Die ADV gGmbH ist ein gemeinnütziger Träger der Jugend- , Sucht- und Wohnungslosenhilfe .
Sie bietet seit über 30 Jahren Hilfsangebote für Menschen mit seelischer Behinderung und Drogenproblematik an .
Die Angebote reichen von stationärer Rehabilitation und ambulanter Weiterbehandlung nach SGB VI über ambulante und teilstationäre Hilfen im Jugendbereich nach SGB VIII und „ Nachsorge '' bis zum Betreuten Gruppen- und Einzelwohnen , auch für Substituierte , nach SGB XII .
Das Leitbild spiegelt sich im Arbeitsalltag im Betreuten Wohnen .
Es wird Wert darauf gelegt , den Menschen , die den Weg zur ADV gGmbH geschafft haben , mit Würde und Respekt zu begegnen .
Ziel ist es , den Menschen aus ihrer Abhängigkeit zu helfen und zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu begleiten .
Die ADV gGmbH vertritt die Überzeugung , dass jeder Mensch das Recht auf ein würdevolles Leben hat .
Die Klientel wird individuell und vertrauensvoll betreut und zurück in ein selbstbestimmtes Leben geführt ( ADV gGmbH , 2016 ) .
Die Arbeit im Rahmen der Eingliederungshilfe in Berlin beinhaltet die Kooperation und Vernetzung im Berliner Hilfesystem und darüber hinaus .
Die Kostenübernahme für die Maßnahmen werden vom bezirklichen Sozialpsychiatrischen Dienst befürwortet und vom jeweiligen Bezirksamt genehmigt .
Das Betreute Wohnen beinhaltet die Betreuung im eigenen Wohnraum , in von der ADV gGmbH angemieteten Wohnungen sowie die Betreuung von Menschen , die im Wohnheim leben oder obdachlos sind .
Zum besonderen Profil des untersuchten Standorts gehören seit 2014 Skillsgruppen im Rahmen der Dialektisch-Behavioralen Therapie ( DBT1 ) nach M. Linehan für Klienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung oder mit einer Impulskontrollstörung .
Im September 2014 erhielt der Standort als erster im ambulant Betreuten Wohnen deutschlandweit die Zertifizierung „ komplementäre DBT-Einrichtung “ und ist somit eine DBT-Behandlungseinheit , welche nach den Richtlinien des Dachverbandes für DBT e.V. zertifiziert ist .
Des Weiteren wird seit dem Frühjahr 2016 ein Therapiehund in der Skillsgruppe oder im Einzelgespräch sowie bei Gruppenspaziergängen eingesetzt .
Neben den Gruppenangeboten wie Frühstücks- , Koch- oder Kreativgruppe und sportlichen Betätigungen ( Tischtennis , Fußball , Kicker ) wird auch NADA-Akupunktur und Klangschalenmassage angeboten .
Die Gruppenangebote stehen allen Klienten offen .
Für die Teilnahme an den Skillsgruppen bedarf es einer vorangehenden Aufklärung über Inhalt und Ablauf sowie einer Commitment-Prüfung durch die speziell ausgebildeten Trainer .
Derzeit sind 14 Mitarbeiter am Standort tätig , aufgeteilt in eine Verwaltungskraft und mehrere Sozialarbeiter , Soziologen und Psychologen mit diversen Zusatzqualifikationen in der Trauma- und Suchtarbeit sowie Sozialrecht .
Die ADV gGmbH beschreibt die Aufgaben und Ziele für die Betreuung wie folgt :
„ Das Betreute Einzelwohnen nach §§ 53/54 SGB XII beinhaltet folgende Leistungen .
Alle Mitarbeiter sind festangestellte Diplom-Sozialarbeiter , Diplom-Pädagogen oder Diplom Psychologen .
Zusätzlich verfügen einige Mitarbeiter über sozialpsychiatrische oder suchttherapeutische Zusatzqualifikationen. “ ( ADV gGmbH , 2017 ) Die Zielhierarchie im Betreuungskontext stellt sich wie folgt dar :
Oberstes Ziel ist die Sicherung des Überlebens durch die Gewährleistung medizinischer Versorgung und Reduktion des Risikoverhaltens .
An zweiter Stelle steht die Festigung eines möglichst gesunden Lebensstils durch Konsumreduktion und Einleitung medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen .
Danach erfolgt die soziale Rehabilitation und vor allem Integration .
Dies geschieht durch die Wahrung oder das Beschaffen von Wohnraum , beruflicher Wiedereingliederung und dem Aufbau sozialer Kontakte .
Anschließend werden Symptome von Persönlichkeitsstörungen behandelt und die Klienten so psychisch stabilisiert .
Als Ziel steht die Selbstrealisierung und Autonomie des Klienten .
Ein einheitliches Behandlungskonzept besteht nicht , die Umsetzung zur Erreichung der Ziele ist individuell gestaltbar ( Krause 2012 , S. 29 ) .
Die Betreuung bei der ADV gGmbH beschäftigt sich mit allen Lebensbereichen , in denen Hilfe und Unterstützung benötigt werden .
Themen wie Wohnfähigkeit und Beschaffung oder Erhalt des Wohnraumes sowie das Erlernen von Haushaltsführung und Geldeinteilung sind Inhalte der Betreuung .
Dabei werden die Regulation von Altschulden und Vermeidung von neuen Schulden und der Aufbau einer geregelten Tagesstruktur und sinnvollen Freizeitbeschäftigung besprochen .
Ziele hinsichtlich der beruflichen Wiedereingliederung , Aufbau und Erhalt von sozialen und familiären Kontakten sowie Abgrenzung zu Szenekontakten und anderen noch konsumierenden Bekannten bei Wunsch zur Abstinenz werden gemeinsam mit dem Klienten erarbeitet .
Das Hilfeangebot besteht u.a. aus Einzelgesprächen und Gruppenangeboten sowie Hausbesuchen , Begleitung bei Behördengängen und alltäglichen Aufgaben .
Zur Zielgruppe der ADV gGmbH gehören in erster Linie Klienten mit einer oder mehreren psychiatrischen Diagnosen und einer Suchtproblematik .
Da viele Klienten mit einer Opiatabhängigkeit betreut werden , wird im Folgenden der Begriff „ Substitution “ erläutert .
Unter Substitution versteht man die ärztlich verordnete tägliche Vergabe von Heroinersatzstoff , meist erfolgt dies durch Methadon , Polamidon oder Buprenorphin sowie Substitol .
Die Substitution dient auf längere Sicht zum Erlangen der Abstinenz des Klienten oder durch Dauersubstitution erfolgt eine Schadensminimierung der Bereiche Gesundheit und Soziales der Betroffenen .
Das Substitutionsprogramm wird meist durch sozialarbeiterische oder psychoedukative Angebote unterstützt .
Die Substitution opiatabhängiger Klienten konnte laut Beubler et al. ( 2007 , S. 98 ) im Suchthilfesystem erfolgreich integriert und erweitert werden .
Durch verschiedene Substitutionsmittel wie z.B. Methadon oder Buprenorphin sowie Substitutionseinnahmen z.B. durch Spritzenabgabe und kontrollierte Injektionen und Vergabemöglichkeiten wurde vielen Heroinabhängigen das Überleben gesichert .
Da die ADV gGmbH auch Klienten betreut , die sich in Substitution befinden , übernimmt die Einrichtung die gesetzlich vorgeschriebene psychosoziale Betreuung , kurz PSB .
Die PSB unterstützt Klienten in verschiedenen Lebensbereichen , befähigt sie zur Selbständigkeit und unterstützt sie in der Bewältigung von aktuellen Störungen und ggf. daraus resultierenden Belastungen .
Die PSB erfordert eine enge Zusammenarbeit mit dem substituierenden Arzt ( Krause 2012 , S. 28 ) .
Langfristiges Ziel laut Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung ( BtMVV ) ist die Wiederherstellung der Abstinenz und die berufliche Wiedereingliederung .
Jedoch ist dieses Ziel in den aktuellen Substitutionsprogrammen meist überholt , denn mittlerweile wird vordergründig nicht mehr die Abstinenz angestrebt , sondern der Wiederaufbau eines geregelten Alltags und eine Steigerung der Lebensqualität ( Schay et al. 2013 , S. 52 ) .
Es hat sich in der Praxis herausgestellt , dass die substituierten Klienten meist länger als vorher angedacht und sogar lebenslang substituiert werden müssen .
Hierbei steht das Ziel , den Klienten von illegalem Konsum zu entfernen , im Vordergrund .
Die dauerhafte Substitution dient der Stabilität und dem Aufbau einer geregelten Tagesstruktur der Klienten .
Der Hauptteil der Klientel der ADV befindet sich den gesamten Betreuungsverlauf und darüber hinaus in Substitution .
Aufgrund der psychiatrischen Pflichtversorgung der ADV gGmbH in Berlin Mitte hat die Klientel neben der Sucht- auch mindestens eine psychiatrische Diagnose .
Diese Komorbidität bringt weitere Einschränkungen in den Fähig- und Fertigkeiten mit sich und verleitet die Gesellschaft dazu , die Klientel als „ schwierig und komplex '' zu beschreiben .
Als Komorbidität bezeichnet man das Auftreten mehrerer diagnostizierbarer psychischer Störungen und Persönlichkeitsstörungen sowie Abhängigkeiten in einem bestimmten Zeitintervall .
Viele Therapiestudien belegen , dass die Behandlungserfolge bei Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung und einer Suchterkrankung geringer sind als bei Vergleichspersonen ohne Persönlichkeitsstörung ( Remmel und Bandelow 2006 , S. 80 ff. ) .
Aufgrund der Komorbiditäten und Doppeldiagnose von psychiatrischer Erkrankung und Sucht ist Psychoedukation im Betreuungskontext notwendig ( siehe Kapitel 4 ) .
Die meisten Klienten entwickeln neben der chronischen Substanzabhängigkeit auch andere Störungen mit vielseitigen sozialen Problemstellungen , welche im Betreuungskontext zu unterstützen und bestenfalls zu bewältigen sind .
Im Zentrum steht daher immer mehr die Betreuung von chronisch physisch und psychisch erkrankten Personen im Hilfesystem .
Meist verfügen die Klienten über wenige Ressourcen oder sind sich derer nicht bewusst .
Sie können sich an verändernde Gegebenheiten schlecht anpassen und sind emotional nicht belastbar .
Klienten , die ihr Gegenüber aufgrund von Beziehungsstörungen idealisieren oder entwerten , haben erhebliche Schwierigkeiten bei der Reintegration in die Gesellschaft .
Die Behandlung der Klientel muss daher in einem interdisziplinären Hilfesystem stattfinden , in dem unterschiedliche Berufskategorien zusammenarbeiten ( Beubler et al. 2007 , S. 80 ) .
Die Klientel weist Defizite in der Emotionsregulation sowie Gewalt- und Hafterfahrungen auf , dabei ist sie unterschiedlich alt und verschiedener Herkunft , sodass sie kognitiv sehr unterschiedlich belastbar ist .
Der Einfluss anderer Menschen auf ihre Entwicklung ist aufgrund der zuvor erwähnten Symptomatik von großer Bedeutung .
Die genannten Faktoren erfordern die Anpassung der therapeutischen und sozialen Arbeit an das Verständnis und die eingeschränkten Fähigkeiten des Klienten .
Den meisten Klienten fehlen Ausdauer und Selbstvertrauen .
Daher sind minimale Behandlungsziele und auch die Erhaltung des Status quo teils maximale Erfolge im Behandlungsalltag .
Linden und Hautzinger ( 2008 , S. 524 ) definieren Persönlichkeitsstörungen wie folgt :
„ Von Persönlichkeitsstörungen spricht man , wenn das Verhalten oder die Emotionalität einer Person durch starke Ausprägung bestimmter Merkmale so akzentuiert ist , dass sich hieraus ernsthafte Leidenszustände oder/und Konflikte ergeben. “
Epidemiologische Studien zeigen , dass ca. 10 - 15 % der Allgemeinbevölkerung eine Persönlichkeitsstörung aufweisen .
Die Prävalenzrate ist unter Patienten , die sich in psychiatrischer Behandlung befinden , mit 39,5 % laut ICD-10-Diagnose deutlich höher ( ebd. , S. 524 ) .
R. Sachse ( 2014 , S. 11 ) betont , „ dass Persönlichkeitsstörungen im Kern Störungen der Interaktion , der Beziehung oder der Beziehungsgestaltung , also Beziehungsstörungen sind. “ Persönlichkeitsstörungen äußern sich oft in einem gestörten Selbstbild oder manipulativem oder verdecktem Verhalten .
Dieses dient dem Klienten in erster Linie als Schutz , dennoch kann dies zu Behinderungen im Betreuungskontext führen .
Das Vertrauensverhältnis von Berater und Klient kann gestört und muss danach mühsam neu aufgebaut werden , um gemeinsam an den Zielen arbeiten zu können .
Daraus resultieren weitreichende Konsequenzen für Aufmerksamkeit , Denken , Fühlen und Handeln .
Beziehungsstörungen haben weitreichende Folgen für das weitere Erleben und Verhalten ( ebd. , S. 11 f. ) .
Die Klientel ist in ihrem Leben durch Einflüsse ihr nahestehender Personen geprägt .
Durch verbalen oder körperlichen Missbrauch leiden viele Klienten an einem geringen Selbstwertgefühl , welches mit Hilfe therapeutischer Arbeit im Betreuungskontext kontinuierlich aufgebaut werden muss .
Die Klienten unterfordern sich aus Angst vor Misserfolgen oder aufgrund falscher Grundannahmen und behindern sich selbst beim Erreichen ihrer Ziele .
Persönlichkeitsstörungen „ entwickeln sich auf dem Boden biophysikalischer Gegebenheiten , von den im Verlaufe der seelischen Entwicklung erfahrenen Umwelteinflüssen und damit einher gehenden Förderungen oder Traumen sowie des Prozesses der Adoleszenz mit Individuation und Sozialisation. “ ( Beubler et al. 2007 , S. 80 )
Die Klientel bei der ADV gGmbH ist sehr individuell , mit oft problematischer und teils traumatischer Kindheit , geprägt durch Verluste sowie gestörtem Beziehungs- und Bindungsverhalten .
Es stellt sich immer wieder heraus , dass die Klienten nicht aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung in eine Therapie oder Behandlung kommen sondern anlässlich ihrer Auffälligkeiten in ihren Verhaltensweisen .
Die resultierenden Konsequenzen und aktuellen Probleme , die sie allein nicht bewältigen können , wie z.B. Krisen in der Partnerschaft , im Beruf oder Angst in bestimmten Lebenssituationen und mangelnde Selbstkontrolle sind Auslöser für eine Therapie .
