Tabelle 1 dargestellte Stichprobengröße pro Untersuchungsstandort nach Geschlecht und Altersklasse .
Betrachtet man die Besuchsfrequenz für gesamt Neunkirchen so zeigen sich nur geringste Unterschiede im Prozentbereich bei den beiden Geschlechtern ( siehe Abb. 5 und 6 ) – insgesamt gesehen wird Neunkirchen somit von Männern wie Frauen in äußerst ähnlicher Häufigkeit besucht .
Betrachtet man den Standort Innenstadt ( Abb. 7 und 8 ) so dominieren die täglichen sowie mehrmaligen Besuche pro Woche .
50 Prozent der Männer und 38 Prozent der befragten Frauen gaben an , sich täglich in der Innenstadt aufzuhalten , weitere 21 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen besuchen diese mehrmals pro Woche .
Die Innenstadt weist damit die höchsten Anteile an täglichen Besuchern ( abgesehen vom Standort Sonstige ( siehe Abb. 13 und 14 ) , welcher aber durch die Größe und Aufteilung auf mehere Lokalitäten im Stadtgebiet nur schwer zu bewerten ist ) auf und wird somit für kleine Besorgungen des täglichen Bedarfes genutzt .
Dies passt in das Bild eines mit dem KFZ im Vergleich schwerer zu erreichenden Einkaufsortes in zentraler Lage mit einem begrenzten Angebot an zusätzlich kostenpflichtigen Parkplätzen und tendenziell kleineren , spezialisierteren Geschäften sowie einem großen Angebot hinsichtlich Gastronomie .
Der Panoramapark als innerstädtisches Einkaufszentrum mit guter Verkehrsanbindung und zwei großen , gratis zur Verfügung stehenden Parkplätzen zeigt , dass er aufgrund seiner Lage umgeben von Wohngebieten von einem Viertel der Besucher täglich als Nahversorger genutzt wird ( Abb. 9 und Abb. 10 ) .
Andererseits zeigt sich die Charakteristik eines typischen Einkaufszentrums mit einem 50 Prozent Anteil an Besuchern , welche nur wöchentlich oder monatlich zum ( Groß- ) Einkauf kommen .
Eine Erklärung hierfür ist im Branchenmix zu suchen :
So gibt es hier nur zwei Lebensmittelgeschäfte , eine Drogerie und etwas Gastronomie , der größte Teil der Fläche wird hingegen von Bekleidungs- und Schuhgeschäften sowie von einem Einrichtungshaus belegt welche Waren des nicht alltäglichen Bedarfes führen .
Das Einkaufszentrum Am Spitz zeigt auf den ersten Blick ein etwas unerwartetes Bild ( Abb. 11 und 12 ) .
Es befindet sich in peripherer Lage , hat den größten Anteil an Fachmärkten und geschäften und verfügt nur über ein , wenn auch sehr großes , Lebensmittelgeschäft .
Trotzdem ist der Anteil an täglichen Besuchern bei den Männern annähernd genauso hoch wie im Durchschnitt für ganz Neunkirchen .
Erst bei den Frauen zeigt sich das für die Lage zu erwartende Bild eines Einkaufszentrums , welches eher für Großeinkäufe in größeren Intervallen genutzt wird .
Eine mögliche Erklärung hierfür wäre , dass , bedingt durch die Lage und die gute Verkehrsanbindung , die traditionell häufiger im Berufsleben stehenden Männer auf dem täglichen Arbeitsweg hier für Besorgungen halten bzw.
die Fachmärkte auf die Männer eine höhere Anziehungskraft ausstrahlen .
Der Standort Sonstige zeigt beim Vergleich der Geschlechter einen großen Unterschied bei den täglichen bzw. mehrmaligen Besuchen pro Woche ( Abb. 13 und Abb. 14 ) .
Betrachtet man nur die Besuchsfrequenz so erweckt der Standort bei den Männern den Eindruck eines peripheren Einkaufszentrums , bei den Frauen hingegen durch den hohen Anteil an täglichen Besuchern den eines zentralen Nahversorgungsstandortes .
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte , da durch die Verteilung auf mehrere Orte im Stadtgebiet eine Einordnung hier kaum möglich ist .
Betrachtet man die Art der Anreise aller Teilnehmer an der Befragung in die Stadt Neunkirchen ergibt sich folgendes Bild ( Abb. 15 ) :
Mehr als die Hälfte der Besucher kommt mit einem privaten Kraftfahrzeug , ein gutes Viertel zu Fuß , ein Siebentel mit dem Fahrrad und nur 3 Prozent nutzen den öffentlichen Verkehr .
Differenziert man nach Geschlechtern ( Abb. 16 und 17 ) so zeigt sich , dass die Gruppe der Männer um 3 Prozent häufiger mit dem KFZ nach Neunkirchen anreist und auch der Fahrradanteil um 4 Prozent über dem Wert der Frauen liegt .
Der öffentliche Verkehr wird mit verschwindend geringen 3 bzw. 2 Prozent Anteil genutzt – wirklich auffällig ist der Unterschied erst bei der Anreise zu Fuß :
Ausgehend vom Anteil der Männer mit 23 Prozent liegt der Wert bei den Frauen bei 31 Prozent und somit um ( relativ ) rund 30 Prozent höher .
Abbildungen 18 und 19 zeigen die Art der Anreise in der Innenstadt nach Geschlechtern differenziert .
Die Unterschiede erweisen sich bei den Anteilen des KFZ und der Fußläufigkeit als relativ hoch , öffentlicher Verkehr und Fahrrad sind auf einem ähnlichen Niveau .
Die Männer lassen sich offensichtlich auch von den schwierigen Verkehrsverhältnissen der Innenstadt ( enge Gassen , wenige und teils kostenpflichtige Stellplätze ) nicht abschrecken mit dem Auto anzureisen während dies bei den Frauen Wirkung zu zeigen scheint und in einem sehr hohen Fußgängeranteil gipfelt .
Abb. 20 und 21 zeigen die Art der Anreise im Panoramapark nach Geschlechtern differenziert .
Der Anteil der KFZ-Benutzer ist annähernd gleich , die Anteile bei Fahrrad und Fußgänger jedoch sind komplementär zu einander .
So ist der hohe KFZ-Anteil ein Zeichen dafür , dass die Erreichbarkeit mit dem Auto sehr gut ist und auch große Gratisstellplätze vorhanden sind .
Der hohe Anteil an Fahrradfahrern bei den Männern wiederum zeugt von der guten Anbindung an das ( weiter wachsende ) Radwegenetz , der hohe Fußgängerwert bei den Frauen kann als eine Folge der guten innerstädtischen Lage verstanden werden .
Die Zahlen für die Anreise ins Einkaufszentrum Am Spitz sprechen eine eindeutige Sprache ( Abb. 22 und 23 ) .
