Basierend auf den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit lässt sich die Stadt Neunkirchen folgendermaßen charakterisieren :
Als Bezirkshauptstadt ist sie in der Lage , ihre Bewohner und das mittelbare Umland mit allen nötigen privaten und zentralen Einrichtungen des täglichen Bedarfes zu versorgen und erfüllt somit alle Aufgaben , welche laut niederösterreichischem Raumordnungsprogramm für eine Stadt der Kategorie IV vorgesehen sind .
Wie Bobek und Fesl 1978 festgestellt haben befindet sie sich allerdings , bedingt durch ihre geographische Nähe zu Wiener Neustadt , in einer starken Konkurrenzsituation mit eben dieser , was auch in der aktuellen Untersuchung bestätigt werden konnte .
Die Stadt Neunkirchen weist einen sehr hohen Anteil an Besuchern direkt aus der Stadt ( 55 % ) oder einem Umkreis von 5 Kilometern ( 19 % ) und damit eine relativ begrenzte Reichweite auf .
Die Ergebnisse der Befragung nach dem alternativen Einkaufsorten zeigte auch , dass das nur 17 Kilometer entfernte Wiener Neustadt der mit 75 Prozent der Nennungen der mit Abstand am häufigsten genutzte auswärtige Einkaufsstandort ist .
Das beliebteste Fortbewegungsmittel ist mit 55 Prozent das private Kraftfahrzeug , gefolgt von 27 Prozent Fußgängeranteil , 15 Prozent Fahrrad und nur 3 Prozent öffentlichem Verkehr .
Allerdings gibt es große Unterschiede hinsichtlich der vier unterschiedlichen Standorte der Untersuchung – so zeigen die beiden Einkaufszentren Am Spitz und Panoramapark die höchsten Anteile an KFZ-Anreisen und die Innenstadt und der ebenfalls zentral gelegene Standort Sonstige die höchsten Anteile an Fußgängern und Radfahrern .
Dies passt in das Bild , welches durch die Antworten nach dem Besuchsgrund und der -häufigkeit von diesen Standorten gezeichnet wurde .
So sind die Innenstadt und Sonstige durch häufige Besuche und Nutzung des Gastronomieangebotes und des täglichen ( Lebensmittel- ) Einkaufes geprägt , wohingegen die typischen Einkaufszentren Am Spitz und Panoramapark durch weniger häufige Besuche und , neben Lebensmitteleinkäufen , Nutzung der Geschäfte des nicht ganz so täglichen Bedarfes herausstechen .
Berücksichtigt man noch dazu die Herkunft der Besucher , so zeigt sich deutlich , dass die Innenstadt ( 55 Prozent der Besucher aus Neunkirchen ) und Sonstige ( 72 % ) eher der Versorgung der einheimischen Bevölkerung , der Panoramapark ( 48 % aus Neunkirchen ) und Am Spitz ( 36 % Einheimische ) eher der Versorgung des Umlandes dienen .
Bei der Zufriedenheit der Besucher mit der Stadt Neunkirchen wurden insgesamt , auch wenn es an einzelnen Standorten Abweichungen gab , großteils gute Noten vergeben .
So werden die Erreichbarkeit zu Fuß , mit dem Fahrrad und dem KFZ sowie die Öffnungszeiten , Sauberkeit , Atmosphäre des Standortes , Grünraumgestaltung und Parkplatzsituation durchwegs positiv wahrgenommen .
Die schlechtesten Bewertungen erhielt die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ( nur 3 Prozent der Befragten ) sowie vor allem die Kinderfreundlichkeit .
Hier konnte einzig die Innenstadt mit den kleinen Spielgeräten am Hauptplatz positiv hervorstechen – an allen anderen untersuchten Standorten gibt es so etwas nicht und es sind somit auch die Bewertungen in diesem Punkt nicht besonders gut .
Die Besuchsfrequenz ist für ganz Neunkirchen relativ ausgewogen zwischen täglich , mehrmals pro Woche sowie wöchentlich bzw. monatlich .
Nach Standorten differenziert zeigt sich allerdings , dass die Innenstadt sowie Sonstige höhere Anteile an täglichen und mehrmaligen Besuchen pro Woche aufweisen und der Panoramapark und Am Spitz häufiger nur wöchentlich oder monatlich aufgesucht werden .
Dies unterstreicht , dass die beiden erstgenannten Standorte eher der kurzfristigen Nahversorgung ( auch mit den höchsten Anteilen an einheimischen Besuchern ) , die beiden Einkaufszentren ( mit den höchsten Anteilen an auswärtigen Besuchern ) eher der Versorgung mit Artikeln des nicht alltäglichen Bedarfes bzw. für Großeinkäufe genutzt werden .
Der höhere Aufwand der Anreise zu den Einkaufszentren von weiter außerhalb wird somit durch das Angebot an den Standorten kompensiert und von den Besuchern in Kauf genommen .
Fragt man nach dem Grund des Einkaufsbesuches so zeigt sich , dass mit Abstand am häufigsten Lebensmittel eingekauft werden .
Abgeschlagen dahinter folgen Kleidung , Gastronomie , Tabakprodukte , Schuhe , Heimwerkerbedarf und Apothekenbesuche .
Auch hier gibt es standorttypische Unterschiede wie die meisten Gastronomiebesucher in der Innenstadt oder die höchsten Anteile beim Lebensmitteleinkauf in den Einkaufszentren Panoramapark und Am Spitz .
Differenziert man nach einheimischen bzw. auswärtigen Besuchern so ist zu erkennen , dass bei beiden Gruppen zwar der Lebensmitteleinkauf dominiert , sich dahinter aber eine andere Reihung ergibt .
So folgen bei den Neunkirchnern auf den Plätzen die Gastronomie , Süßwaren und Tabak , bei den Auswärtigen hingegen Bekleidung , Schuhe und Heimwerkerbedarf .
Um eventuelle Schwächen im Warenangebot in der Stadt Neunkirchen aufzudecken wurde nach nicht befriedigten Einkaufsbedürfnissen gefragt .
Dies zeigte , dass in den Warengruppen Kleidung und Elektronik die größten Lücken zu herrschen scheinen , weit abgeschlagen gefolgt von Möbeln , Schuhen , Gastronomie und Baumärkten – diese werden hauptsächlich in Wiener Neustadt gedeckt und unterstreicht wiederum die eingangs erwähnte Konkurrenzsituation zwischen den beiden Städten .