Den Betroffenen ist meist weder ihre Persönlichkeitsstörung an sich bekannt oder bewusst noch der Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und den Reaktionen ihrer Umwelt ( Parfy et al. 2003 , S. 179 ) .
Darum ist Psychoedukation im therapeutischen Bereich und in der sozialen Arbeit von zentraler Bedeutung ( siehe Kapitel 4 ) .
„ Persönlichkeitsstörungen sind nicht pathologisch .
[ ... ] Persönlichkeitsstörungen sind als normale psychische Prozesse aufzufassen , die aber leider zu kostenintensiven , dysfunktionalen Lösungen führen. “ ( Sachse 2014 , S. 13 ) Diese kostenintensiven und dysfunktionalen Lösungen können z. B. Substanzmissbrauch und Rückfälle durch Suchtkonsum sein oder das Verfallen in alte dysfunktionale Muster ( Diebstahl , Hehlerei , Dealen , Rückzug , aggressives Verhalten und Gewalt usw. ) , da neue Bewältigungsstrategien erst erarbeitet , erlernt und gefestigt werden müssen .
Ebenso können die kognitiven Fähigkeiten durch Drogenkonsum oder geistiger und seelischer Behinderung gemindert sein .
Die Klienten sind teilweise nicht in der Lage , einem Einzelgespräch von rund 60 Minuten Dauer zu folgen .
Daher müssen die Termine kürzer gehalten und Inhalte öfter wiederholt und gefestigt werden .
Geduldiges und intensives Arbeiten beiderseits ist dabei essentiell .
Da es für Klienten sehr schwierig ist , eine Beziehung aufzunehmen und zu festigen , ist es umso wichtiger , die Lebensgeschichte des Klienten kennen zu lernen und seine früheren Erfahrungen mit den Eltern , Aufsichtspersonen , Partnern und Freunden zu erfragen , um die eigene Beziehung zu ihm für die weitere Zusammenarbeit zu stärken .
Durch die Lebensgeschichte des Klienten lassen sich Verhaltensweisen erklären , die einem sonst vielleicht bizarr oder unverständlich und nicht nachvollziehbar vorkommen .
Daher ist es umso wichtiger , den Klienten zu verstehen und zu versuchen , Kontakt zu ihm aufzunehmen und ihn „ da abzuholen , wo er steht '' , um ihm langfristig zu ermöglichen , seine Ziele zu erreichen und dysfunktionales Verhalten zu ändern .
Hierbei ist eine systemische Sichtweise notwendig .
Klienten haben im Laufe ihres bisherigen Lebens negative Schemata zu sich selbst und im Hinblick auf Beziehungen ausgebildet .
Vorkommende Schemata könnten beispielsweise lauten :
„ Ich bin nicht wichtig . ''
und „ In Beziehungen wird man nicht respektiert . `` .
Diese Schemata , auch Grundannahmen genannt , haben die Klienten durch den Umgang mit ihnen nahestehenden Personen im Kindesalter erlernt und entwickelt .
Eine Person , die durch solche Schemata geprägt ist , reagiert auf Beziehungssignale sehr sensibel und verfällt in alte Schutzmechanismen .
Sie begegnet Verhaltensweisen , die das Schema auslösen , schnell und heftig .
Zentral ist dabei , dass nicht der Therapeut persönlich angegriffen wird , da das erlernte Schema durch eine willkürliche Aussage ausgelöst wird .
Daher ist es wichtig , dass sich Therapeuten den Schemata widmen und sie gemeinsam mit dem Klienten besprechen , um sich gegenseitig verstehen zu können .
Die von den Klienten entwickelten Strategien zum Umgang mit diesen Schemata werden von ihnen umso stärker bei Personen eingesetzt , die ihnen sehr viel bedeuten oder an die sie große Erwartungen haben , dass sie die eigenen Bedürfnisse befriedigen können ( Sachse 2014 , S. 17 ff. ) .
In der Arbeit mit der Klientel ist die Erarbeitung der Schutzmechanismen und Grundannahmen sehr entscheidend , da sie den weiteren Betreuungsverlauf begünstigen oder behindern können .
Jedoch ist die Auseinandersetzung mit den Grundannahmen sehr intensiv und setzt ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Klient und vor allem eine gute innere Stabilität des Klienten voraus .
Die Arbeit mit dem „ inneren Kind '' oder die „ Teilearbeit '' sind emotional sehr belastend und können dazu führen , dass der Klient die Verarbeitung von Kindheitserlebnissen nicht bewältigt , wenn er noch zu instabil ist .
Dies kann zu Rückfällen oder sogar Suizidgedanken und -versuchen führen .
Daher bedarf es bei der Klientel im Betreuten Wohnen einiger Monate bis Jahre an Stabilisierungsarbeit , bis die Schutzmechanismen umgestaltet sind und die Grundannahmen bearbeitet werden können .
Auf eine Erläuterung von Therapieansätzen wie der „ Arbeit mit dem inneren Kind “ oder der „ Teilearbeit “ 2 wird hier aus Platzgründen nicht weiter eingegangen .
Mit der Frage , weshalb Kinder unsichere Bindungen bis hin zu Bindungsstörungen entwickeln , hat sich Grawe ( 2004 ) auseinandergesetzt :
Tritt bereits die Mutter als primäre Bezugsperson dem Kind emotional distanziert gegenüber und wehrt Kontaktversuche des Kindes ab , kann dieses schon sehr früh eine Bindungsstörung entwickeln .
Durch mangelnde Empathie und verzögertes Handeln der Mutter kommt es beim Kind zur Unterversorgung von Grundbedürfnissen wie Schutz und Geborgenheit .
Die Mutter geht auf Bedürfnisse und Eigeninitiativen des Kindes nicht ein .
Aber auch komplizierte bis hin zu chaotischen Beziehungsverhältnissen in Familien , in denen es zu Misshandlungen der Kinder selbst oder Familienangehöriger kommt , bieten oft eine Grundlage zur Ausbildung von Bindungsstörungen .
Die Inkongruenzerfahrung , durch eigene Kontrolle keine Bindung zur Mutter herstellen zu können , ist maßgeblich entscheidend für die Entwicklung der Bindungsfähigkeit eines Kindes .
Somit intensivieren sich negative Emotionen und es fehlt eine Herabregulierung dieser Emotionen aufseiten des Kindes .
Infolgedessen entwickeln Kinder neben Bindungsdefiziten auch Emotionsregulationsstörungen .
Teils rührt die Problematik im Beziehungsverhalten der Mutter zum Kind aus eigenen Erfahrungen zu ihrer Mutter , d.h. sie hat selbst in ihrer Kindheit keine Bewältigungsstrategien erlernt ( Grawe 2004 , S. 205 f. ) .
Die chaotischen Beziehungsverhältnisse zu nahestehenden ( Bezugs- ) Personen zeigen sich im aktuellen Betreuungskontext .
Es kann durchaus sein , dass ein Betreuer oder Therapeut aus Sicht des Klienten die Vater- oder Mutterrolle einnimmt .
Die Bindungsstörung spiegelt sich auch im Vertrauensverhältnis und der Offenheit des Klienten zum Betreuer wider .
Daher ist die Anamnese der Vorgeschichte und Kindheit des Klienten für den Betreuungskontakt wichtig .
„ Bei den meisten der bisher angeführten Probleme können die Betroffenen in der Regel die Quelle ihres Leidens der eigenen Person zuordnen .
Fehlende Kompetenzen , unangenehme Gefühle , Selbstzweifel und innere Konflikte sind an der eigenen Person problematisch .
Sie führen zu vielgestaltigen Symptomen , die dann als Depressionen , Panikattacken oder Zwangshandlungen diagnostiziert werden können .
Deshalb möchten die Betroffenen genau jene Aspekte verändern beziehungsweise ‚ loswerden ‘ .
Sie definieren ihre eigene Gesundheit über die erhoffte Abwesenheit dieser Probleme , welche als ‚ nicht zu mir gehörig ‘ erlebt werden ( ‚ ich-dyston ‘ ) .
Im Unterschied dazu können Eigenarten einer Person für sie selbst zunächst unproblematisch bleiben , aber dem sozialen Umfeld zu schaffen machen .
Wenn jemand überaus langsam und genau arbeitet , erlebt er sich vielleicht als besonders verantwortungsbewusst [ ... ] ( die Eigenschaften werden als ‚ ich-synton ‘ , d.h. als ganz normal zu einem gehörend eingestuft ) .
[ ... ] [ Diese Person wird dann vermutlich ] als ‚ umständlich , penibel , stur ' bezeichnet und wegen dieser Eigenschaften und den damit einhergehenden Verhaltensweisen abgelehnt .
Die Betroffenen merken folglich nur indirekt durch die negativen Reaktionen der Bezugspersonen , dass irgendetwas problematisch ist - aber was dies nun ist , bleibt oft diffus. “ ( Parfy et al. 2003 , S. 63 f. )
Die Klienten der ADV gGmbH haben u.a. folgende Persönlichkeitsstörungen :
Schizophrenie , Depression , Borderline-Syndrom , Zwangs- und narzisstische Störungen , antisoziale/dissoziale , bipolare und multiple Persönlichkeitsstörungen .
Hinzu kommen bei allen Klienten Suchtproblematiken für stoffgebundene Süchte und Verhaltenssüchte wie z.B. Abhängigkeit von Tabak , Alkohol , Cannabis , Kokain , Heroin und Tabletten sowie Ess-Sucht oder Glücksspielsucht und somatische Folgeerkrankungen der Sucht .
Bei der Aufzählung wurde keine Hierarchie der auftretenden Persönlichkeitsstörungen beachtet .
Schmitz et al. ( 2008 , S. 3 ) zählen zu den störungsübergreifenden Merkmalen für Persönlichkeitsstörungen Störungen des Interaktionsverhaltens ( z.B. bei der dependenten Persönlichkeitsstörung ) , Störungen der Emotionalität und der Impuls- und Selbstkontrolle ( z.B. bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung ) , Störungen der Realitäts- ( z.B. bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung ) und Selbstwahrnehmung ( z.B. bei der selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung ) .
Diese Merkmale müssen in der Therapieplanung jeweils gesondert berücksichtigt werden .
„ Eines dürfen Therapeuten nie vergessen :
Wie in jahrzehntelanger Forschung immer wieder nachgewiesen wurde , korrelieren Beziehungsfaktoren stärker mit Klientenergebnissen als spezielle Behandlungstechniken. “ ( L. Castonguay et al. 1996 , zitiert nach Schwartz et al. 2015 , S. 60 ) Eine stabile Beziehung ist die Grundvoraussetzung für eine gute und gelingende Zusammenarbeit in der Sozialen Arbeit und dient somit als Grundlage für weitere therapeutische Ebenen .
Die Therapeut-Klient-Beziehung begleitet den Klienten im gesamten Therapieverlauf und wird zur Umsetzung von verschiedenen verhaltenstherapeutischen Techniken benötigt .
Es ist selbstverständlich , dass zu Beginn einer Therapie zuerst eine Vertrauensbasis hergestellt werden muss , um Techniken anwenden zu können .
Jedoch ist die therapeutische Beziehung nicht von diesen zu trennen , da Beziehung und therapeutische Verfahren einander bedingen .
Die Qualität einer guten Arbeitsbeziehung zeigt sich erst in der Umsetzung der angewandten Techniken .
Eine Entkopplung der beiden Bestandteile würde bedeuten , dass keiner der Teile seine Funktion ausüben und somit der zielgerichtete therapeutische Fortschritt nicht stattfinden kann ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 133 ff . ) .
Eine gute Beziehung zeichnet sich dadurch aus , dass der Klient sich rasch nach Beginn der Therapie gut aufgehoben und verstanden fühlt .
Der Therapeut muss dem Klienten aktiv zuhören und ihm zu verstehen geben , dass er mit ihm an der Lösung seiner Probleme arbeiten möchte .
Es ist wichtig , dass der Therapeut dem Klienten seine fachliche Kompetenz vermittelt und dieser erfährt , dass es sich lohnt , den therapeutischen Änderungsprozess in Angriff zu nehmen ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 133 ff. ) .
Die Therapeut-Klient-Beziehung wird maßgeblich von den ersten Kontakten zueinander geprägt .
Daher ist es wichtig , dass der Therapeut bzw. Sozialarbeiter empathisch auf die Wünsche und Ängste des Klienten eingeht .
Von der Beziehung zueinander hängt der Therapieerfolg ab .
Hat der Klient den Eindruck , sich nicht auf seinen Therapeuten verlassen bzw. ihm nicht vertrauen zu können , ist die Beziehung nicht konstant genug , um wirkungsvoll miteinander arbeiten zu können .
Die Klienten müssen sich im Rahmen der Betreuung negativen Erfahrungen ihres bisherigen Lebens , ihren Ängsten , problematischem Verhalten und Befürchtungen stellen und sich gegenüber dem Therapeuten öffnen .
Das erfordert viel Mut vom Klienten und umso mehr Zugewandtheit und Empathie vom Sozialarbeiter .
Eigene Erfahrungen von Erlebtem können von Seiten des Therapeuten im Einzelgespräch eingesetzt werden , um dem Klienten zu vermitteln , dass auch der Gegenüber ähnliche Erfahrungen gemacht hat .
Dadurch kann eine gemeinsame Basis geschaffen werden , bestimmte Probleme und Situationen anzugehen und zu verarbeiten .
Beide Personen müssen sich erst langsam aneinander gewöhnen und das Vertrauensverhältnis aufbauen .
Zusätzlich besteht ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis voneinander .
Es zeigt sich durch die Mitarbeit und Übernahme von Eigenverantwortung der Klienten .
Wenn dieser Widerstand zeigt , stockt die Therapie und der Behandler muss die Widerstände bearbeiten , um einen Therapieerfolg zu erreichen .
Zu einer gelingenden Therapeut-Klient-Beziehung gehören die Herstellung einer akzeptierenden Interaktion sowie die Klärung von Rollen .
Aber auch die Anregung des Klienten zur Eigeninitiative bildet einen Grundbaustein für eine gute Arbeitsbeziehung ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 132 ) .
Nach eigenen Erfahrungen sind neben den bereits genannten auch folgende Eigenschaften für eine erfolgreiche Therapeut-Klient-Beziehung wichtig :
Transparenz , Echtheit , Wertschätzung , Kooperation und Zielkonsens .
Zum Aufbau der Beziehung und des Vertrauens bietet sich die Anwendung der Motivierenden Gesprächsführung3 im Betreuungskontext an .
Dadurch kann das Commitment des Klienten für die Verhaltensänderung und damit die Zielerreichung gewonnen werden .
Commitment ist das Einverständnis mit dem Besprochenen und die Zustimmung zur Mitarbeit im Betreuungskontext .
Nach Leukefeld et al. ( 2015 , S. 19 ) muss der Therapeut seine Strategien mehrmals ändern und an den aktuellen Stand anpassen , um das Commitment des Klienten im Betreuungsverlauf zu halten .