So sind die relativen Anteile bei Männern und Frauen gleich hoch und es dominiert die Anreise per KFZ .
Die Hauptursache ist die periphere Lage und die schlechte Erreichbarkeit per öffentlichem Verkehr bei gleichzeitigem Vorhandensein großzügiger Parkmöglichkeiten .
Ein zusätzlicher Faktor ist im Branchenmix zu suchen :
So dominieren hier große Fachmärkte deren Waren kaum ohne PKW nach Hause gebracht werden können sowie ein großes Lebensmittelgeschäft das häufig eher für Großeinkäufe mit genutzt wird und sich der Standort dadurch durch längere Besuchsintervalle kennzeichnet ( siehe Punkt 4.1. 3 : Besuchsfrequenz Standort „ Am Spitz “ ) .
Der Standort Sonstige zeigt nach Geschlechtern differenziert ein uneinheitliches Gesicht ( Abb. 24 und 25 ) :
So sind die Anteile an KFZ- und öffentlichen Anreisen annähernd gleich , bei den Männern zeigt sich jedoch der höchste Wert an Fußgängern und bei den Frauen bei den Fahrradfahrern .
Eine Erklärung hierfür kann in der zentralen Lage zwischen klassischen Wohngebieten im Norden und den Geschäftszonen entlang der B17 bzw. der Innenstadt südlich davon , als auch in der guten Anbindung an das Radwegnetz gesucht werden .
Ein Blick auf die Besuchsfrequenz des Standortes ( Punkt 4.1.4 : Besuchsfrequenz Standort „ Sonstige “ ) weist weiters darauf hin , dass der Standort häufig kleineren , in kurzen Intervallen getätigten Einkäufen dient welche bevorzugt ohne KFZ erledigt werden ( können ) .
Betrachtet man die jeweils angegebenen Besuchsgründe in Neunkirchen ( Abb. 26 , Mehrfachauswahl möglich ) so zeigt sich , dass der überwältigend größte Anteil auf den Einkauf von Lebensmitteln fällt und nur in einigen Bereichen größere Unterschiede zwischen den Geschlechtern auftreten .
So lässt die Antwort „ Tabak “ auf einen Raucher schließen , der Wert liegt bei den Männern um das Dreifache höher als bei den Frauen .
Die Zahlen der Statistik Austria zu den Rauchgewohnheiten in Österreich zeigen allerdings nicht so große Unterschiede :
So haben 2014 32 , 9 % der Männer und 27 , 2 % der Frauen angegeben täglich oder gelegentlich zu rauchen ( Statistik Austria , Aktueller Raucherstatus 2014 ) .
( Quelle : https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/gesundheitsdeterminanten/rauchen/index.html , aufgerufen am 14.12.2017 ) .
Entweder waren die Antworten der Frauen nicht ganz ehrlich und es wurde der Besuch in der Trafik „ vergessen “ oder die Frauen kaufen größere Vorräte in dadurch längeren Intervallen ein .
Es könnte allerdings auch sein , dass sie grundsätzlich weniger rauchen und damit nicht so häufig für Nachschub sorgen müssen – oder Männer kaufen die Rauchwaren bei ihrem Besuch in der Trafik für „ ihre “ Frauen gleich mit ein .
Große Unterschiede zeigt auch der Besuchsgrund „ Sonstige “ :
Hier gab es zwei Gruppen von Antworten .
Der überwiegende Teil dieser Antworten betraf den Besuch einer Veranstaltung ( Märkte , Livemusik ) am Hauptplatz von Neunkirchen an Samstagvormittagen .
Der zweite Teil betrifft die Nutzung des auf Frauen spezialisierten Fitnessstudios am Hauptplatz für welches keine eigene Kategorie vorhanden war .
Die weiteren Unterschiede bedienen gängige Klischees :
So „ führen “ die Männer bei KFZ , Süßwaren , Sportzubehör und Heimwerkerbedarf , die Frauen bei Drogerie und Kleidung .
Die Innenstadt wird hauptsächlich für den Lebensmitteleinkauf und den Besuch von Gastronomie genutzt aber auch , wie eingangs erwähnt , um die regelmäßigen Sonderveranstaltungen am Hauptplatz zu besuchen ( Abb. 27 ) .
Diese Veranstaltungen an Samstagen sowie der Besuch des Fitnessstudios ( ausschließlich Frauen ) verbergen sich hinter der Antwortmöglichkeit „ Sonstiges “ .
Auch im Panoramapark dominiert der Lebensmitteleinkauf , hier zeigt sich allerdings in den Zahlen , dass es hier eine hohe Anzahl an Bekleidungsgeschäften gibt welche großteils von Frauen genutzt werden ( Abb. 28 ) .
Im Einkaufszentrum Am Spitz dominiert ebenfalls der Lebensmitteleinkauf , hier sind allerdings als einziger Standort die Frauen vor den Männern .
Weiters zeigen sich die bekannten Muster , dass Männer häufiger Tabakprodukte bzw. für den Heimwerkerbedarf einkaufen und Frauen die dort vorhandenen Bekleidungsgeschäfte nutzen ( Abb. 29 ) .
Auch der Standort Sonstige wird hauptsächlich für den Einkauf von Lebensmitteln genutzt , auch hier zeigen sich altbekannte Muster nach der Art , dass Männer häufiger Lebensmittel , Süßwaren und Tabakprodukte kaufen , Frauen hingegen wieder einmal bei der Bekleidung an erster Stelle stehen ( Abb. 30 ) .
Die Frage nach den nicht befriedigten Einkaufsbedürfnissen in Neunkirchen soll etwaige Lücken in der Versorgung aufdecken .
Die bei der Befragung gesammelten häufigsten Antworten wurden nach deren Inhalt in Kategorien eingeteilt ( Kleidung , Elektronik , Möbel , Schuhe , Gastronomie , Baumarkt ) und sind derart , nach Standorten getrennt , in Abb. 31 ersichtlich .
Es zeigt sich , dass es interessanterweise große Unterschiede zwischen den Standorten gibt .
So wirkt sich offenbar die gute Ausstattung der Standorte Panoramapark und Am Spitz mit Bekleidungsgeschäften auf die Antworten aus ( niedrigste Werte bei Bedarf nach Kleidung ) , auffällig ebenfalls der niedrige Wert bei Schuhen im Panoramapark – auch dies kann mit dem Angebot dort in Verbindung gebracht werden .
Neben Bekleidung ( hier wurde vor allem die mangelnde Auswahl kritisiert ) scheint auch der Bedarf nach Elektrogeräten und Konsumelektronik sehr groß zu sein :
Quer durch alle Standorte , wenn auch mit großer Varianz , wurde auf das fehlende Angebot aufmerksam gemacht und auf einen großen Elektrofachmarkt in Wiener Neustadt verwiesen .
Bei der Abfrage der Kundenzufriedenheit gab es die Möglichkeit , je nach persönlicher Einschätzung , Punkte zu vergeben .