Es kommt dabei auf das genaue Timing an , wann der Therapeut seine Strategie wechselt .
Er muss dazu auf die Signale des Klienten achten , z.B. ob dieser aufhört Widerstand zu leisten oder eher nach Lösungen als nach Problemen fragt .
Des Weiteren sind interpersonelle Kompetenzen von großer Bedeutung , beispielsweise eine große Flexibilität des Therapeuten , sich auf jeden Klienten individuell einzustellen , ihm mit viel Warmherzigkeit entgegenzutreten und in seiner Rolle als Unterstützer die Fähigkeit zur Strukturierung zu vermitteln ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 62 ) .
Der Therapeut rechnet der Arbeitsbeziehung einen hohen Stellenwert zu , denn er benötigt ein Gesprächsklima , welches die Therapie fördert sowie eine akzeptierende Grundhaltung gegenüber dem Klienten .
Dazu sind gegenseitiges Vertrauen sowie emotionale Geborgenheit notwendig ( Morschitzky 2007 , S. 50 ) .
Es bedarf außerdem eines hohen Maßes an Offenheit , auch in den Erzählungen eigener Erfahrungen und der systematischen Aufmerksamkeitslenkung ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 62 ) .
Das Gelingen der Therapie liegt dabei nicht im alleinigen Verantwortungsbereich des Therapeuten , sondern erfordert die aktive Mitarbeit des Klienten .
Bei Eintreten einer Krise ist eine erneute Auftragsklärung durch Klient und Therapeut erforderlich .
Der Klient ist der Auftraggeber , auch wenn der Therapeut klare Ziele vor Augen hat .
Wenn diese Ziele nicht den Wünschen des Klienten entsprechen , kann dieser die Therapie beenden .
Der Therapeut hat die Aufgabe , die Ziele des Klienten hinsichtlich seiner Erwartungen und deren Umsetzbarkeit zu prüfen .
Gegebenenfalls kann auch er die Therapie ablehnen .
Transparenz wird hergestellt , indem der Therapeut den Therapieprozess gemeinsam mit dem Klienten wiederholt reflektiert , um Fortschritte und ggf. Stagnation gemeinsam zu erkennen und weitere Schritte der Therapie einleiten zu können ( Rössler 2005 , S. 72 f. ) .
Schwartz et al. ( 2015 , S. 60 ff . )
stellen mehrere Fehler der Therapeuten vor , welche den Beziehungsaufbau schädigen und ggf. zum Verlust des Klienten führen können :
Bei der therapeutischen Beziehung ist darauf zu achten , dass es sich um eine professionelle Arbeitsbeziehung handelt .
Die Verantwortung , auf das Einhalten der Rollen zu achten , obliegt dem Therapeuten .
Klienten versuchen durch sogenannte Beziehungstests die Standfestigkeit des Therapeuten zu prüfen .
Hierbei ist es unerlässlich , dass der Therapeut diesen Test erkennt und Aufweichtendenzen hinsichtlich der Rollenverteilung entgegenwirkt ( Rössler 2005 , S. 72 f. ) .
Seit 1970 wird im Rahmen der Evaluationsphase die Wirksamkeit von Psychotherapie untersucht .
Dabei wird erforscht , welche Psychotherapiemethode bei welcher psychischen Störung wirkt und die besten Behandlungsergebnisse erzielt .
Die Wirkung von Psychotherapie ist bereits anhand von mehr als 500 Metaanalysen erwiesen ( Batra und Angenendt 2013 , S. 22 ) .
„ Im Gegensatz zu älteren Therapievergleichsstudien wurden in der neueren Psychotherapieforschung wesentlich bessere Effekte bestimmter Verfahren , vor allem der Verhaltenstherapie , gegenüber anderen Methoden nachgewiesen .
Der verstorbene Psychotherapieforscher Klaus Grawe stellte nach der Auswertung vieler Studien die Behauptung auf , dass bestimmte Psychotherapiemethoden weitaus wirksamer seien als andere [ ... ] und bestätigte der Verhaltenstherapie die beste Wirksamkeit . ''
( Morschitzky 2007 , S. 62 ) Wirksamkeit bedeutet in diesem Kontext , dass Verhaltenstherapie nicht als Ansatz zur einmaligen Bewältigung von Problemen zu sehen ist , sondern als Methode der Hilfe zur Selbsthilfe .
Es wird darauf hingewiesen , dass Probleme nach erfolgreicher Behandlung erneut auftreten können und dass dem Klienten verhaltenstherapeutische Methoden vermittelt werden , um wieder auftretende oder ähnliche Probleme mit seinem „ eigenen Werkzeug “ selbst zu behandeln ( Senf et al. 2000 , S. 225 ) .
Neben dem , was eine Therapie „ nach außen hin “ bewirkt , ist es wichtig , auf Aspekte und Veränderungen zu achten , die „ nach innen “ zum Erfolg verhelfen .
Klaus Grawe hat in umfangreichen Studien nach Wirkfaktoren einer Therapie geforscht .
Er hat fünf Einflussgrößen , die zum Gelingen einer Therapie beitragen , erfasst :
die therapeutische Beziehung , das Erkennen des Problems als Vorbereitung auf die Verarbeitung , die aktive Problembewältigung , die Förderung von Selbsterkenntnis und Einsicht und die Aktivierung von Stärken und Ressourcen einer Person ( Kanfer und Schmelzer 2001 , S. 39 ) .
„ Der Therapieerfolg hängt nicht nur von der Wahl der Therapiemethode ab .
Vielmehr spielen auch methodenunabhängige Faktoren eine wichtige Rolle ( Haltung der Therapeut/innen , Haltung der Patient/innen , Dauer der Therapie etc. ) .
Je spezifischer allerdings die untersuchte Störung und je spezifischer die angewandte Therapie ist , desto weniger bedeutsam sind methodenunabhängige Faktoren .
Fazit :
[ ... ] Nicht alle praktizierten Formen von Psychotherapie sind gleich gut untersucht bzw. in ihrer Wirksamkeit belegt .
Gute Belege liegen für verhaltenstherapeutische Verfahren bei allen relevanten Indikationen vor. “ ( Margraf 2009 , S. 57 f. )
Grawe sieht die Wachstumsbereiche der Verhaltenstherapie vor allem bei den nicht rein problemspezifischen Interventionen und in der Beziehungsgestaltung .
Quantitative Wirkungsunterschiede belegen die höhere Wirksamkeit der Verhaltenstherapie gegenüber der Psychoanalyse und Gesprächstherapie .
Jedoch wird darauf verwiesen , dass für den Therapieerfolg die Mitarbeit des Klienten und die Therapeut-Klient-Beziehung entscheidend sind .
Qualitative Wirkungsunterschiede zeigen sich im Vergleich von Einzel- und Gruppensettings .
Gruppentherapien sind effektiver als Einzelsitzungen , da sie vermehrt zu Veränderungen im zwischenmenschlichen Bereich führen können .
Die Anwendung von Problemlösetherapie , kognitiven Bewältigungsstrategien und sozialem Kompetenztraining bietet ein breites Wirkungsspektrum in der Verhaltenstherapie .
Aus zahlreichen Untersuchungen leiten Grawe et al. ab , dass die Anwendung nur einer Therapierichtung nicht immer zielführend ist .
Vielmehr sollte das Wissen anderer Therapierichtungen miteinbezogen werden , um flexibler und effektiver auf die Problematik des Klienten eingehen zu können .
Grawe rät , das ganze therapeutische Angebot zu nutzen , um ein möglichst optimales therapeutisches Ergebnis für den Klienten erreichen zu können ( Dieterich 2011 , S. 103 ff . ) .
`` Konkret bedeutet dies u. a. :
Auch nach vielen Jahren Suchtforschung bestehen bei einigen Therapeuten noch Wissenslücken in der erfolgreichen Behandlung von Suchtkranken .
Die Angebote zur Behandlung alkoholkranker Menschen sind breit gefächert , jedoch mangelt es z.B. an der Abstimmung zwischen Akutbehandlungen und Rehabilitation .
Dazu kommt große Unsicherheit seitens der Behandler im Umgang mit Suchtpatienten .
Auch heute noch wird die Sucht als Erkrankung oft angezweifelt .
Jedoch wurden durch Untersuchungen der Public Health-Forschung die Konsequenzen des Alkoholismus sowie der Gesundheitsrisiken in der Bevölkerung relativ genau bestimmt .
Deutschland liegt bei der Zahl der Alkohol- und Tabakabhängigen weltweit auf Platz 5 .
Es wird vermutet , dass diese Zahlen weiter steigen werden ( Hoch 2016 , S. 1 ) .
Um dies zu verhindern , ist es wichtig , mehr Aufklärung über Alkoholabhängigkeit und deren Folgen zu betreiben und Präventions- sowie Akut- und Nachbehandlungsprogramme fortlaufend zu erforschen und weiterzuentwickeln .
Zum aktuellen Stand der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen gibt die neue S3 Leitlinie „ Screening , Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen '' Auskunft .
Diese ist im Februar 2015 nach jahrelanger Forschungsarbeit in Berlin vorgestellt und veröffentlicht worden ( Deutsches Ärzteblatt 2015 ) .
Viele Klienten der ADV gGmbH führen schädlichen Alkoholkonsum durch .
Einige somatische Erkrankungen und auch psychische Beeinträchtigungen , die in der S3-Leitlinie ( S3-LL ) beschrieben werden , sind auf den illegalen Substanzkonsum der Klienten übertragbar .
In der im Weiteren beschriebenen S3-LL geht es um Alkoholkranke .
Dennoch existieren große Parallelen zu Konsumenten illegaler Drogen , sodass in dieser Arbeit die S3-LL als Grundlage für die Bewertung der Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer Maßnahmen dienen soll .
Das „ S “ steht dabei für die Stufenklassifikation .
Die Klassifikationen sind Abbildung 1 zu entnehmen ( AWMF online 2017 ) .
Den Auftrag zur Entwicklung der S3-LL gaben die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung ( DG-Sucht ) und die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie , Psychosomatik und Nervenheilkunde ( DGPPN ) .
Neben der bereits erwähnten Leitlinie „ Screening , Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen '' wurde auch die S3-LL für schädlichen und abhängigen Tabakkonsum entwickelt .
Beide Projekte wurden von 15 wissenschaftlichen Fachgesellschaften , Berufsverbänden und Organisationen finanziert ( Heimann 2016 , S. 9 ) .
Die Forscher der S3-LL nahmen eine „ umfassende Prüfung der vorhandenen Evidenzen der englisch- und deutschsprachigen Literatur mit einer im Konsens aller beteiligten Personen ( inklusive der Betroffenen und ihren Angehörigen ) und Organisationen formulierten Empfehlung '' ( Hoch 2016 , S. 3 ) vor .
„ Die vorliegende Behandlungsleitlinie gibt Empfehlungen zu Screening , Diagnose und Behandlung von Menschen mit riskantem , schädlichem und abhängigem Alkoholgebrauch [ … ] .
In den Kapiteln adressiert sie die Themen ‚ Screening und Diagnose ‘ , ‚ Kurzintervention ‘ , ‚ körperliche Entgiftung ‘ , ‚ qualifizierte Entzugsbehandlung ‘ , ‚ Pharmakotherapie ‘ , ‚ Entwöhnung und andere Formen der Postakutbehandlung ‘ sowie die ‚ Versorgungsorganisation ‘ von betroffenen Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren .
Darüber hinaus werden Behandlungsempfehlungen für Kinder und Jugendliche , Menschen höheren Alters , Frauen und Schwangere sowie Menschen mit komorbiden körperlichen und psychischen Erkrankungen formuliert. “ ( Hoch 2016 , S. 3 ) Die im vorherigen Kapitel genannten Defizite in den bisherigen Therapien stellen wichtige Gründe für eine systematische Verbesserung und Vereinheitlichung der Behandlungs- und Beratungsstrukturen und -angebote für die Patienten dar ( Beutler 2015 , S. 1 f. ) .
In der S3-LL werden aktuelle Erkenntnisse über die Wirksamkeit oder Nicht-Wirksamkeit sowie Risiken und Nebenwirkungen von ausgewählten Interventionen erläutert .
In die Untersuchung einbezogen wurden Behandlungskomponenten , -ort , -dauer und Risiken bei Nichtbehandlung .
Der Wissenstand wächst sehr schnell .
Deshalb wurden bei der Erstellung auch Defizite in der aktuellen Literatur ersichtlich .
An dieser Stelle greift die S3-LL auf das Expertenwissen der Teilnehmer zurück , im Folgenden durch Klinische Konsenspunkte ( KKP ) gekennzeichnet .
Abschließend werden Forschungsfragen für weiterführende Untersuchungen benannt ( Hoch 2016 , S. 4 ) .
Um nachfolgend die Ergebnisse der S3-LL bezüglich der Wirksamkeit verschiedener Interventionen aufzeigen zu können , erfolgt vorher eine Definition der einzelnen Empfehlungsgrade nach Heimann ( 2016 , S. 6f. ) :
„ Die Vergabe der Empfehlungsgrade unter Berücksichtigung der Evidenzgrade erfolgte nach den Nationalen Versorgungsleitlinien .
Für jede einzelne Empfehlung konnte zwischen drei Empfehlungsgraden unterschieden werden , deren unterschiedliche Qualität bzw. Härte durch die Formulierung ‚ soll ‘ , ‚ sollte ‘ und ‚ kann ‘ bzw. die Symbole ‚ A ‘ , ‚ B ‘ und ‚ O ‘ ausgedrückt wird .
Zusätzlich wurden Behandlungsempfehlungen ausgesprochen , die der guten klinischen Praxis entsprechen und Expertenkonsens widerspiegeln ( so genannter Klinischer Konsenspunkt KKP ) .
Diesen klinischen Empfehlungen liegt keine systematische Literaturrecherche zugrunde .
Die Graduierung der Empfehlungen basierte auf der identifizierten Evidenz , der klinischen Expertise und den Patientenpräferenzen .
Sie schloss damit auch explizit subjektiv wertende Elemente ein .
Ziel von Behandlungsleitlinien ist es , eine strukturierte Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen .
Im Unterschied zu verbindlichen Richtlinien geben die S3-Leitlinien Handlungsempfehlungen zur individuellen Behandlung von Patienten ( Hoch et al. 2016 , S. 6 ) .
S3-Leitlinien liefern adäquate und aktuelle Informationen für Behandler , Betroffene und Organe des Gesundheitssystems .
Die evidenzbasierten Handlungsempfehlungen können dabei helfen , die Qualität der Behandlung und Betreuung von Erkrankten zu verbessern .
In Anbetracht der enormen Verbreitung , gesundheitlicher Risiken und Folgekosten alkohol- und tabakbezogener Störungen [ ... ] kommt den beiden S3-Leitlinien auch eine gesellschaftliche Bedeutung zu .
Sie bilden eine Grundlage für gezielte Fort- und Weiterbildung , strukturelle Verbesserungen , optimierte Versorgungsabläufe ( z.B. Disease-Managemet-Programme ) und dadurch eine sinnvolle Allokation von personellen und monetären Ressourcen im Gesundheitssystem . ( ebd. , S. 11 )
Die Ergebnisse der S3-Leitlinie zur Behandlung von alters- und geschlechtsspezifischen Personen ( Kinder und Jugendliche sowie schwangere Frauen und ältere Menschen ) sind bei der Klientel der ADV gGmbH selten bis gar nicht relevant .
Die meisten Klienten der ADV gGmbH und somit auch die Probanden der folgenden Erhebung sind Frauen und Männer zwischen 25 und 50 Jahren .
Daher wird hier nicht näher auf die Ergebnisse der S3-Leitlinie im Hinblick auf spezielle Altersgruppen oder das weibliche Geschlecht eingegangen .
Im Rahmen der Kurzintervention werden Menschen mit problematischem Trinkverhalten in spezielle Settings zur Reduktion ihrer Trinkmenge oder ggf. zum Abstinenzaufbau vermittelt .
Eine Kurzintervention dauert bis zu 60 Minuten und maximal fünf Sitzungen .
Personalisiertes Feedback , individuelle Zielfindung und konkrete Ratschläge sind dabei die Inhalte , die durch schriftliches Infomaterial im Rahmen der Psychoedukation erweitert werden können .
Die Kurzintervention ist wie folgt bewertet worden :
In der Allgemeinen Wirksamkeit sowie bei der Anwendung bei riskantem Konsum erhält sie den Empfehlungsgrad ( EG ) A .
Bei Rauschtrinken sollte die Kurzintervention angewandt werden ( EG B ) und bei einer vorliegenden Abhängigkeit kann sie Betroffenen angeboten werden ( EG O ) .
In der Primärmedizinischen Versorgung sollen Kurzinterventionen angeboten werden ( EG A ) .
Bei der Behandlung von Komorbiditäten liegen bisher wenige Studien vor , in denen die Wirksamkeit nachgewiesen wurde .
Insgesamt wird jedoch eher von Wirksamkeit ausgegangen ( EG KKP ) .
Die Anwendung von Kurzinterventionen bei Komorbidität wurde wie folgt zusammengefasst :
„ Das Nutzen-Risikoverhältnis kann als positiv vermutet werden und die Umsetzbarkeit in der Versorgung ist möglich .
Ein Ausschluss komorbider Personen von Kurzinterventionen scheint nicht sinnvoll und wird durch die vorhandenen Daten auch nicht gerechtfertigt .
Aus diesen Gründen würde eine Sollte-Empfehlung ( B ) ausgesprochen werden .
Da keine systematische Recherche durchgeführt wurde , wird ein Klinischer Konsenspunkt bestimmt. “ ( Hoch 2016 , S. 54 ) Es sind keine unerwünschten Wirkungen bekannt ( EG KKP ) .
Somit wird die Kurzintervention als wirksam zur Behandlung von Alkoholabhängigen eingestuft ( ebd. , S. 43 ff. ) .
Die Wirksamkeit von Interventionen in Form von körperlichen Entzügen , qualifizierten Entzugsbehandlungen und unterstützt durch Medikamentenvergabe wird in der S3-LL bestätigt .
Die Bewertung der genannten Interventionen lautet überwiegend EG A oder EG KKP .
Eine ambulante Entgiftung schnitt mit EG B ab , sie ist daher nur bei ausreichenden Kenntnissen des behandelnden Arztes und engen klinischen Kontrolluntersuchungen zu empfehlen sowie der Sicherstellung eines 24-Stunden-Notdienstes .
Es wird darauf aufmerksam gemacht , dass ein körperlicher Entzug allein nicht ausreicht , um langjährige Abstinenz herzustellen .
Es bedarf nach Abschluss des Entzuges weiterer suchtmedizinischer Hilfen und auch Vermittlung zu diesen .
Die Unterstützung einer Entzugsbehandlung durch die Vergabe von Medikamenten ist hilfreich , um Entzugssymptome zu lindern und Komplikationen wie Krampfanfällen oder einem Delir entgegenwirken zu können .
Jedoch ist die Wirksamkeit abhängig von der Art der Alkoholabhängigkeit :
Risiken bestehen bei einem nicht überwachten Trinkstopp .
Daher ist Psychoedukation zur Aufklärung über die Gefährdung der eigenen Person durch einen abrupten Trinkstopp sowie Informationen über Möglichkeiten der Alkoholbehandlung notwendig .
Darüber hinaus weisen Suchtkranke meist noch zusätzliche psychische und physische Erkrankungen und Komorbiditäten auf , die behandelt werden sollten .
Aufgrund dessen hat sich in Deutschland ein differenziertes Suchthilfesystem entwickelt .
Das Konzept der qualifizierten Entzugsbehandlung ist entstanden , welche neben dem körperlichen Entzug auch andere Therapieansätze beinhaltet , um mehr Therapiemotivation beim Betroffenen entwickeln zu können .
Die Pharmakotherapie wird bis auf wenige Ausnahmen mit EG A+B sowie EG KKP bewertet .
Das bedeutet , dass der Medikamentenvergabe eine wichtige und unterstützende Rolle im Entzug zukommt ( Hoch 2016 , S. 63 ff. ) .
Eine Alkoholabhängigkeit kann psychische Beeinträchtigungen und Folgeerkrankungen verursachen .
Daher ist es wichtig , auch die komorbiden Störungen zu behandeln .
Zur Diagnostik psychischer Störungen bietet sich der AUDIT-Fragebogen ( Alcohol Use Disorder Identification Test4 ) an , der mit EG A bewertet wird .
Stationäre Behandlungen werden mit EG KKP bewertet .
Die Betroffenen sind meist in ihrer Abhängigkeit chronifiziert und leiden dazu unter neuropsychologischen Leistungseinschränkungen , die , wenn sie nicht wahrgenommen werden , das Behandlungsergebnis negativ beeinflussen .
Im internationalen Vergleich empfehlen die britischen Quellleitlinien für Betroffene mit komorbider Störung eine stationäre Behandlung .
Die Australischen Leitlinien dagegen befürworten eine integrierte psychosoziale Behandlung der Komorbiditäten aufgrund der ungünstigeren Prognose durch die Mehrfachdiagnosen .
„ Psychotherapeutische Ansätze , die generell für Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen etabliert sind , kommen auch bei Patienten mit komorbiden psychischen Störungen in Frage. “ ( Hoch 2016 , S. 130 ff. )
Zur Erstellung der Leitlinie des National Institute for Health and Clinical Excellence ( NICE ) wurden folgende Psychotherapieansätze bewertet , die zuvor in wissenschaftlichen Studien untersucht wurden :
Motivationale Gesprächsführung ( Motivational Interviewing , MI ) , kognitive Verhaltenstherapie ( KVT ) , beide in Kombination , Kontingenzmanagement und gruppentherapeutisches Verfahren .
Vorteile zeigten sich bei MI und Kontingenzmanagement im Vergleich zur Standardbehandlung .
Die NICE-LL empfiehlt die kombinierte Behandlung von Alkoholabhängigkeit und Psychose und stellt fest , dass Betroffene aufgrund ihrer Psychose nicht von der Psychotherapie ausgeschlossen werden sollten .
Bei Anwendung einer Psychotherapie sollten die kognitiven Einschränkungen , sozialen Gegebenheiten und geringe Veränderungsmotivation der Betroffenen berücksichtigt werden .
In einer Studie des Cochrane-Netzwerks aus dem Jahr 2008 wurde bei Betroffenen mit Schizophrenie , bipolarer oder schwerer depressiver Störung in Kombination mit Substanzabhängigkeiten keine eindeutige Wirksamkeit einer bestimmten Therapieform erkannt .
Allerdings wurde von einer Effektivität von MI und der Kombination MI/KVT berichtet .
Eine weitere qualitative Metaanalyse aus dem Jahr 2008 zeigt , dass Psychoedukation und MI sowie die Kombination mit KVT vielversprechende Ergebnisse in der Behandlung von Komorbiditäten aufweisen ( Hoch 2016 , S. 138 f. ) .
Einige Klienten der ADV gGmbH haben eine diagnostizierte , medikamentös behandelte Schizophrenie .
Daher wird im Folgenden die Bewertung der Behandlung von Schizophrenen anhand der S3-LL dargestellt .
Hoch ( 2016 , S. 133 ff. ) betont , dass die Komorbidität von Alkoholabhängigkeit und Psychosen auffällig hoch ist .
Sie müssen bei der Behandlung beachtet werden , da sie negative Wechselwirkungen mit der Alkoholabhängigkeit zeigen .
Die S3-LL empfiehlt eine psychotherapeutische bzw. psychosoziale Behandlung für beide Störungen und bewertet diese mit EG A .
Bei der Behandlung von Psychosen regt die S3-LL an , mit motivationaler Intervention bzw. in Kombination mit KVT zu arbeiten ( EG A ) .
Die Behandlung kann mit der Pharmakotherapie kombiniert werden ( EG KKP ) .
Dazu wird im Besonderen auf die Verwendung von Antipsychotika mit der Bewertung EG A verwiesen .
Alkoholabhängigkeit und Depression treten sehr häufig zusammen auf .
Auch diese beiden Störungen beeinflussen sich gegenseitig negativ und sind dabei im Behandlungsplan gleichwertig zu betrachten .
Aufgrund unzureichender Daten kann in der S3-Leitline keine genaue Empfehlung zur Behandlung ausgesprochen werden .
Die Anwendung von KVT verbessert das Trinkverhalten und wird daher mit EG B bewertet .
Die Behandlung mit Antidepressiva wird dagegen mit EG A beurteilt .
Die Quellleitlinien aus dem Jahr 2009 verweisen auf die Wirksamkeit von KTV , Interpersoneller Therapie ( IPT ) und supportiver Therapie ( ST ) zur Behandlung von affektiven Störungen , Angsterkrankungen und Abhängigkeit .
Zusammenfassend ist zu erwähnen , dass der Kombination KVT und Medikation eine gute Wirkung bei der Behandlung von Alkoholabhängigkeit und Depression bescheinigt werden konnte .
Komorbide psychische Erkrankungen und Alkoholabhängigkeit sollten möglichst parallel mit spezifischen Behandlungsansätzen angegangen werden .
Die Behandlung von Depressionen zeigt in der Anwendung von interpersoneller Psychotherapie und auch supportiver Psychotherapie im Gegensatz zu TAU ( treatment as usual ) Effizienz .
Aufgrund eingeschränkter Datenlage können aber keine weiteren Behandlungsempfehlungen für andere Psychotherapieverfahren abgeleitet werden ( Hoch 2016 , S. 154 ff. ) .
Bei der Behandlung von bipolaren Störungen und alkoholbezogener Störung kann KVT zusätzlich zur phasenprophylaktischen Medikation angeboten werden .
Der EG liegt jedoch nur bei B. Generell liegen zu diesem Thema zu wenige verwertbare Studien vor .
Es finden sich weder in den Quellleitlinien noch in anderen Meta-Analysen systematische Reviews .
Im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie zum Thema Wirkung in der Psychotherapie wurde eine Integrierte Gruppentherapie ( IGT ) mit einer Gruppendrogenberatung verglichen .
Zusammenfassend ist zu sagen , dass eine Kombination von Phasenprophylaktika und KVT zur Besserung der affektiven Symptome und auch zur Compliance der Betroffenen führen kann .
Spezifischere Wirkungen für Alkoholabhängigkeitserkrankte mit einer bipolaren Störung sind noch nicht ausreichend untersucht .
Die Unterstützung bzw. Wirksamkeit von Pharmazeutika konnte für die gleichzeitige Behandlung beider Störungen bisher in keiner Studie wissenschaftlich belegt werden .
Es gibt Nachweise über die Wirkung auf die Trinkmenge und auch bei affektiven Symptomen , aber nicht in Kombination .
Es liegt bisher nur eine Kohortenstudie vor , welche die Wirksamkeit von KVT bei der Behandlung von bipolarer Störung und Alkoholkonsumstörung belegt ( Hoch 2016 , S. 172 ff. ) .
Auf die Ergebnisse der S3-LL zu Angststörungen , PTBS und ADHS wird nicht weiter eingegangen , da diese bei der Klientel der ADV gGmbH nur vereinzelt vorkommen .
Laut der aktuellen S3-LL liegt das gleichzeitige Auftreten einer Tabak- und Alkoholabhängigkeit bei ca. 80 % .
Für die Entwöhnung von Tabak und Alkohol bieten sich Therapien im ambulanten , teil- und stationären Bereich an .
Betroffenen soll eine Beratung zum Rauchstopp angeboten werden .
Dies wird mit EG KKP bewertet .
Es sollen die gleichen therapeutischen Interventionen angeboten werden wie ausschließlich Tabakabhängigen ( EG A , Hoch 2016 , S. 208 ff. ) .
Zu den Postakutbehandlungen nach einer Entgiftung oder einem qualifiziertem Entzug zählen ambulante oder ( teil- ) stationäre Entwöhnungs- und Adaptionsbehandlungen .
Andere Formen sind u. a. vertragsärztliche Versorgung bzw. Psychotherapie oder auch CMA5 Einrichtungen , soziotherapeutische Einrichtungen , Angebote der Eingliederungshilfe , niedrigschwellige Hilfs- und Beratungsangebote sowie Vermittlung in Arbeit und berufliche Rehabilitation .
Ziele der genannten Postakutbehandlungsformen sind Erhalt , Verbesserung und Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit sowie Förderung der Teilhabe an der Gesellschaft und dem Arbeitsleben .
Die generelle Wirksamkeit der aufgezählten Behandlungsformen wird mit EG KKP gekennzeichnet .
Die Abstinenz stellt dabei das übergeordnete Behandlungsziel dar ( EG A ) .
Reduktion des Konsums ist erstrebenswert , wenn die Abstinenz derzeit nicht erreicht werden kann .
Wie bereits weiter oben erwähnt , soll dies in der Postakutbehandlung berücksichtigt werden ( EG KKP ) .
Der sozioökonomische Status ist zu beachten , da eine Reintegration ins Arbeitsleben Ziel der Behandlung sein kann ( EG KKP ) .
Bei der Postakutbehandlung spielt die Vernetzung der Angebote sowie ein nahtloser Übergang von einem Angebot zum nächsten eine entscheidende Rolle für den Therapieverlauf und das Erreichen der Ziele ( EG KKP ) .
Als Behandlungsansätze werden wiederholt KVT und MI sowie im Allgemeinen Verhaltenstherapie empfohlen ( EG A ) .
Kontingenzmanagement wird hingegen in der S3-LL mit EG B bewertet .