Das Spektrum reicht von -5 ( äußerst unzufrieden ) über 0 ( neutral ) bis +5 ( äußerst zufrieden ) in ganzen Zahlenschritten .
Daraus wurde , je nach Anzahl der Probanden in der jeweiligen Untersuchungsgruppe , ein normalisierter Durchschnittswert errechnet .
Bei der Zufriedenheit der Besucher für ganz Neunkirchen ( Abb. 32 ) fällt auf , dass die Gruppe der Frauen bei allen Punkten bis auf die Grünraumgestaltung eine höhere Punktezahl vergeben hat als die Männer .
Eine gewagte Hypothese hierfür wäre , dass Männer über eine niedrigere Hemmschwelle verfügen und eher geneigt sind gewisse Umstände zu kritisieren , wohingegen Frauen sich hier etwas zurückhalten und bei der Befragung eine größere Zufriedenheit an den Tag legen .
Bei genauerer Betrachtung zeigt sich , dass sich alle Werte im guten Mittelfeld einer positiven Bewertung befinden , einzig die Parkplätze , Kinderfreundlichkeit und die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurden nicht ganz so gut eingeschätzt .
Bei den Öffnungszeiten , der Erreichbarkeit zu Fuß , mit dem Fahrrad und dem KFZ aber auch bei der Atmosphäre des Standortes herrscht grundsätzlich Einigkeit darüber , dass die Stadt auf einem guten Weg ist und es ihren Einwohnern und Besuchern ganz gut zu gefallen scheint .
Die guten Werte bei der Barrierefreiheit sind wiederum mit Vorsicht zu genießen da viele befragte Personen sich bei der Untersuchung zum ersten Mal Gedanken darüber gemacht haben und aus dem Bauch heraus relativ positive Noten gegeben haben – spricht man allerdings mit direkt betroffenen Rollstuhlfahrern oder gebrechlicheren Personen so zeigt sich , dass schon kleinste Stufen und Kanten als große Hindernisse wahrgenommen werden und echte Erschwernisse im Alltag darstellen .
Am Standort Innenstadt ( Abb. 33 ) zeigt sich ein sehr ähnliches Bild im Vergleich zu ganz Neunkirchen .
Hier werden erwartungsgemäß die Punkte Parkplätze und Erreichbarkeit mit dem KFZ am schlechtesten bewertet .
Äußerst positiver Ausreißer ist allerdings die Kinderfreundlichkeit :
Hier zeigen die kleinen Spielgeräte direkt am Hauptplatz eine starke Wirkung – an keinem anderen Standort klettert der Wert hier über plus Eins .
Die Barrierefreiheit hat in der Innenstadt am schlechtesten von allen vier Standorten abgeschnitten .
Ein Grund hierfür sind die , bedingt durch die gewachsene Baustruktur , häufigen Stufen bei Geschäftseingängen aber auch die unebene Bodenbeschaffenheit am Hauptplatz .
So wurde von einem Rollstuhlfahrer auf Hindernisse hingewiesen , welche bei einem gesunden und mobilen Menschen unter der Wahrnehmungsgrenze liegen und erst bei genauerer Betrachtung und Beschäftigung mit der Problematik erkannt werden können .
Am Standort Panoramapark ( Abb. 34 ) zeigen sich die größten Abweichungen bei der Zufriedenheit zwischen den Geschlechtern .
Die Öffnungszeiten und Erreichbarkeit werden gut bewertet ( etwas schlechter die öffentlichen Verkehrsmittel ) und auch die Atmosphäre des Standortes sowie die Sauberkeit bekommen gute Noten .
Die Barrierefreiheit ist großteils gegeben , die Gehsteige vor den Geschäften sind breit und mit vielen , sehr leichten , Abschrägungen versehen .
Die Kinderfreundlichkeit hat die schlechteste Bewertung erhalten denn es gibt weder eine Spielmöglichkeit noch Sitzgelegenheiten in einer konsumfreien Zone .
Etwas überraschend die schlechten Werte bei der Einschätzung der Parkplatzsituation :
So verfügt der ( durch eine Straße zweigeteilte ) Panoramapark über zwei große , zentral zu den Geschäften gelegene Parkplätze welche auch zu den typischen Einkaufszeiten immer noch freie Stellflächen bieten .
Das Einkaufszentrum am Spitz verfügt über die beste Bewertung bei der Parkplatzsituation , Erreichbarkeit mit Auto und Fahrrad sowie der Barrierefreiheit ( siehe Abb. 35 ) .
Vor jedem Geschäft finden sich große Stellflächen ( mit Ausnahme eines Baumarktes , hier sind die Probleme quantitativer als auch qualitativer Natur :
Die Anzahl ist begrenzt und die Parkplätze sehr schmal ) .
Alle Geschäfte sind ebenerdig erreichbar und der große Lebensmittelhändler verfügt sogar über eine behindertengerechte Toilette .
Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfährt hier ihre schlechteste Bewertung , die Öffnungszeiten haben im Vergleich die besten Werte .
Hinsichtlich Kinderfreundlichkeit gilt dasselbe wie am Standort Panoramapark :
Keine Spielmöglichkeiten und konsumfreie Räume mit Sitzgelegenheiten – zusätzlich wirkt es Am Spitz unübersichtlicher da es sich um eine Ansammlung von Betrieben „ auf der grünen Wiese “ handelt welche über einen längeren Zeitraum entstanden ist und erweitert wurde und somit keiner gemeinsamen Generalplanung zugrunde liegt .
Der Standort Sonstige ist aufgrund seiner Inhomogenität und Aufteilung auf mehrere Orte wie immer sehr schwer zu bewerten .
Die Kinderfreundlichkeit wird negativ gesehen , auch hier gibt es nirgends Spielmöglichkeiten .
Die im Vergleich schlechten Werte bei der Parkplatzsituation und der Erreichbarkeit mit dem KFZ erklären sich aus der Lage entlang von Hauptstraßen oder den , relativ neuen , Einbahnregelungen ( Abb. 36 ) .
Für einen Vergleich des Bildungsstandes der Befragungsteilnehmer ( Abb. 39 und Abb. 40 , nur Teilnehmer ab 15 Jahre ) mit dem Bezirk Neunkirchen werden die verfügbaren Daten ( Stand : 10 / 2014 ) der Statistik Austria ( Abb. 37 und Abb. 38 , nur Personen über 15 Jahre ) verwendet .
( Quelle : http://www.statistik.at/blickgem/gemDetail.do?gemnr=31818 ( 15.12.2017 ) )
Es zeigt sich , dass bei den Daten für den Bezirk Neunkirchen die Werte für Universität , BHS und Matura beider Geschlechter annähernd gleich sind und es einen Überhang bei den Frauen mit einem Abschluss einer BMS.