Angehörigenarbeit ist wiederum sehr zielunterstützend und wurde mit EG A bewertet .
Bei der Behandlung von Alkoholabhängigkeit soll auf die Kombination verschiedener Interventionen gesetzt werden , die durch multiprofessionelle Teams durchgeführt werden sollen ( EG KKP ) .
Eine pharmakotherapeutische Behandlung kann im Zusammenhang mit Psychoedukation über mögliche Risiken der Alkoholabhängigkeit , sofortiger Trinkstopps etc. außerhalb einer stationären Einrichtung erfolgen ( EG KKP , Hoch 2016 , S. 288 f. ) .
In einer Meta-Analyse für Abstinenz- und Besserungsraten werden „ verschiedener Therapiemethoden die Überlegenheit von verhaltenstherapeutischer Breitbandtherapie versus Minimaltherapie und Eklektischer6 Therapie im Vergleich deutscher und internationaler Studien mit folgendem Ergebnis [ gezeigt ] :
60,4 % Besserung für VT Breitbandtherapie in Deutschland ( international 51,5 % ) versus 47,8 % für Eklektische Therapie in Deutschland ( international 43,3 % ) versus 28,6 % für Disulfiram7 und 25,1 % für Minimaltherapie ( jeweils DGSS 4 ) . “ ( Hoch 2016 , S. 311 ) In der Leitlinie NICE zeigt das Kontingenzmanagement Wirkung mit signifikanten Ergebnissen und mittleren Effektstärken .
In Bezug auf die Abstinenzaufrechterhaltung während und nach der Behandlung ist Kontingenzmanagement sinnvoll .
Jedoch berichten Ledgerwood & Petry ( 2006 ) von unklaren Ergebnissen zum Einfluss von Kontingenzmanagement auf die Veränderungsmotivation bei Substanzmissbrauch ( Hoch 2016 , S. 311 ) .
Kognitive Verhaltenstherapie :
Die Studienergebnisse sind auf der Ebene der systematischen Reviews , Metaanalysen und RCT-Studien8 eindeutig und die methodische Qualität der Arbeiten ist gut bis sehr gut .
Aufgrund der starken Evidenz in mehreren hochwertigen Studien ( Ia , Ib ) , erfolgt eine Aufwertung und es wird eine starke ( ‚ Soll ‘ - ) Empfehlung ( A ) abgeleitet. “ ( Hoch 2016 , S. 243 ) Zur Diagnose , Schweregradeinschätzung oder zur Verlaufs- und Prognosebeurteilung wurde im Rahmen der Erstellung der S3-LL der Fragebogen AUDIT als sehr hilfreich bewertet und zu dessen Anwendung geraten .
Zudem werden Zustands- und Verlaufsmarker zur Einschätzung von akutem und chronischem Alkoholkonsum verwendet .
Die Kurzintervention wird im Rahmen von ambulanten Settings durchgeführt , zeigt jedoch bei Patienten mit Rauschtrinken und einer Alkoholabhängigkeit nur wenig Wirkung .
Zur Anwendung bei Komorbiditäten liegen kaum Studien vor , sodass eine wissenschaftliche Aussage über die Wirksamkeit nicht getroffen werden kann .
Im Allgemeinen können Kurzinterventionen auch am Arbeitsplatz eingesetzt werden , da dort die Alkoholabhängigkeit meist zuerst auffällt .
Sie sollen stationär stattfinden , um Komplikationen und Folgeerscheinungen wie einem Delirium oder Krampfanfällen vorbeugen zu können .
Psychoedukation ist im Rahmen der Aufklärung über die Folgen eines abrupten Trinkstopps und anderer möglicher Komplikationen unumgänglich , aber auch über Behandlungsmöglichkeiten und alternative Hilfsangebote soll Aufklärung stattfinden .
Medikamente sollten im stationären Bereich verwendet werden , um körperlichen Entzugssymptomen und anderen Folgeerkrankungen entgegenwirken zu können .
Dabei soll jedoch auch die abhängig machende Wirkung der verwendeten Medikamente wie z.B. Benzodiazepine beachtet werden und die Tablettengabe daher eine Dauer von vier Wochen nicht überschreiten .
Medikamente können und sollten vor allem mit anderen Therapieverfahren kombiniert werden .
Hierbei kommt es vor allem auf die diagnostische Abklärung an , z.B. durch Zuhilfenahme des bereits angesprochenen AUDIT-Fragebogens , wodurch zahlreiche psychische Folgeerkrankungen erfasst werden können .
Bei Komorbiditäten ist die parallele Behandlung beider Erkrankungen am wirkungsvollsten .
Hierbei kann auch der Einsatz einer medikamentösen Behandlung eine entscheidende Rolle spielen .
Bei Patienten mit Depression wird die Behandlung mit der KVT als am wirksamsten beschrieben , zudem die zusätzliche Gabe von Antidepressiva .
Auch bei bipolarer Störung ist eine Kombination aus KVT und Medikation indiziert .
Bei der Behandlung von Nikotinabhängigkeit ist Psychoedukation in Form von Beratung und Unterstützung zum Rauchstopp entscheidend .
Allgemein kann man festhalten , dass KVT , Pharmakotherapie und Psychoedukation eine hohe Wirksamkeit bei allen komorbiden Störungen wie z.B. Depression oder Schizophrenie zeigen .
Die Postakutbehandlung ist wichtig , um die erreichte Abstinenz aufrechterhalten zu können , beispielsweise im Rahmen der Eingliederungshilfe im Betreuten Wohnen nach einer qualifizierten Entzugsbehandlung .
Laut Kanfer und Schmelzer ( 2006 , S. 24 f. )
geht es bei der Verhaltenstherapie „ um beobachtbares Verhalten , klar formulierte , von anderen nachprüfbare Theorien , Maßnahmen mit nachgewiesener Wirkung und ein wirtschaftliches Vorgehen ( ‚ mit möglichst geringen Mitteln möglichst große Effekte erzielen ‘ ) . “ In der Verhaltenstherapie gibt es ein breites Feld an verhaltenstherapeutischen Standardmethoden wie z.B. operante Verfahren , Modelllernen , Rollenspiele , Selbststeuerung , Training sozialer Kompetenz , Reizkonfrontation und Problemlösungstraining .
Große Bedeutung wird operanten Verfahren9 beigemessen .
Aufgrund kognitiver Konzepte und Therapieverfahren , wie beispielsweise die Arbeit mit positiven und negativen Verstärkern zur Veränderung von Verhaltensweisen , sind operante Methoden vielseitig einsetzbar .
Neben dem klinischen und beratertätigen Bereich im ambulanten Rahmen können die Konzepte dieser Therapieform auch im Alltag , bei der Kindererziehung und bei der Selbstregulation eingesetzt werden ( Margraf und Schneider 2009a , S. 102 ff. ) .
„ Gute Voraussetzungen für Kontingenzverträge sind dann gegeben , wenn die Verstärker für ein bestimmtes angezieltes Verhalten nicht als moralische Verpflichtungen ( z.B. Gehorsam ) , sondern durch Leistungen definiert sind. “ ( Margraf und Schneider 2009a , S. 672 ) „ Für das Erreichen des definierten Zieles , aber auch für die Erfüllung von Teilzielen werden positive Verstärker/Belohnungen [ ... ] eingesetzt .
Die Vereinbarung von aversiv erlebten Konsequenzen ( wie z.B. Geldspende an eine Organisation , mit deren Zielen man sich nicht identifizieren kann ) für das Nichterreichen des angestrebten Zielverhaltens können die Wahrscheinlichkeit des Auftretens erhöhen .
Durch Sondervereinbarungen für ein deutliches Übertreffen des Ziels wird die Motivation zusätzlich verstärkt . ''
( Batra und Angenendt 2006 , S. 93 ) In dieser Arbeit wird die Wirksamkeit der folgenden Standardmethoden untersucht :
Zum einen Psychoedukation in Bezug auf Selbstbeobachtung durch die Führung von Konsumtagebüchern als eigenständige Technik .
Zum anderen Kontingenzverträge , welche in Kapitel 4.2 näher vorgestellt werden .
Therapeutische Kontingenzverträge finden im Betreuungskontext der ADV gGmbH u.a. in Form von Non-Suizid-Verträgen ( s. Anhang S. 96 ) sowie Skillsgruppen- und Behandlungsverträgen Anwendung .
Psychoedukation und Kontingenzverträge bieten aufgrund ihrer Gegensätzlichkeit einen guten Kontrast und somit gute Vergleichsmöglichkeiten .
Die Psychoedukation verlangt vom Klienten viel Selbstverantwortung , da dieser selbst entscheidet , welche Aspekte er für sich nutzen wird .
Der Kontingenzvertrag basiert dagegen eher auf einer verbindlichen Basis und erfordert somit vom Klienten mehr Anpassung und die Verpflichtung , sich an die im Vertrag genannten Bedingungen zu halten .
In der Regel ist die Arbeit mit Angehörigen der Klienten der ADV gGmbH kaum möglich , da entweder die Familienverhältnisse zerrüttet sind und kein Kontakt besteht oder die Angehörigen selbst psychische oder physische Leiden haben und somit keine Unterstützung für den Klienten darstellen .
In Ausnahmefällen kommt es vor , dass Angehörige als Ressourcen in der Arbeit mit den Klienten genutzt werden können .
„ Nur ein gut informierter Patient ist in der Lage , an Entscheidungen über die Behandlung zu partizipieren und Eigenverantwortung für den Veränderungsprozess zu übernehmen. “ ( Margraf und Schneider 2009a , S. 756 ) Die Erweiterung von gesundheits- und krankheitsbezogenem Wissen ist Inhalt und Definition zugleich .
Wesentliche Informationen über die vorliegende Symptomatik und Erkrankung werden gemeinsam erarbeitet und Fachbegriffe anhand biopsychosozialer Erklärungsmodelle erläutert sowie an das Sprach- und Verständnisniveau des Klienten angepasst .
Der Klient hat die Möglichkeit , Verständnisfragen zu Erkrankung , Auswirkungen und Folgen sowie auch möglichen Ursachen zu stellen und gemeinsam mit dem Therapeuten zu explorieren .
Zudem werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und psychosoziale Unterstützungsressourcen im Umgang mit der Erkrankung besprochen ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 38 ) .
Des Weiteren gehören dazu Schadensminimierung , Entwicklung eines Bewusstseins für dysfunktionale Verhaltensweisen , Alternativen zum Konsum , Anbindung des Klienten ans Hilfesystem und Miteinbeziehung nahestehender Personen sowie der Aufbau von Motivation zur Veränderung nach der Krankheitseinsicht ( Batra und Bilke-Hentsch 2012 , S. 36 ) .
Somit ist Psychoedukation die Aufklärung des Klienten hinsichtlich der Entwicklung eines optimierten Umgangs mit seiner Erkrankung anhand seiner individuellen Biografie .
„ Teilweise beinhaltet sie auch das Training von speziellen Fertigkeiten , die zur Störungsbewältigung hilfreich sind .
[ ... ] Dabei geht es unter anderem um :
Die Vermittlung des Störungsmodells des Patienten ist ebenso Bestandteil der Psychoedukation .
Neben positiven und negativen Konsequenzen durch Verzicht auf die bzw. durch Einnahme der Droge muss gleichzeitig der Aufbau von Bewältigungs- und Alternativstrategien stattfinden .
Somit kann die Lücke , die ein Weglassen der Substanz im Alltag des Klienten hinterlässt , gefüllt werden .
Zum Aufbau alternativer Verhaltensweisen eignen sich vor allem operante Verfahren wie die positive Verstärkung oder Bestrafung .
Auch Selbstbeobachtung , Stimuluskontrolle und Belohnung sind Beispiele für anwendbare Methoden .
Durch die zunehmende Kontrolle des Klienten über sein Verhalten steigen auch die Selbstwirksamkeit und der Abstinenzwille ( Batra und Bilke-Hentsch 2012 , S. 225 ) .
Daraus erschließt sich , dass ein Klient , der über seine Krankheit , Störung und damit verbundenen Verhaltensweisen aufgeklärt ist und sein Wissen erweitert hat , eine höhere Motivation zur Veränderung seines bisherigen Verhaltens zeigt und sich besser auf bestehende Hilfsangebote einlassen kann .
Auch geht es um die Stärkung der Autonomie des Klienten , denn nur , wenn er über genügend Wissen über seine Krankheit verfügt , kann er wichtige Entscheidungen treffen und dem Gefühl der Hilflosigkeit entgegenwirken .
Durch die Vermittlung von verschiedenen Handlungsalternativen gibt der Therapeut dem Klienten mehr Optionen , sich eine passende Handlungsweise auszusuchen , was im Idealfall zu mehr Motivation führt .
Er wird sozusagen durch die Wissensvermittlung zum Experten für sich selbst .
Beim Therapeuten setzt Psychoedukation umfassendes Wissen über Theorie und Praxis speziell der betreffenden Störung und deren Behandlung voraus , um durch die Anwendung dieses Wissens den Klienten zum Experten werden zu lassen ( Baierl 2014 , S. 91 f. ) .
Um Psychoedukation anzuwenden , sollte eine stabile Therapeut-Klient-Beziehung bestehen .
Das Fachwissen muss mit Einfühlungsvermögen und Verständnis gegenüber dem Klient vermittelt werden .
Zur näheren Erläuterung der Therapeut-Klient-Beziehung wird auf das Kapitel 2 verwiesen .
Die Psychoedukation ist grundsätzlich bei allen chronischen Erkrankungen indiziert .
Die Anwendung findet sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich statt .
Konkrete Maßnahmen zur Aufrechterhaltung bestimmter Verhaltensweisen sind zu planen , um mittel- bis langfristige Einstellungs- und Verhaltensänderungen zu erreichen .
Psychoedukation wird vor allem bei psychiatrischen Erkrankungen angewendet oder ist Teil der psychosomatischen Behandlung und kann in Form von Gruppenangeboten wie z.B. psychoedukativ-kognitiven Gruppen bei Patienten mit bipolaren Erkrankungen eingesetzt werden .
Bei somatischen Erkrankungen bieten sich Patientenverhaltenstrainings als Intervention an .
Dabei wird auf kognitive , emotionale und praktische Ebenen der Einstellungs- und Verhaltensänderungen eingegangen ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 38 f. ) .
Der Therapeut kann beim Klienten ein Problembewusstsein aufbauen oder bereits vorhandenes Wissen erweitern .
Dies hilft bei der Erstellung der Therapieziele und der Exploration von Fähig- und Fertigkeiten .
Für den Klienten ist es wichtig zu erfahren , wie es zu dieser Störung gekommen ist und warum er unter der Störung leidet ( Margraf und Schneider 2009b , S. 94 ) .
Ziel der Psychoedukation ist das Empowerment des Klienten .
Er soll Experte seiner Erkrankung werden .
Bei Bedarf können auch Techniken der Selbstbehandlung eingeübt werden ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 38 ) .
Ebenso soll vermittelt werden , bestimmte Handlungsweisen und Gefühle wie z.B. Angst als normale Bedürfnisse anzusehen und durch Einbeziehung von Symptomen und deren Erscheinungsbildern die natürliche Reaktion von der Entwicklung eines Störungsverhaltens abzugrenzen ( Margraf und Schneider 2009b , S. 94 ) .
Auch in der Substitution müssen die Klienten über Risiken und Folgen bei ( Nicht- ) Einnahme des Medikaments aufgeklärt werden , um den Therapieprozess weiter verfolgen zu können .
So werden Informationen über Krankheitssymptome , auftretende Gefühle , Gedanken und Verhalten exploriert und die Möglichkeit eröffnet , das neue Wissen in den Alltag des Klienten zu integrieren .
Compliance ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie .
Sie beinhaltet die Zustimmung des Klienten zur Mitwirkung an der Therapie und kann durch Psychoedukation ermittelt und bestärkt werden .
Sie ist auch bei der Aufklärung zur regelmäßigen Einnahme von Tabletten nötig .
Auch beim Thema Psychoedukation ist eine systemische Sichtweise von großer Bedeutung .
Psychoedukation kann die gezielte Information Angehöriger über Störung , Symptomatik , Entstehung , Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten beinhalten .
Zu Beginn einer Behandlung können schriftliche Informationsmaterialien in Form von Ratgebern hilfreich sein .
Dadurch sollen Angehörige als unterstützende Ressource für den Patienten gewonnen werden , um den Behandlungsprozess zu stabilisieren und zu erweitern ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 544 ) .
Oft fällt es den Angehörigen schwer , die Folgen der kognitiven Defizite des Klienten zu verstehen und die veränderten Verhaltensweisen nachzuvollziehen .
Hier hilft Psychoedukation unterstützend , Vorgänge und Verhaltensweisen explorieren zu können .
Wissenslücken über bestimmte Symptome der Störung können zu vermehrtem Stress und Grübeleien auf Seiten der Angehörigen sowie zur Belastung von bestehenden Beziehungen führen und aggressive Reaktionen aufgrund von Unverständnis verstärken .
Psychoedukation aller Beteiligten kann Resignation , Stress , Katastrophenreaktionen und Verzweiflung entgegenwirken ( ebd. , S. 474 ) .
Allgemein gilt es dabei zu beachten , dass die Wortwahl bei der Aufklärung verständlich ist und Fachbegriffe erklärt oder vermieden werden , um die Wissensvermittlung an das Gegenüber zu gewährleisten .
Es ist wichtig , dass der Therapeut dem Klient die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Selbstbeobachtung sowie deren Zusammenhänge erklärt und Beispiele für Therapieprogramme anbietet .
Die Struktur und der Ablauf der Selbstbeobachtung werden gemeinsam mit dem Klienten erarbeitet .
Dabei werden exakte Klärung , Bestimmung und Festlegung des Zielverhaltens inklusive Zwischenschritte sowie Kriterien für das angestrebte Verhalten einbezogen .
Für den Anfang sollte leicht beobachtbares Verhalten gewählt werden , später und mit etwas Übung können auch komplexere Selbstbeobachtungen durchgeführt werden .
Für gut abgrenzbares Zielverhalten wie z.B. das Rauchen von Zigaretten oder Alkoholkonsum bieten sich Häufigkeitsstichproben an .
Jedes Mal , wenn der Konsum auftritt , wird er gezählt und beispielsweise im Konsumtagebuch registriert .
Bei der Auswahl des anzuwendenden Beobachtungsverfahrens ist darauf zu achten , dass es für den Klienten leicht zu handhaben ist .
Dadurch kann Widerwillen und Überforderung des Klienten vorgebeugt werden .
Die Darstellung in einem Schaubild bietet zudem einen besseren Überblick für den Klienten über seine Selbstbeobachtung .
Es sollten regelmäßig Besprechungen und ggf. Korrekturen des Selbstbeobachtungsverfahrens gemeinsam mit dem Therapeuten stattfinden .
Dabei sollten einheitliche Protokollbögen verwendet werden , um im Nachhinein einen guten Vergleich darstellen zu können .
Prinzipiell ist die Beobachtung eines Zielverhaltens vor , während und nach dem Auftreten möglich .
Die Registrierung und Protokollierung sollte jedoch nicht allzu verzögert erfolgen , um ein möglichst genaues Ergebnis der Dokumentation zu erhalten .
Der Zeitraum der Selbstbeobachtung muss zeitlich begrenzt werden - nach drei Wochen ist meist eine Wirkgrenze erreicht , da die bewusste und achtsame Selbstbeobachtung in einen Automatismus übergeht .
Das Protokollieren wird zur Gewohnheit und verliert dabei die Reflexion des zu protokollierenden Inhalts .
Dadurch wird der Lerneffekt dieser verhaltenstherapeutischen Methode reduziert .
Intermittierende Selbstbeobachtung kann im weiteren Therapieverlauf günstig sein ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 255 f. ) .
In dieser Arbeit wird die Wirksamkeit der Methode der Selbstbeobachtung mit der eigenständigen Technik des Konsumtagebuches untersucht .
„ Die Selbstbeobachtung stellt einen ersten Schritt in der Änderung eigenen Verhaltens dar .
Unabdingbare Voraussetzung dafür ist , dass das Kriteriumsverhalten möglichst präzise beschrieben wird. “ ( Margraf und Schneider 2009a , S. 634 ) Laut Reinecker und Borg-Laufs ( 1999 , S. 300 ) hatte Skinner „ das Prinzip der Selbstkontrolle noch in einem strikt behavioristischen Kontext gesehen .
Neben der externen Kontrolle menschlichen Verhaltens durch eine Veränderung von Kontingenzen [ ... ] können seiner Ansicht nach auch Reaktionen der Person selbst die Funktion der Steuerung anderer Verhaltensmuster des Individuums übernehmen .
Unter Selbstkontrolle ist demnach die Fähigkeit eines Individuums zu verstehen , eigenes ( problematisches , konflikthaftes ) Verhalten durch andere Verhaltensweisen zu steuern , d.h. in ihrer zukünftigen Auftrittswahrscheinlichkeit zu verändern . ''
Als Selbstkontrolltechnik beinhaltet die Selbstbeobachtung das Beobachten und Registrieren von eigenen , offen sichtbaren und verdeckten Verhaltensweisen , zählt daher zu den diagnostischen Methoden und dient vor allem der Erfassung von oft schwer zugänglichen , privaten Ereignissen ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 254 ) .
Selbstbeobachtungsverfahren dienen der Exploration von dysfunktionalen Verhaltensweisen durch den Klienten .
Beobachtungsaufgaben können somit zur Verhaltensänderung und Selbstkontrolle eingesetzt werden , indem aus der Selbstbeobachtung Ziele abgeleitet werden .
Die Beobachtung findet durch die handelnde Person selbst statt , welche ein bestimmtes Verhalten zeigt , dass aufmerksam registriert und aufgezeichnet werden soll .
Es werden demnach Bewertungen und Entscheidungen über das eigene Verhalten verlangt ( Margraf und Schneider 2009c , S. 223 ) .
„ Die Selbstbeobachtung setzt voraus , dass die Person in der Lage ist , einzelne Elemente im Verhaltensablauf zu differenzieren , sie als zusammengehörig zu sehen und evtl. bereits in einen Vergleich zu früheren Verhaltensabläufen zu setzen .
Der interessierende Ausschnitt des Verhaltens wird also nicht nur beobachtet , sondern auch registriert und festgehalten. “ ( Margraf und Schneider 2009a , S. 631 ) Der Klient muss ausführlich instruiert werden sowie die benötigte Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsleistung vollbringen , sein Zielverhalten differenzieren und das Problemverhalten regelmäßig und zuverlässig registrieren können .
Zudem muss er motiviert sein , das Zielverhalten erreichen zu wollen und den jetzigen Zustand zu verändern ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 255 ) .
Selbstbeobachtung erfordert ein kontinuierliches Vorgehen sowie Ausdauer des Klienten .
Selbstbeobachtung bezieht sich auf die Einbeziehung der physiologischen , motorischen , kognitiven und emotionalen Ebene seiner selbst .
Alle Bereiche werden in einer Verhaltensanalyse eingebunden ( Margraf und Schneider 2009a , S. 325 ) .
Einsatzbereiche sind u.a. Selbstbeobachtung beim Essverhalten , Rauchen , Alkoholkonsum , Arbeitsverhalten , Halluzinationen , depressiven Symptomen , Zwangsverhalten , sozialen Ängsten und Kontaktverhalten ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 254 f. ) .
Es hat sich oft gezeigt , dass Selbstbeobachtung zur Erreichung der Therapieziele gewinnbringend eingesetzt werden kann ( Margraf und Schneider 2009c , S. 223 ) .
Es gibt verschiedene Selbstbeobachtungsverfahren wie z.B. Tagebuch , Zählapparate , Strichlisten , Zeitgeber und -nehmer und Verhaltensdiagramme .
Man unterscheidet in Häufigkeits- und Zeitstichproben .
Als bewährte Technik empfiehlt sich ein Verhaltenstagebuch , welches in Stichworten das Problemverhalten sowie situative Merkmale erfasst .
Dieses Tagebuch sollte vom Klient im Alltag geführt werden können , um Überforderungserleben entgegen zu wirken .
Gemeinsam mit dem Therapeuten wird dem Klienten der Zusammenhang zwischen eigenem Verhalten und dessen Bedingungen transparent dargestellt .
Reaktive Effekte der Selbstbeobachtung lassen sich wie folgt unterscheiden :
in der Unterbrechung der problematischen Verhaltenskette durch beispielsweise direkte Aufzeichnung der Anzahl gerauchter Zigaretten oder verstärkenden und bestrafenden Effekte als Konsequenz erfassten Verhaltens wie z.B. Gewichtreduzierung .
Am effektivsten ist es , das Problemverhalten vor dem Eintreten zu registrieren , um die Verhaltenskette vorab zu stoppen ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 317 f. ) .
Unter Zuhilfenahme von Selbstbeobachtung lassen sich Ziele für den Betreuungs- bzw. Therapiekontext ableiten , d.h. sie bildet die Voraussetzung für eine gemeinsame funktionale Analyse .
Ziel ist , dass der Klient lernt , wesentliche Bestandteile seiner Verhaltensanalyse eigenständig zu explorieren .
Es steht nicht die Datengewinnung als Qualitätsstandard im Vordergrund , sondern die Daten dienen als Grundlage für die Therapieplanung und Zielsetzung .
Daher sind Reliabilität , Objektivität und Validität von großer Bedeutung .
Meist führt die Beobachtung und Registrierung des Verhaltens bereits zu einer Verhaltensänderung .
Erwünschte Ziele bzw. positives Verhalten sollten erst nach der Ausführung dokumentiert werden , um die Verhaltenskette nicht zu unterbrechen ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 314 f. ) .
„ Die Selbstbeobachtung eigenen Verhaltens unterbricht die Verhaltenskette und setzt kognitive Prozesse des Vergleichs mit eigenen Standards und der Bewertung in Gang .
Motivationale Prozesse , die Bereitschaft zur Veränderung und auch das damit verbundene konkrete Verhalten können dadurch angestoßen werden. “ ( Margraf und Schneider 2009a , S. 636 )
Die Förderung der Reflexionsfähigkeit des Klienten steht im Vordergrund .
Der Klient übernimmt dabei die Verantwortung , selbst sein Handeln zu explorieren , um dann Veränderungsschritte einleiten zu können .
Der Klient soll dabei unterstützt werden , seine Persönlichkeit besser kennenzulernen , mit seinen Eigenschaften umzugehen und sie zu akzeptieren oder verändern zu wollen .
Das erfordert die Unterstützung des Therapeuten durch Psychoedukation und gemeinsames Auswerten des gewählten Selbstbeobachtungsverfahrens .
Probleme können sich in der geringen Reliabilität und Objektivität sowie bei der Überprüfbarkeit der Daten ergeben , da die Selbstbeobachtung viel Selbstdisziplin des Klienten erfordert ( Margraf und Schneider 2009c , S. 223 ) .
Mangelnde Aufklärung zur Handhabung und Ausführung der Selbstbeobachtung kann zu fehlenden Daten zur gemeinsamen Auswertung und somit kaum zur Änderung eines Fehlverhaltens führen .
Das Konsumtagebuch ist eine eigenständige Technik der Selbstbeobachtung in der Verhaltenstherapie .
„ Das Prinzip bei diesem Verfahren besteht darin , dass der Patient dazu angeleitet wird , entscheidende Merkmale seines Verhaltens oder situationaler Bedingungen des Verhaltens zu beobachten und zu registrieren ; dies erfolgt zumeist anhand von kurzen Notizen , von Strichlisten oder auch anhand einer Eintragung in ein geeignetes Schema. “ ( Senf et al. 2012 , S. 230 ) Das Konsumtagebuch dient als Darstellung von Verhaltensänderungen im Rahmen der Selbstbeobachtung und somit zur Exploration verschiedener Konsumzeiten und -orte sowie dazugehöriger Situationen und Gefühle .
Anhand des Tagebuchs kann ein Konsumverlauf festgestellt werden , welcher zur Konsumanalyse genutzt werden kann .
Außerdem kann es Auskunft über die Tagesstruktur des Klienten geben .
Damit der Klient das Tagebuch im Alltag gewissenhaft führt , wird die Sinnhaftigkeit dessen vorher durch den Therapeuten genau erklärt ( Hamacher und Klemt 2008 , S. 31 f. ) .
In der Praxis dienen diese Konsumprotokolle oft als Einstieg , um eine Übersicht über das Problemverhalten und -bewusstsein des Klienten zu erhalten .
Im Bereich des Betreuten Wohnens ist das Konsumtagebuch zu Beginn eine gute Möglichkeit , um den Klienten kennenzulernen und zu beobachten , was er bereit ist , von sich zu berichten und zu zeigen .
Systematische bzw. strukturierte Tagebücher werden mit unterschiedlicher Zielsetzung in die Therapie eingebunden .
Es gibt bei nahezu jeder Problematik die Möglichkeit , ein Tagebuch zu führen beispielsweise über das Ess- , Schlaf- oder Freizeitverhalten oder Schmerz- , Stress- und Angstsymptome , aber auch über soziale Interaktionen und Drogenkonsum .
Es gibt bereits viele Vorlagen unterschiedlicher Art für strukturierte Tagebücher .
Es kann aber auch sinnvoll sein , selbst ein Tagebuch zu entwerfen , angelehnt an die Vorgaben und angepasst an die Bedürfnisse und Problemlage des Klienten ( Margraf und Schneider 2009a , S. 396 f. ) .