Der Anteil der Pflichtschulabsolventen liegt bei den Männern niedriger als bei den Frauen , dafür ist die Zahl der Lehrabsolventen bei den Männern signifikant höher .
Betrachtet man die Befragungsergebnisse für die Besucher Neunkirchens so sieht man , dass bei den Männern ( Abb. 39 ) die Absolventen der Pflichtschule nur ein Drittel des Wertes für den Bezirk Neunkirchen ( Abb. 37 ) ausmachen und die Antwortmöglichkeit Lehrabschluss um die Hälfte häufiger genannt wurden als die Werte für den Bezirk es erwarten ließen .
Die höheren Bildungsabschlüsse halten sich hingegen insgesamt gesehen die Waage , trotzdem gibt es auffällige Unterschiede wie nur der Hälfte der zu erwartenden Werte bei den Universitäts- und BMS-Abschlüssen aber knapp doppelt so viele Absolventen einer AHS also einem Abschluss mit Matura .
Bei den Frauen ergeben sich ebenfalls Abweichungen von den Bezirksdaten ( Abb. 40 ) :
Verglichen mit den Daten des Bezirkes Neunkirchen ( Abb. 38 ) gaben nur weniger als die Hälfte der Befragten die Pflichtschule und bei den Lehrabschlüssen ein Drittel mehr als die Bezirksdaten dies erwarten ließen als höchste abgeschlossene Ausbildung an .
Auch die höheren Abschlüsse weichen von den Bezirkswerten ab :
Dreimal so viele Befragte als zu erwarten war gaben ‚ Matura ‘ und um die Hälfte mehr gaben eine Universität bzw. BHS als höchsten Abschluss zu Protokoll , die BMS hingegen kam nur auf gut die Hälfte der Bezirkswerte .
Betrachtet man den Bildungsstand der Untersuchungsteilnehmer an den Standorten nach Geschlechtern ( Abb. 41 und 42 ) so zeigt sich , dass bei den Männern an allen vier Standorten die Reihenfolge gleich ist :
So überwiegen in allen vier Gebieten die Lehrabschlüsse ( mit gut 60 Prozent auch die größte Gruppe ) vor den Pflichtschulabsolventen , die Verteilung der restlichen Bildungsabschlüsse ist sehr ähnlich und variiert nur minimal .
Bei den ( generell höher gebildeten ) Frauen hingegen zeigen sich gewisse Tendenzen , so sind die Werte in der Innenstadt und im Panoramapark sehr ausgeglichen wohingegen am Standort Sonstige die Pflichtschulabsolventinnen den größten Anteil stellen .
Diesen drei Standorten ist gemein , dass sie sich somit in der Verteilung von den zu erwartenden Werten abheben – einzig das Einkaufszentrum Am Spitz brachte die Untersuchung eine Verteilung im Bereich der Durchschnittswerte für ganz Neunkirchen .
Der Blick auf die Herkunft der Untersuchungsteilnehmer ( Abb. 43 ) offenbart , dass gut die Hälfte der befragten Personen aus Neunkirchen stammen , weitere knapp 20 Prozent kommen je aus einem Umkreis von 5 km sowie einem Radius von 10 bis 20 Kilometern .
Die Reichweite Neunkirchens ist somit begrenzt , die Stadt ( und vor allem die östlichen Teile des Bezirkes Neunkirchen ) befindet sich in Hinsicht auf das Einkaufen allerdings in einer scharfen Konkurrenzsituation mit dem nur 15 Kilometer Wiener Neustadt ( siehe Abb. 64 ) .
Der Vergleich bei der Herkunft der Kunden an den vier Standorten ( Abb. 43 , 46 , 49 , 52 ) zeigt auch , dass die Innenstadt und Sonstige hauptsächlich von Einwohnern der Stadt Neunkirchen genutzt werden und somit als Nahversorger dienen wohingegen die klassischen Einkaufszentren Am Spitz und der Panoramapark über ein größeres Einzugsgebiet verfügen .
Differenziert man bei der Herkunft für ganz Neunkirchen nach Geschlechtern ( Abb. 44 und 45 ) so ergeben sich kaum größere Unterschiede – bei den Männern dürfte allerding die Mobilität höher sein da deren Anteile bei den Kategorien ab 10 Kilometer Radius etwas höher ausfallen und hier möglicherweise berufsbedingte Einpendler die Statistik in diese Richtung verändern .
Betrachtet man die Herkunft der Untersuchungsteilnehmer in der Innenstadt ( Abb. 46 ) so zeigt sich , dass knapp zwei Drittel der Besucher aus der Stadt Neunkirchen , weitere 16 Prozent aus einem 5 km Radius , je 8 Prozent aus einem 10 bzw. 20 km Umkreis , niemand aus dem Bereich von 30 bis 50 km und die restlichen 4 Prozent von weiter als 50 Kilometern kommen .
Ein Vergleich mit den Zahlen für die gesamte Untersuchung ( Abb. 43 ) weist darauf hin , dass die Innenstadt eher von Besuchern aus Neunkirchen für Einkäufe genutzt wird , dies korrespondiert auch mit dem Befund aus Punkt 4.1.1. :
\Besuchsfrequenz Standort „ Innenstadt “ , wonach die Innenstadt häufig für kleinere Besorgungen des täglichen Bedarfes , dafür umso öfter , genutzt wird .
Differenziert nach Geschlechtern ( Abb. 47 und 48 ) zeigen sich gewisse Unterschiede , nämlich derart , dass Männer einen weiteren Anfahrtsweg hinter sich haben .
Es bestätigt sich hier also der Befund der mobileren Männer im Vergleich zu den Frauen .
Der Panoramapark mit seiner zentralen Lage und dennoch guter Verkehrsanbindung sowie Parkplatzsituation zeigt ein sehr ausgewogenes Verhältnis zwischen Einheimischen und Besuchern von außerhalb ( siehe Abb. 49 ) .
Er dient somit der ansässigen Bevölkerung als Nahversorger ( erkennbar durch den relativ hohen Anteil von Fußgängern und Radfahrern bei der Anreise , siehe Punkt 4.2.2. :
Art der Anreise Standort „ Panoramapark “ ) , wirkt aber auch als klassisches Einkaufszentrum , das von weiter entfernt besucht wird . 40
Differenziert nach Geschlechtern ( Abb. 50 und 56 ) zeigt sich hier ein leichter Überhang bei den Männern die direkt aus Neunkirchen bzw. aus einem Umkreis von 5 km stammen und die Frauen einen höheren Anteil mit einer Anreise von 10 bis 20 Kilometern aufweisen .
Ein Erklärungsversuch wäre hier , dass der hohe Anteil an Bekleidungs- und Schuhgeschäften ( siehe auch Punkt 4.3.2. :
Besuchsgrund Standort „ Panoramapark “ ) zu einer erhöhten Attraktivität und somit höheren Reichweite bei den Frauen führt .
Der Standort Am Spitz zeigt den geringsten Anteil an Besuchern aus der Stadt Neunkirchen ( Abb. 52 ) und passt somit in das Bild eines peripher gelegenen Einkaufszentrums das als Anziehungspunkt für Besucher aus dem Umland dient .
Diesen Eindruck unterstützt auch der Befund , dass das Einkaufszentrum Am Spitz den geringsten Anteil an Besuchern aufweist welche täglich hier vor Ort sind ( siehe Punkt 4.1.3. :
Besuchsfrequenz Standort „ Am Spitz “ ) .
Auch das nach Geschlechtern differenzierte Bild der Herkunft der Besucher des Einkaufszentrums Am Spitz unterstützt den schon öfters erweckten Eindruck einer mit einer höheren Mobilität ausgestatteten Gruppe der Männer .
Auch wenn der Anteil an Einheimischen bei diesen höher liegt ist die Besuchsfrequenz ( siehe 4.1.3. , Besuchsfrequenz Am Spitz ) höher als bei den Frauen und das bei keinem feststellbaren Unterschied in der Art der Anreise ( siehe Abb. 53 und 54 ) .
Dies stützt die zu Beginn geäußerte Vermutung , dass die traditionell häufiger im Berufsleben stehenden Männer das Einkaufszentrum Am Spitz auf ihren täglichen Arbeitswegen für einen Zwischenstopp nutzen wohingegen Frauen die Örtlichkeit gezielter und von weiter außerhalb anfahren .
Am Standort Sonstige dominiert die einheimische Bevölkerung ( siehe Abb. 55 ) , in keinem anderen Untersuchungsgebiet sind die Werte so eindeutig .
Dies liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit an der ( verteilten ) Lage im Stadtgebiet ( siehe Abb. 2 ) welche den Besuch von außerhalb hier , im Vergleich zu den räumlich konzentrierten Einkaufszentren , unattraktiv zu gestalten scheint .
Darauf weist auch die Auswertung der Art der Anreise hin ( siehe Punkt 4.2.4. :
Art der Anreise Standort „ Sonstige “ :
Abb. 24 und 25 ) wonach der Standort die höchsten Anteile an Fußgängern und Radfahrern besitzt .
Folgt man der These der generell mobileren Männer so fügt sich auch die geschlechterdifferenzierte Auswertung des Standortes in dieses Bild wonach die Männer längere Anfahrtswege in Kauf nehmen bzw. die ( Fach- ) Geschäfte gezielt ( von außerhalb ) ansteuern ( Abb. 56 und 57 ) .
Abbildung 58 zeigt das Befragungsergebnis der Haushaltseinkommenssituation ( netto ) für ganz Neunkirchen in Prozent .
Die Fragestellung erwies sich als eine der problematischsten der gesamten Untersuchung da einerseits die sieben befragten Kinder ( Personen unter 15 Jahren ) pro Standort nur in Ausnahmefällen hierauf eine Antwort geben konnten und andererseits , weil die Frage nach der finanziellen Lage eine sehr delikate Angelegenheit darstellt .
Dementsprechend erreichte die Antwort „ keine Angabe “ den höchsten Anteil an allen Antwortmöglichkeiten .
Eine Aufschlüsselung nach Geschlechtern getrennt erweist sich als nicht sinnvoll , da vom Haushaltseinkommen ( außer bei Einpersonenhaushalten , die Haushaltsgröße wurde allerdings nicht abgefragt ) nicht auf das Einkommen der befragten Person geschlossen und somit das Einkommen von Männern bzw. Frauen nicht korrekt dargestellt werden könnte .
Abbildung 59 stellt die Einkommenssituation relativ für ganz Neunkirchen als auch nach den einzelnen Standorten getrennt dar .
Auffällig sind die großen Unterschiede bei der Antwortmöglichkeit „ keine Angabe “ :
So erwiesen sich die Befragungsteilnehmer an den Standorten Panoramapark und Am Spitz ( die klassischen Einkaufszentren mit größerer Reichweite , siehe Punkt 4.7. :
Herkunft der Untersuchungsteilnehmer ) als relativ auskunftsfreudig wohingegen in der Innenstadt als auch bei Sonstige eher ein Geheimnis daraus gemacht wurde .
Da es in Neunkirchen keine sogenannte Luxusmeile mit hochpreisigen Geschäften gibt ( und erst recht keinen Untersuchungsstandort der vom Branchenmix und der Positionierung der Unternehmen im Markt darauf schließen ließe ) zeigen die Ergebnisse keine eindeutige Präferenz von finanziell besser situierten Personen für einen gewissen Standort um einzukaufen .
Die Zahlen über die Wohnsituation in Neunkirchen ( Abb. 60 ) zeigen nur minimale Unterschiede zwischen den Geschlechtern ( auf eine weitere getrennte Auswertung wird somit verzichtet ) , mit knapp der Hälfte der Antworten liegen die Einfamilienhäuser vor der Antwortmöglichkeit „ Wohnung “ , welche fast 40 Prozent erreichte .
Mehrfamilien- bzw. Reihenhäuser erhielten zusammen nur einen Wert von 15 Prozent und stellen hier somit eher eine Ausnahme dar .
Betrachtet man die Wohnsituation der Besucher der einzelnen Standorte ( Abb. 61 ) so zeigt sich , dass einzig die Besucher der Innenstadt mehrheitlich in Wohnungen leben - dieser Befund passt zur Tatsache , dass die Innenstadt und ihre Umgebung dichter und weniger mit Einfamilienhäusern bebaut ist ( und hauptsächlich zur Nahversorgung genutzt wird , siehe Punkte 4.1.1. :
Besuchsfrequenz Standort „ Innenstadt “ und 4.2.1. :
Art der Anreise Standort „ Innenstadt “ ) .
Bei den weiteren drei Standorten dominiert die Wohnform „ Einfamilienhaus “ und folgt somit dem Gesamtergebnis für Neunkirchen .
Die beiden höchsten EinfamilienhausWerte wurden von den Einkaufszentren Panoramapark und Am Spitz erzielt :
Diese haben auch die höchsten Anteile an Besuchern von außerhalb von Neunkirchen ( siehe Punkt 4.7.2. :
Herkunft Standort „ Panoramapark “ und 4.7.3. :
Herkunft Standort „ Am Spitz “ ) , bedenkt man nun zusätzlich , dass in den ländlicheren Umlandgemeinden die Wohnform „ Wohnung “ zugunsten des Einfamilienhauses wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle einnimmt so zeigt auch diese Auswertung , dass diese Standorte eine größere Reichweite aufweisen .
In ihrer Arbeit von 1978 über das System der zentralen Orte Österreichs kommen Bobek und Fesl zu folgenden Befunden :
So bescheinigen sie Wiener Neustadt gegenüber 1959 / 60 noch stärkere Übergriffe auf Verwaltungsgebiete Neunkirchens – sowohl im Wiener Becken als auch in der Buckligen Welt ( vgl. BOBEK und FESL 1978 , S. 141 ) und kann sich Neunkirchen gegenüber dem nur 17 km entfernten Wiener Neustadt nicht voll behaupten ( vgl. BOBEK und FESL 1978 : S. 228 ) .