Der Klient muss Lesen und Schreiben können .
Des Weiteren muss der Therapeut dem Klienten eine gute Einführung zum Umgang mit dem Konsumtagebuch geben , um maximale Ergebnisse zur gemeinsamen Auswertung zu erhalten .
Die Verwendung von Tagebüchern kann verschiedene Ziele verfolgen :
Die Erfassung therapierelevanter Informationen oder die Erfassung des Verlaufs und Erfolgs .
Ein entscheidender Vorteil der Tagebücher ist , dass das Problemverhalten in der natürlichen Umgebung aufgenommen werden kann .
Außerdem können private und innere Prozesse des Klienten sowie nicht beobachtbares Verhalten erfasst und anschließend gemeinsam im Gespräch ausgewertet werden .
Je nach Art der Störung oder des Problemverhaltens können unterschiedliche Punkte mit einbezogen und abgefragt werden :
Informationen über Auslöser , Gedanken , Gefühle , körperliche Symptome oder Reaktionen .
Als therapeutische Intervention überträgt das regelmäßige Führen eines Tagebuchs dem Klienten Verantwortung und fördert gleichzeitig dessen Motivation sowie Pflichtbewusstsein .
Der Vergleich von Tagebüchern aus dem Therapiebeginn sowie dem -abschluss gibt Aufschluss über den Verlauf der Therapie .
Ein Tagebuch nach Beendigung einer Therapie weiterzuführen kann als Kontrolle dienen , ob die Therapieziele eingehalten und nach der Therapie fortgesetzt werden ( Margraf und Schneider 2009a , S. 384 f. ) .
Zu Beginn der Arbeit mit Tagebüchern können unterschiedliche Fehler auftreten .
Es kann vorkommen , dass die Klienten die Tagebücher noch nicht vollständig ausfüllen , Lücken entstehen oder gar keine Notizen eingetragen werden .
Falls dieses Problem auftritt , sollte es im nächsten Gespräch mit dem Klienten auf verständnisvolle Weise besprochen werden .
Unvollständig ausgefüllte Tagebücher können auch Aufschluss über mögliche Probleme in der Therapeut-Klient-Beziehung geben , Vermeidungsverhalten aufzeigen oder auf eine mangelnde Compliance hinweisen .
Es kann auch vorkommen , dass der Klient in seiner Offenheit gehindert wird , beispielsweise durch ein zu enges , vorgegebenes Raster ( Margraf und Schneider 2009a , S. 385 f. ) .
Die systematische Darbietung und Entfernung von positiven und aversiven Stimuli wird als Kontingenzmanagement bezeichnet .
Es kann durch den Behandler , den Betroffenen selbst oder durch die soziale Umgebung durchgeführt werden .
Wenn der Klient das Verfahren selbst durchführt , wird es auch als Selbstkontrolle bzw. -management bezeichnet .
Wirkt der Therapeut auf den Klienten ein , handelt es sich um operante Konditionierung .
Ein Kontingenzvertrag ist letztendlich für den Klienten „ ein Vertrag mit sich selbst '' .
Nur so kann er eine Veränderung seines dysfunktionalen Verhaltens erwirken .
Der Vertragspartner dient nur zur Erstellung und Aufrechterhaltung des Vertrages .
Dieser dient somit zur moralischen Unterstützung und Motivation , die Vereinbarung zu erfüllen .
Eine besondere Form stellen Kontingenzverträge dar , welche Bedingungen beinhalten , die zwischen Therapeut und Klient vereinbart wurden sowie Ziele , Problemstellung und Aufgaben ( Parfy et al. 2003 , S. 140 f. ) .
„ Regeln , seien sie schriftlich festgelegt , verbal abgesprochen oder lediglich über nonverbale Interaktionen entstanden , formen und determinieren unser soziales Zusammenleben .
Verträge sind nichts anderes als solche Abmachungen , Absprachen und Regeln über bestimmte Verhaltensaspekte .
Keine Therapieform kommt ohne Kontrakte aus , auch wenn diese nicht immer explizit gemacht werden , wie dies bei Verhaltensverträgen im Rahmen der Verhaltenstherapie geschieht. “ ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 323 ) Kontingenzmanagement setzt eine exakte Verhaltensbeobachtung und -analyse für jeweilige Verhaltensexzesse und -defizite voraus .
Auf dieser Grundlage kann die Zielbestimmung und Planung eines systematischen Auf- bzw. Abbaus des jeweiligen Verhaltens erfolgen ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 222 ) .
Da Kontingenzverträge die Grundlage für selbststeuernde Prozesse und Verhaltensweisen bilden , muss man beachten , dass die Selbststeuerung einen Vertrag mit sich selbst erfordert ( Fliegel et al. 1998 , S. 66 f. ) .
„ Voraussetzung für den Einsatz von Verhaltensverträgen sind neben der Grundvoraussetzung der Verständigungsmöglichkeiten der Interaktionspartner folgende vier Punkte :
Senf et al. ( 2012 , S. 140 ) äußern sich dazu wie folgt :
„ Die ‚ Eignung ‘ eines Patienten für eine spezifische Therapieform , das Geschick des Therapeuten , ein höheres Maß an verbaler Aktivität auf Seiten des Patienten , die gesicherte Stabilität der Behandlungsvereinbarungen , die Einigung und Klarheit bezüglich der Behandlungsziele und die ‚ Vorbereitung ‘ des Patienten auf die Behandlung in dem Sinne , dass die Patienten bei Behandlungsbeginn einigermaßen genau wissen , was sie erwartet , haben sich als günstige Prädiktoren für das Behandlungsergebnis gezeigt. “ Verhaltensverträge sind vielseitig einsetzbar .
Die Hauptgebiete in der therapeutischen Arbeit liegen in der Arbeit mit Suizidalität , Depression und Abhängigkeit sowie bei Partnerschaftsproblemen und Behandlung von Kindern und Jugendlichen .
Auch im Strafvollzug , bei der Resozialisierung und ganz allgemein in der Sozialen Arbeit finden sie Anwendung ( Linden und Hautzinger 2008 , S. 323 ) .
Die Strategie des Kontingenzmanagements besteht darin , eine Veränderung von Verhalten durch Veränderung von Konsequenzen zu erwirken .
Ziel des Kontingenzmanagements ist es , mehrere Verhaltensweisen von einer oder mehreren Personen gleichzeitig zu beeinflussen .
Somit entsteht ein komplexes Gefüge positiver und negativer Konsequenzen .
Das Ziel der Verträge besteht darin , die Eigenverantwortlichkeit sowie Selbstkontrolle des Klienten zu erhöhen ( Batra und Angenendt 2006 , S. 82 f. ) .
Der soziale Kontrakt dient in der verhaltenstherapeutischen Arbeit dazu , die Wirksamkeit der Therapie zu optimieren .
„ Aus verhaltenstherapeutischer Sicht gibt es damit mindestens drei Überlegungen , warum jemand anstelle des bisherigen , problematischen Verhaltens ein neues , erwünschtes Verhalten ( inklusive kontrollierter Reaktionen ) zeigt :
(1) Ausgangspunkt für Selbststeuerung sind problematische oder konflikthafte Situationen , so da [ ss ] der automatische Ablauf des bisherigen Verhaltens per definitionem in Frage gestellt ist ; (2) das Auftreten kontrollierenden oder alternativen Verhaltens wird mit der Annahme gegründet , da [ ss ] der Eindruck , das eigene Verhalten und die eigene Umwelt selbst zu steuern , per se verstärkend wirkt ; (3) über das zielgerichtete Arrangement der Konsequenzen , wie es in Verträgen vorgenommen wird , wird die Auftretenswahrscheinlichkeit der kontrollierenden und der erwünschten Reaktionen noch zusätzlich erhöht . “ ( Fliegel et al. 1998 , S. 66 f. )
Nach der Selbstbeobachtungsphase werden kurz- , mittel- und langfristige Ziele im Therapierahmen zusammen mit dem Therapeuten entwickelt .
Diese Teilziele sollten möglichst verstärkend wirken , um den weiteren Therapieverlauf zu unterstützen .
Bei der Erstellung und Arbeit mit Kontrakten ist die motivierende Funktion für den Klienten ausschlaggebend .
Durch die genaue Benennung der Ziele und verbundenen Konsequenzen bei Nichterreichen sowie Einführung von Zwischenschritten und -zielen wird der Klient ermutigt , einen ersten Schritt zur Veränderung seines bisherigen Problemverhaltens zu tun .
Das Vorgehen muss für den Klienten nachvollziehbar sein .
Da der Klient über Konsequenzen seiner Bemühungen informiert wird , wird internale Kontrolle sichergestellt .
Durch das Selbstmanagement mithilfe von Verträgen lernt der Klient , zwischen und während den Sitzungen sein Problem zu analysieren und zu strukturieren .
Er übt neues Verhalten schrittweise in konkreten Situationen und schafft so den Transfer zu neuen Verhalten in alltäglichen Situationen .
Im Verlauf der Therapie kann die motivierende , trainierende und kontrollierende Funktion des Therapeuten ausgeblendet werden .
Der Klient ist dann in der Lage , das Selbstmanagement auch bei neu auftretenden Problemen und Konfliktverhalten anzuwenden ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 326 ) .
Ein sozialer Kontrakt ist gleichzusetzen mit einer vertraglichen Kontrolle zwischen Klient und Therapeut und wird daher auch als eigenständige Methode eingesetzt .
Ein Vertrag beinhaltet feste Kriterien , anhand derer sowohl der Behandler als auch der Klient die Einhaltung des Vertrages bzw. der vereinbarten Ziele überprüfen kann , sowie entsprechende Konsequenzen bei Nichteinhalten der Vertragsbedingungen .
Verträge sollten möglichst immer schriftlich festgehalten werden , so entsteht eine Verbindlichkeit für beide Parteien .
Es sollten kurzfristig erreichbare Ziele genannt werden und der Vertrag sollte bereits vorhandene Verhaltensweisen des Klienten beinhalten ( Fliegel et al. 1998 , S. 64 f. ) .
Auch wenn die Unterschrift unter den Vertrag legal nicht zwingend bindend ist , bewirkt sie doch eine gewisse Verpflichtung für Therapeut und Klient , den Vertrag und die darin verfassten Ziele verbindlich einzuhalten ( Leukefeld et al. 2015 , S. 56 ) .
Die Unterschrift bestätigt zugleich ein Commitment für die Vertragseinhaltung und somit für die weitere Mitarbeit in der Therapie .
Der Vertrag drückt also die Zustimmung des Klienten aus , Veränderungen in seinem bisherigen Verhalten vorzunehmen .
Daher bietet es sich an , zuerst ein mündliches Commitment des Klienten zu gewinnen , um dann gemeinsam mit ihm den Vertrag zur Verhaltensänderung zu entwickeln ( ebd. , S. 24 ) .
„ Innerhalb des Vertrages sind sieben ‚ Paragraphen ‘ zu behandeln , die mit dem Klienten ausführlich abgesprochen und von ihm mitgetragen werden müssen :
1. Eine genaue und detaillierte Beschreibung des geforderten Verhaltens .
2. Festlegung von Kriterien dafür , ab wann das geforderte Verhalten als erreicht gelten kann ; solche Kriterien können sich auf die Topographie , Frequenz oder Intensität des Verhaltens beziehen ; außerdem Festlegung einer maximalen Vertragsdauer .
3. Vereinbarung über positive Verstärker , die mit Erreichen der Kriterien - Vertragserfüllung oder Zwischenziele - verdient werden ; bei Zwischenschritten sind Art und Ausmaß der Verstärkung in Abhängigkeit vom jeweiligen Ziel zu spezifizieren .
4. Vereinbarung aversiver Konsequenzen für den Fall , da [ ss ] der Vertrag nicht erfüllt wird , z.B. nicht innerhalb der vereinbarten Zeitspanne oder bei unzureichender Realisation des geforderten Verhaltens .
5. Verabredung zusätzlicher Verstärkungen ( ‚ Sonderprämien ‘ ) , falls die unter 2. vereinbarten Kriterien ( ‚ Minimalforderungen ‘ ) wesentlich übertroffen werden ; auch hier sind wieder möglichst genaue Absprachen vorzunehmen .
6. Festlegung von Methoden , mit denen das geforderte Verhalten während der Vertragsdauer kontrolliert wird :
Selbstbeobachtung und -protokollierung .
7. Schließlich sollte eine Regelung getroffen werden , die gewährleistet , da [ ss ] die Selbstverstärkungen bei Vertragserfüllungen bzw. beim Erreichen von Zwischenzielen kontingent , d.h. unmittelbar anschließend erfolgen . ''
( Fliegel et al. 1998 , S. 65 ) Fliegel et al. veröffentlichen die o.g. Paragraphen bereits im Jahr 1998 als Leitfaden zur Erstellung eines Kontingenzvertrages .
Heutzutage sind diese eher nach Bedarf zu verwenden .
Der Vertrag kann frei gestaltet werden .
Daher wurde im Kontingenzvertrag , der in dieser Arbeit verwendet wird , auf die strikte Einhaltung aller sieben Paragraphen kein Wert gelegt .
Der Vertrag enthält gegenseitige Verpflichtungen von Therapeut und Klient , deren Gewichtung ausgeglichen sein sollte .
Das Festlegen von Regeln sollte jedoch nicht als Zwang auf den Klienten wirken , sondern eher als Chance für den Ausbau persönlicher Freiheit ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 224 ) .
Im therapeutischen Setting bestehen die ersten Schritte der Intervention aus der Analyse und Veränderung eines Problemverhaltens .
Dabei können Angehörige teils besser und stringenter intervenieren als der Therapeut selbst , da ihnen Verstärker zur Veränderung zur Verfügung stehen .
Ebenso können sie Kontingenz ausüben , da sie mehr Zeit mit dem Klienten verbringen als der Therapeut .
Nahestehende Bezugspersonen müssen vor einem Eingreifen von einer Fachperson über die Intervention aufgeklärt und geschult werden ( Reinecker und Borg-Laufs 1999 , S. 225 ) .
„ Kontingenzverträge sind vor allem ein Mittel zur Selbstmotivation des Patienten und stellen von daher eine Methode im Übergangsbereich zu Selbstkontroll- und kognitiven Verfahren dar. “ ( Margraf und Schneider 2009a , S. 672 ) „ Verhaltensverträge wirken motivierend , sich in bestimmter Weise zu verhalten , sie akzeptieren und klären das Ziel und den therapeutischen Proze [ ss ] .
Schließlich liefern sie Kriterien für den Erfolg , was wiederum auf die Motivation und den therapeutischen Fortschritt einwirkt. “ ( Linden 1994 , S. 343 ) Ausgehend vom oben beschriebenen Forschungsstand lässt sich noch weiteres Forschungspotential in Bezug auf den Einfluss von Psychoedukation und Kontingenzverträgen in der Suchthilfe ableiten .