Ein Vergleich mit den Daten von Bobek und Fesl ( siehe Abb. 63 ) ist aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsmethoden zwar nur bedingt möglich ( Bobek und Fesl erhoben 182 zentralörtliche Dienste die dem tertiären Sektor zuzuordnen sind v.a. mittels Fragebögen an Gemeindeämter und Schulen ; vgl. BOBEK und FESL 1978 , Einleitung bzw. S. 4 ff ) während in der aktuellen Untersuchung 200 Besucher der Stadt Neunkirchen nach ihren Einkaufsgewohnheiten befragt wurden .
Trotzdem zeigt sich , dass die Reichweite der Stadt Neunkirchen auch im Jahre 2017 relativ begrenzt ist , kaum über die eigenen Bezirksgrenzen hinauskommt und große Bereiche im Nordwesten des Bezirkes aufweist , aus denen kein einziger Besucher angetroffen wurde ( Abb. 64 ) .
Ein Faktor hierfür könnte der seit den 1960er Jahren in Österreich stark gestiegen Motorisierungsgrad sein denn dieser erhöhte sich von 109 PKWs pro 1000 Einwohnern im Jahr 1965 auf 522 im Jahr 2009 ( Quelle : Bundesministerium für Verkehr , Innovation und Technologie ( 2012 ) :
Verkehr in Zahlen , https://www.bmvit.gv.at/verkehr/gesamtverkehr/statistik/viz11/index.html , aufgerufen am 18.12.2017 ) .
Dies führt dazu , dass die Möglichkeit aus dem Umland in die Stadt Neunkirchen zu kommen zwar einfacher geworden ist , es allerdings auch leichter wurde ein noch weiter entferntes Ziel anzusteuern und weiter auseinander liegende Einkaufsorte in direkte Konkurrenz zueinander treten .
Die Analyse der alternativen Einkaufsorte ( Abb. 62 ) bestätigt dieses Bild :
So wurden von 132 Personen 140 Nennungen getätigt , wo sie , wenn nicht in Neunkirchen , alternativ einkaufen .
Drei Viertel der Antworten entfielen auf Wiener Neustadt und bestätigen somit die Ergebnisse von Bobek und Fesl aus dem Jahr 1978 bezüglich des direkten Konkurrenzortes .
Weitere 15 Prozent gaben an alternativ in der Shopping City Süd ( SCS ) in Vösendorf , in Wien oder an einem anderen Ort einzukaufen , die restlichen 13 Prozent lokalisierten ihren alternativen Einkaufsort nicht näher .
Ein Blick auf die Besuchsfrequenz für ganz Neunkirchen ( Männer und Frauen ) zeigt , dass ein Drittel der Befragungsteilnehmer täglich , ein weiteres Drittel mehrmals pro Woche und das letzte Drittel wöchentlich bzw. monatlich die Stadt besucht ( Abb. 65 ) .
Differenziert man dieses Ergebnis nach den vier Standorten so ergibt sich ein etwas anderes Bild ( siehe Abb. 66 ) .
So weist die Innenstadt mit 44 % den höchsten Anteil an Besuchern auf , welche täglich die Stadt Neunkirchen besuchen , gefolgt vom Standort Sonstige mit 36 % .
Diese beiden Standorte sind , im Gegensatz zum Panoramapark und Am Spitz , keine expliziten Einkaufszentren , sondern aufgrund ihrer Lage und der dort ansässigen Betriebe und Dienstleister großteils als Nahversorger für den täglichen Bedarf zu sehen .
Die beiden Standorte Panoramapark und Am Spitz hingegen zeigen die für Einkaufszentren zu erwarteten Werte auf :
So sind die Anteile an täglichen Besuchern im Vergleich gering wohingegen die Zahlen für die Besuche mit längeren Intervallen hier die größten Anteile aufweisen .
Betrachtet man den von den Befragten angegeben Besuchsgrund in der Stadt Neunkirchen ( Abb. 67 ) so zeigt sich , dass der überwältigende Großteil der Besuche Einkäufe von Lebensmitteln betrifft , gefolgt von Kleidung , Gastronomie , Tabakprodukten , Schuhen , Heimwerkerbedarf und Apotheken .
Differenziert nach Standorten ergibt sich das in Abbildung 68 dargestellte Bild , wobei nur Produktgruppen bzw. Dienstleistungen ab vier Nennungen berücksichtigt und die übrigen unter dem Punkt „ Rest “ zusammengefasst wurden .
In der Innenstadt teilen sich die Gastronomie und der Lebensmittelhandel die Spitzenposition , gefolgt von Sonstigem , hinter welchem sich in diesem Fall die Sonderveranstaltungen am Hauptplatz sowie das ( Frauen- ) Fitnesscenter verbergen .
Der größte Standort Sonstige erweist sich aufgrund der vielen unterschiedlichen Nennungen als der vielseitigste auch wenn auch hier der Lebensmittelhandel dominiert .
Die beiden Einkaufszentren Panoramapark und Am Spitz haben mit ihren großen Lebensmittelgeschäften auch die höchsten Anteile an Besuchern mit dem Ziel eines Einkaufes in diesen .
Weiters zeigt sich an den Zahlen , dass es im Panoramapark viele Bekleidungs- und Schuhgeschäfte gibt und der Standort Am Spitz neben einigen Fachmärkten mit einer strategisch günstig gelegenen Apotheke ( im selben Gebäude eines großen Lebensmittelgeschäftes ) aufwarten kann .
Abbildung 69 zeigt den bzw. die angegeben Besuchsgründe der auswärtigen Besucher ( n=92 ) Neunkirchens .
Die Darstellung nach Geschlechtern getrennt zeigt , dass die Männer den Lebensmitteleinkauf dominieren und Produktgruppen wie Kleidung , Schuhe , KFZ , Tabak und Heimwerkerbedarf die etwas zu erwartenden geschlechtertypischen Ungleichgewichte aufweisen .
Dargestellt in relativen Zahlen ( ab vier Nennungen wurde berücksichtigt , alles andere unter dem Punkt Rest zusammengefasst ) ergibt sich folgendes Bild ( siehe Abb. 70 ) :
Es dominiert der Einkauf von Lebensmitteln gefolgt von Kleidung und Schuhen .
Vergleicht man dies mit dem Werten für die Einheimischen Untersuchungsteilnehmer ( ab vier Nennungen wurde berücksichtigt , alles andere unter dem Punkt Rest zusammengefasst ) zeigen sich gewisse Unterschiede ( Abb. 71 ) .
So haben die Neunkirchner im Lebensmittelhandel , Gastronomie und Süßwaren einen höheren Anteil , wohingegen die Auswärtigen häufiger Geschäfte für Bekleidung , Schuhe und Heimwerkerbedarf aufsuchen .
Aus diesem Befund lässt sich schließen , dass Neunkirchen seiner Rolle als Mittelzentrum der Region ( vgl. BOBEK u. FESL 1978 :
S. 227 ) gerecht wird und sein Umland mit Diensten höherer Ordnung versorgt , welche in den kleineren Orten nicht angeboten werden ( können ) .
Von den 200 befragten Besuchern der Stadt Neunkirchen wurden 169 Angaben zu fehlendem Angebot bzw. nicht befriedigten Einkaufsbedürfnissen gemacht ( Abb. 72 ) .
Bei der Produktgruppe Elektronik kann eine generelle Unterversorgung festgestellt werden da die Befragungsteilnehmer einen allgemeinen Bedarf kundtaten und auch meist explizit auf ein Geschäft ( in Wiener Neustadt ) verwiesen haben .
Bei den Produktgruppen Kleidung , Möbel und Schuhe wird zwar ein gewisses Basisangebot wahrgenommen und auch anerkannt , hinsichtlich Auswahl und Qualität , d.h. in Angebotsbreite und -tiefe , dürfte es allerdings eine Unterversorgung geben .
Durch die Frage nach dem Ort , an dem die Einkaufsbedürfnisse alternativ befriedigt werden , lässt sich der direkt mit der Einkaufsstadt Neunkirchen konkurrierende Einkaufsstandort identifizieren .
Abbildung 73 zeigt das Ergebnis der Befragung der jeweils 50 Personen pro Standort :
Die mit Abstand höchste Anzahl an Nennungen erreichte Wiener Neustadt vor der Shopping City Süd ( SCS ) in Vösendorf und Wien .
Dies bestätigt den Befund von Bobek und Fesl von 1978 ( Das System der zentralen Orte Österreichs :
S. 228 ) wonach sich Neunkirchen trotz seiner guten Ausstattung mit zentralörtlichen Diensten in einer Konkurrenzsituation mit Wiener Neustadt befindet .
Betrachtet man die einzelnen Standorte nach der Art der Anreise der Besucher ( Abb. 74 und 75 ) so zeigen sich bei beiden Geschlechtern eindeutige Präferenzen .
So wird das Einkaufszentrum Am Spitz bedingt durch seine periphere Lage ( siehe Abb. 2 ) beinahe ausschließlich mit dem KFZ besucht - auch der Panoramapark wird bevorzugt mit dem KFZ angefahren , allerdings ist hier bei den Männern eine auffallend hohe Anzahl an Fahrradfahrern und bei den Frauen bei den Fußgängern zu beobachten .
Eine Erklärung hierfür liegt in der Lage :
So liegt der Panoramapark sehr zentral und ist hervorragend an das Radwegnetz angeschlossen .
Die Innenstadt mit seinen Kurzparkzonen und der für viele ( vor allem Auswärtige ) verwirrenden Einbahnregelung zeigt ( vor allem bei den Männern ) trotzdem einen überraschend hohen Anteil an KFZ-Anreisen , bei den Frauen halten sich diese mit den Fußgängern die Waage .
Hier zeigt sich , ebenso wie beim Standort Sonstige , dass die Innenstadt vor allem der Nahversorgung und den täglichen , kleineren Einkäufen dient ( siehe Punkte 4.1.1. :
Besuchsfrequenz Standort „ Innenstadt “ und 4.1.4. :
Besuchsfrequenz Standort „ Sonstige “ sowie 4.3.1. :
Besuchsgrund Standort „ Innenstadt “ und 4.3.4. :
Besuchsgrund Standort „ Sonstige “ ) .
Abbildung 76 zeigt das Ergebnis der Befragung zur Zufriedenheit differenziert nach Standorten .
Auf den ersten Blick fällt eine gute Grundstimmung auf , bis auf wenige Ausreißer befinden sich alle Werte im positiven Bereich .
Bei den Punkten Sauberkeit und Atmosphäre des Standortes herrscht an allen Standorten große Einigkeit , die Bewertungen befinden sich im guten Mittelfeld .
Bei der Grünraumgestaltung bzw. Pflege , Erreichbarkeit mit dem Fahrrad und zu Fuß , Barrierefreiheit sowie den Öffnungszeiten der Geschäfte gibt es ebenfalls positive Bewertungen , allerdings mit der einen oder anderen Abweichung an einem Standort .
So wirkt sich die gewachsene Baustruktur in der Innenstadt spürbar negativ auf die Barrierefreiheit sowie die Erreichbarkeit per Fahrrad aus , am Standort Sonstige ( hauptsächlich entlang des Flusses Schwarza mit seinen Grünräumen ) wird die Grünraumpflege am besten eingeschätzt ebenso dessen Erreichbarkeit zu Fuß .
Die im Vergleich schlechteren Werte bei der Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten in der Innenstadt fußen , laut Aussagen der Untersuchungsteilnehmer , auf den unterschiedlichen Öffnungszeiten zwischen den Geschäften sowie den täglichen Schließzeiten mancher Geschäfte um die Mittagsstunde .
Sehr unterschiedlich fällt die Bewertung der Parkplatzsituation aus :
Von nur knapp über Null in der Innenstadt aufgrund der begrenzten und teilweise auch kostenpflichtigen Stellplätze über mittelmäßig bewertet im Panoramapark ( trotz zweier großer Gratisparkplätze ) und bei Sonstige zu einem sehr guten Wert im Einkaufszentrum Am Spitz wo beinahe jedes Geschäft eigene Abstellplätze aufweisen kann .
Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird ebenfalls unterschiedlich wahrgenommen :
Von einem sehr niedrigen Grad der Benützung ausgehend ( siehe Abb. 15 : Art der Anreise - Neunkirchen ) bekommt der großteils an der Bundesstraße 17 und somit verkehrstechnisch zentral gelegene Standort Sonstige die beste Bewertung gefolgt vom Einkaufszentrum Panoramapark und der Innenstadt .
Beim Einkaufszentrum Am Spitz wirkt sich hingegen die periphere Lage und die schlechte Anbindung mittels Bus mit einer nur knapp über Null liegenden Bewertung aus .
Beinahe komplementär dazu zeigt sich die Erreichbarkeit mittels KFZ :
Beginnend bei der durch die relativ neue Einbahnregelung schwer zu erreichenden Innenstadt über den Standort Sonstige ( der von der Einbahnregelung ebenfalls betroffen ist ) steigert sich die Bewertung beim Panoramapark in einen sehr positiven Bereich bis hin zum Spitzenwert im Einkaufszentrum Am Spitz .
Die negativste Bewertung bekommt der Punkt „ Kinderfreundlichkeit “ :
Von negativen Werten bei Sonstigen und dem Panoramapark zu knapp positiven Werten Am Spitz .
Hier gibt es keine Spielmöglichkeiten für Kinder aber auch keine konsumfreien Zonen mit Sitzgelegenheiten .
Einziger Lichtblick ist die Innenstadt , wo am Hauptplatz sowohl Sitzbänke als auch einige kleine Spielgeräte vorhanden sind und sich äußerst positiv auf das Befragungsergebnis auswirken .
Betrachtet man die Wohnsituation der Befragungsteilnehmer ( Abb. 77 ) so zeigt sich , dass es je nach Altersklasse typische bzw. bevorzugte Wohnformen zu geben scheint .
So sinkt der Anteil an Bewohnern eines Einfamilienhauses von der Klasse der 0 – 14-jährigen zur nächsthöheren Altersklasse um etwa 10 Prozent zugunsten der Zwei- und Mehrfamilienhäuser bzw. Reihenhäuser .
Dies erscheint schlüssig da in der Berufseinstiegs- bzw. Familiengründungsphase in diesem Alter häufig die Einkommen noch nicht ausreichen um den Traum vom Wohnen im Einfamilienhaus zu realisieren .
Erst mit zunehmendem Alter steigt wiederum der Anteil an Einfamilienhäusern und die Reihenhäuser verlieren zugunsten der Zwei- u. Mehrfamilienhäuser an Bedeutung .
Der Anteil der Bewohner einer Wohnung bleibt relativ stabil und hat in der höchsten Altersgruppe den niedrigsten Wert - beim gleichzeitig höchsten Wert für die Einfamilienhäuser .
Die Ergebnisse der Abfrage zu den Nettohaushaltseinkommen ( Abb. 78 ) lässt nur bedingt Schlüsse auf die jeweiligen Einkommen in den Altersklassen zu da ein Haushalt meist Angehörige mehrerer Klassen beinhaltet .
Allgemein lässt sich allerdings herauslesen , dass die Einkommen mit zunehmendem Alter steigen ( die Antworten der 0-14-jährigen sind mit Vorsicht zu genießen da häufig keine Vorstellung vom Einkommen der Eltern vorhanden ist und somit auch die Antwortmöglichkeit „ keine Angabe “ 60 Prozent ausmacht ) um im klassischen Pensionsalter wieder etwas zu fallen .
In ihrem Bericht des Jahres 2017 ( mit den Zahlen aus 2015 / 16 ) kommt die Statistik Austria zum Schluss , dass das Bildungsniveau der österreichischen Bevölkerung im letzten halben Jahrhundert beträchtlich gestiegen ist .
Die Veränderungen im Bildungssystem und ein Trend zu höherer Bildung schlagen sich vor allem im Bildungsstand der jüngeren Bevölkerung nieder , welche ihre Bildungsabschlüsse erst in den letzten Jahren erworben hat ( vgl. Bildung in Zahlen 2015 / 16 , Statistik Austria , Wien 2017 , S. 96 ff . http://www.statistik.at/web_de/services/publikationen/5/index.html?includePage=detailedView%C2%A7ionName=Bildung%2C+Kultur&pubId=461 ) .
Dieser Befund lässt sich mit den Zahlen der Kundenbefragung ( Abb. 79 ) untermauern , denn auch hier zeigt sich , dass die Gruppe der 15-34-jährigen den höchsten Anteil an Universitätsabschlüssen und Personen mit Matura vorweisen kann gefolgt von der nächsthöheren Altersklasse .
Im Umkehrschluss zeigt die höchste Altersgruppe , deren Bildungsabschluss in der Regel schon am längsten zurückliegt , dass zu dieser Zeit die klassische Lehre den größten Anteil an den Bildungsabschlüssen hatte .
Hierzu lassen sich zwei Aussagen treffen ( siehe Abb. 80 ) :
Die Zufriedenheit ist in der jüngsten und der ältesten Altersgruppe am höchsten und meist liegen die Werte bei den Frauen höher als bei den Männern – außer in der Altersklasse 65+ :
Hier ist die Zufriedenheit bei den Männern beinahe überall höher .
In der Detailbetrachtung nach Alter und Geschlecht zeigt sich in der Innenstadt ( Abb. 81 ) dass sich die jeweiligen Altersgruppen geschlechtsunabhängig relativ häufig für eine ähnliche Bewertung entschieden haben oder zumindest die gleichen Muster erkennbar sind .
So gibt es Punkte , bei denen die Zufriedenheit bei beiden Geschlechtern mit dem Alter steigt ( Parkplatz ) bzw. sinkt ( Sauberkeit , Erreichbarkeit mit dem Fahrrad , Barrierefreiheit ) oder bei den Kindern und Pensionisten hoch und den mittleren Altersgruppen niedrig bewertet wurden ( Atmosphäre ) .
Die Kinderfreundlichkeit erfährt hier ihre beste Bewertung , an keinem anderen Standort sind die Bewertungen bei allen Altersklassen und Geschlechtern im positiven Bereich .
Die Detailbetrachtung für den Panoramapark ( Abb. 82 ) zeigt im Gegensatz zur Innenstadt nur wenige Muster :
Nur bei der Atmosphäre , Barrierefreiheit und der Erreichbarkeit zu Fuß zeigen sich die Kinder und Pensionisten ( männlich wie weiblich ) zufriedener gegenüber den beiden mittleren Altersklassen während bei den weiteren Punkten großteils Uneinigkeit zu herrschen scheint .
Der Standort Am Spitz ( Abb. 83 ) wiederum weist bei der Thematik der Sauberkeit , Parkplatzsituation , Atmosphäre und Grünraum eine bei beiden Geschlechtern mit dem Alter steigende Zufriedenheit auf während bei der Barrierefreiheit , der Erreichbarkeit mit dem KFZ und den Öffnungszeiten von allen durchwegs gut Noten vergeben wurden .
Interessant die unterschiedliche Bewertung bei der Kinderfreundlichkeit :
Eine Spanne von minus zwei bis plus fünf bei den Männern und die dazu doch sehr unterschiedliche Bewertung der Frauen zeigen eine sehr konträre Wahrnehmung der Thematik auf .
Der etwas schwierig zu fassende Standort Sonstige zeigt nur wenige erkennbare Muster auf ( Abb. 84 ) :
So sind sich bei der Frage zur Atmosphäre des Standortes die jüngsten und ältesten Untersuchungsteilnehmer beider Geschlechter einigermaßen einig , ansonsten herrscht allerdings wenig Einklang .
Geschlechtsspezifisch betrachtet sinkt mit dem Alter bei den Frauen die Zufriedenheit mit dem Grünraum , der Erreichbarkeit mit dem Fahrrad und zu Fuß als auch bei den Öffnungszeiten .
Bei den Männern ist ein solches Ergebnis nicht zu erkennen :
Einzig die Zufriedenheit mit der Erreichbarkeit mit den KFZ steigt mit jeder Altersklasse .