Verhaltenstherapeutische Methoden zeigen eine essentielle Bereicherung in der Arbeit mit Suchtkranken .
Infolgedessen erscheint es sinnvoll , die Wirkung der o.g. Methoden in der Suchthilfe genauer zu erforschen .
Nachfolgend werden Forschungsfragen für die geplante Erhebung sowie deren Ergebnisse aufgestellt .
Daraus werden Hypothesen abgeleitet , die nach Auswertung der Erhebung beantwortet werden sollen .
Nach Raithel ( 2008 , S. 28 ) werden soziale Probleme in Form von wissenschaftlichen Fragestellungen benannt .
Dabei wird bewusst im Plural von Forschungsfragen gesprochen , da sich meist ein Problem nicht auf eine Forschungsfrage reduzieren lässt .
„ Im Unterschied zur quantitativen Auffassung ist die Hypothesenentwicklung in der qualitativen Sozialforschung ein konstitutives Element des Forschungsprozesses .
Kennzeichnend ist der offene Charakter der theoretischen Konzepte , d.h. der ständige Austausch zwischen den qualitativ erhobenen Daten und dem zunächst noch vagen theoretischen Vorverständnis , sodass es zu einer fortwährenden Präzisierung , Modifizierung und Revision von Theorien und Hypothesen kommt. “ ( Lamnek und Krell 2010 , S. 80 ) Der Forschungsprozess ist in mehrere Teile gegliedert ( Helfferich 2009 , S. 26 ) .
Er beginnt mit der Festlegung der Methode zur Datenerhebung z.B. über Stichproben oder Befragung einer bestimmten Gruppe .
Danach werden die Interviewform und anschließend die Auswertungsstrategie bestimmt .
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich nach Döring und Bortz ( 2016 , S. 192 ) um eine explanative Studie , denn „ explanative Studien überprüfen vorher aufgestellte ( aus Theorien abgeleitete ) Hypothesen auf ihre Gültigkeit .
Insbesondere Ursache-Wirkungs-Relationen sollen bestätigt bzw. verworfen werden. “ „ Der Nutzen von Selbstbeobachtung und von Selbstbeobachtungsinstrumenten ( wie Tagebüchern , Lernprotokollen , Portfolios ) wurde vielfach belegt .
Sie unterstützen den Transfer in den Arbeits- bzw. Lernalltag , motivieren an selbst gesetzten Zielen zu arbeiten , strukturieren die Selbstbeobachtung , indizieren Reflexionsprozesse und fördern damit Veränderungsprozesse. “ ( Landmann und Schmitz 2007 , S. 158 ) Für die Erhebung in dieser Arbeit fiel die Wahl der Methode auf das Konsumtagebuch , welches bereits in Kapitel 4 erläutert wurde .
Verschiedene Anbieter bieten Kurzinterventionsprogramme bei legalen und illegalen Drogenproblematiken an wie beispielsweise „ Realise it '' , „ Quit the shit “ oder das „ KISS Programm '' .
Die für die Erhebung verwendeten Konsumtagebücher sind an das KISS Tagebuch angelehnt , da die Vorlage selbsterklärend ist und deshalb am geeignetsten erscheint .
Das KISS-Programm ist ein von der GK Quest Akademie GmbH entwickeltes Konzept zur gezielten Reduktion des Konsums von legalen und illegalen Drogen .
KISS steht für „ Kontrolle Im Selbstbestimmten Substanzkonsum '' und wurde 2005 als verhaltenstherapeutisches Selbstmanagementprogramm entwickelt .
Unter anderem gehört das Führen eines Konsumtagebuches zu den Aufgaben der Klienten , die an diesem Programm teilnehmen .
Das Konzept kann sowohl von einzelnen Personen als auch im Gruppenkontext angewendet werden .
Für die Therapeuten wurde Arbeitsmaterial inklusive vieler Vorlagen entwickelt ( GK Quest Akademie GmbH 2016 ) .
Eine dieser Vorlagen ( Anhang S. 92 ) dient in abgewandelter und angepasster Form als Konsumtagebuch für die Erhebung in dieser Arbeit .
Während der Erhebung werden jeweils zwei Konsumtagebücher ( s. Tab. 2 und 3 ) mit den Überschriften „ Erfassungsbogen zur Konsumhäufigkeit '' sowie „ Phase 1 '' oder „ Phase 2 '' und „ Gruppe “ an die Klienten ausgeteilt .
Der Fokus der Tagebücher liegt auf der Betrachtung des Konsums von stoffgebundenen Süchten , diese sind z.B. Alkohol , Zigaretten , THC , Substitut , Heroin und selbst zu ergänzende Substanzen .
Die verwendeten Konsumtagebücher sind in einfacher tabellarischer Form gehalten , um dem Klienten das Ausfüllen zu erleichtern .
Das Konsumtagebuch „ Phase 1 “ besteht aus einer Tabelle , die in 8 Spalten und 9 Zeilen unterteilt ist .
Die einzelnen Spalten sind überschrieben mit „ Substanz & Menge pro Tag “ sowie den Tagen 1 bis 7 .
In der ersten Spalte sind einige häufig konsumierte Substanzen vorgegeben sowie drei weitere Zeilen freigelassen , in die der Klient weitere Substanzen eintragen kann .
Das Konsumtagebuch „ Phase 2 '' ist ebenso aufgeteilt , jedoch befindet sich in der Kopfzeile noch das Wort „ Gruppe '' , welches vom jeweiligen Bezugsbetreuer auszufüllen ist , aber erst nach Wiedererlangen der beiden Konsumtagebücher vom Klienten .
Da das Tagebuch nur aus einer Seite besteht , kann der Klient es jederzeit mit sich tragen , beispielsweise gefaltet in der Hosentasche , was es ihm ermöglicht , jederzeit Eintragungen vorzunehmen .
Das Konsumtagebuch wurde als Vorlage vorbereitet und nach Anregungen der Bezugsbetreuer in der Teamsitzung bei der Vorstellung des Vorhabens dieser Arbeit überarbeitet .
„ Ein Befragungsinstrument muss sehr sorgfältig konstruiert werden , um Probleme wie beispielsweise Antwortverzerrungen [ ... ] so gering wie möglich zu halten .
Bei der Entwicklung eines schriftlichen standardisierten Fragebogens ( zum Selbstausfüllen ) sind folgende Konstruktionskriterien zu beachten :
Für die Fragebogenkonstruktion ist es von grundsätzlicher Notwendigkeit , darauf zu achten , dass der Fragebogen leicht auszufüllen ist ( er muss einfach gestaltet und selbsterklärend sein ) und dass die Befragung generell auch von anderen Forschern zu einem späteren Zeitpunkt nachvollzogen und ggf. repliziert werden kann. “ ( Raithel 2008 , S. 67 )
„ Qualitative Datenerhebungstechniken sind nicht oder nur teilweise strukturiert , d.h. sie arbeiten mit nicht- oder teilstandardisierten Instrumenten und lassen somit den Forschenden wie den Untersuchungsteilnehmenden viel Raum , um jeweils fall- und situationsspezifisch mehr oder minder viele Details des untersuchten Sachverhaltes in die Datenerhebung einzubeziehen und vor allem auch flexibel zu entscheiden , welche Aspekte der Erfahrungswirklichkeit bzw. Lebenswelt [ ... ] einen wie großen Stellenwert für das Forschungsproblem haben .
Die Offenheit des Vorgehens soll eine optimale Annäherung an den Untersuchungsgegenstand gewährleisten und die Chance erhöhen , dass sich auch neue und unerwartete Inhalte in den erhobenen Daten zeigen. “ ( Döring und Bortz 2016 , S. 322 ) Anhand der in Kapitel 5 genannten Forschungsfragen und Hypothesen wurden für den Fragebogen für die Therapeuten die folgenden zehn Fragen erarbeitet :
Der in dieser Arbeit verwendete Kontingenzvertrag ist angelehnt an den Non-Suizid-Vertrag ( s. Anhang S. 96 ) , mit dem am Standort Bugenhagenstraße der ADV gGmbH gearbeitet wird .
Er ist mit dem Titel „ Vertrag zum Führen des Konsumtagebuchs '' versehen und beinhaltet damit im Titel bereits die Aufgabenstellung .
Der Vertrag wurde an die in Kapitel 4 beschriebenen Merkmale von Fliegel et al. ( 1998 ) angelehnt und an die Erhebung angepasst .
Er beinhaltet die erforderlichen Daten wie Name der Vertragspartner und Datum .
Daneben ist die Zielsetzung angegeben sowie eine detaillierte Aufgabenstellung für den Klienten , das Konsumtagebuch im Zeitraum von sieben aufeinander folgenden Tagen gewissenhaft auszufüllen .
Der Vertrag enthält außerdem einen Hinweis , wie sich die Aufgabenstellung am effektivsten umsetzen lässt :
mit dem Eintragen am Abend des jeweiligen Tages .
Der Vertrag ist dieser Arbeit im Anhang auf S. 95 beigefügt .
Konsequenzen bei Nichterfüllung der Aufgabe und Nichteinhaltung der Vereinbarung sind nicht angegeben .
Am untersuchten Standort stehen 12 Therapeuten zur Verfügung , von denen jeder einen seiner Klienten für die Erhebung bestimmen soll .
Die Teilnahme ist anonym , um die Klienten zu freiwilligen und wahrheitsgemäßen Angaben zu ihrem Konsum meist illegaler Drogen zu ermutigen .
Daher ist weder Alter noch Geschlecht der teilnehmenden Klienten bekannt .
Weiterhin liegen keinerlei Daten über bestehende Erkrankungen und Diagnosen sowie Bildungsstand vor .
Für Informationen zur von der ADV gGmbH betreuten Klientel und deren Suchterkrankungen wird auf Kapitel 2 verwiesen .
Einen Anreiz oder ausgesprochene Vergütung für die Teilnahme an der Erhebung gibt es nicht .
Im Rahmen dieser Arbeit wurden angehende und berufserfahrene Sozialarbeiter , Soziologen und Psychologen zu ihren persönlichen Erfahrungen in der Arbeit mit den gewählten verhaltenstherapeutischen Standardmethoden befragt .
Die Therapeuten sind zwischen 25 und 59 Jahren alt .
Von den 12 an der Erhebung teilnehmenden Personen sind sieben Frauen und fünf Männer .
Alle Bezugstherapeuten am untersuchten Standort arbeiten nach denselben Leitlinien , doch jeweils mit individuellen Methoden und Techniken .
Vorteil der Erhebung an einem Standort :
Die Erreichbarkeit der untersuchten Personengruppe erleichtert eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation mit der Autorin zur Aufgabenstellung und evtl. aufkommenden Fragen .
Des Weiteren können im Rahmen der Teamsitzung die Bekanntgabe des Vorhabens und die bevorstehende Intervention stattfinden .
Da die teilnehmenden Therapeuten die Klienten für die Erhebung selbst auswählen , kann das Ergebnis optimiert werden .
Die Bezugsbetreuer kennen ihre Klienten am besten und können so gut einschätzen , wer die Aufgabe der Erhebung erfüllen kann .
Allerdings kann dieser Umstand auch negative Folgen auf die Erhebung haben , da die Stichprobe nicht zufällig gewählt ist und die Bezugsbetreuer ggf. einen ihrer kompetentesten und zuverlässigsten Klienten für die Erhebung auswählen , um ein optimales Ergebnis ihrerseits zu erreichen .
Zu den vorbereiteten Unterlagen zählen einheitliche Konsumtagebücher für Phase 1 und Phase 2 sowie die Fragebögen für die Bezugstherapeuten .
Weitere Vorlagen bestehen aus dem Kontingenzvertrag und einem Handout mit den wichtigsten Fakten über die zugeteilte Intervention ( Anhang S. 93 / 94 ) .
Das Handout dient der Wissensvermittlung an die Therapeuten , um möglichst gleiche Voraussetzungen für alle beteiligten Klienten zu erreichen .
Die Unterlagen werden den Therapeuten in ausgedruckter Form vor der jeweiligen Phase zur Verfügung gestellt .
Die Erhebung beginnt mit der Bekanntgabe des Vorhabens im Team sowie dem Einholen der mündlichen Zustimmung der Therapeuten zur Mitwirkung .
Das Vorgehen zur Überprüfung der Wirksamkeit der zwei gewählten verhaltenstherapeutischen Standardmethoden besteht aus mehreren Abschnitten :
Bei der Arbeit mit den Konsumtagebüchern soll die bewusste Beobachtung des Konsumverhaltens der Klienten im Fokus stehen .
Die Beobachtung soll durch Interventionen intensiviert werden .
Die Unterschiede vor und nach der jeweiligen Intervention sollen anhand der Konsumtagebücher und eines Fragebogens , der durch die Bezugsbetreuer ausgefüllt wird , Ergebnisse zu den in Kapitel 5 genannten Forschungsfragen liefern .
Laut Raithel ( 2008 , S. 30 ) sollte die Durchführung der Erhebung in einer kurzen Zeitspanne erfolgen .
Somit können Entwicklungseffekte und ggf. äußere Ereignisse , welche die Erhebung beeinträchtigen könnten , reduziert werden .
Von der Ausgabe der ersten Konsumtagebücher bis zur Intervention ist ein Zeitraum von vier Wochen geplant , damit die Bezugsbetreuer ausreichend Zeit haben , das Konsumtagebuch im Betreuungskontext dem Klienten zu übergeben und ausfüllen zu lassen .
Es gilt der gleiche Zeitraum für alle an der Erhebung teilnehmenden Personen .
An einem im Vorfeld für alle teilnehmenden Therapeuten festgelegten Termin findet im Rahmen der Teamsitzung der Theorie-Input zu den Interventionen statt .
Dabei werden die Konsumtagebücher für die zweite Phase aus- sowie die Therapeuten nach dem Zufallsprinzip in die drei Gruppen „ Psychoedukation “ ( PE ) , „ Kontingenzvertrag “ ( KV ) und „ Kontrollgruppe “ ( KG ) eingeteilt .
Anschließend soll das vollständige Datenmaterial ( Konsumtagebücher , Fragebogen des Therapeuten und ggf. der Kontingenzvertrag ) zur Auswertung abgegeben werden .
Vor der eigentlichen Datenerhebung findet ein Pretest mit zwei Klienten der Autorin statt .
Dieser dient dazu , das ausgewählte Instrument auf Anwendbarkeit , Verständlichkeit und Vollständigkeit sowie auf Qualität zu prüfen .
Der Pretest wird in dieser Arbeit mit „ Testphase “ bezeichnet .
Die Mindestgröße ist in der vorliegenden Arbeit auf zwei begrenzt , da beide gewählten verhaltenstherapeutischen Methoden einmal angewendet werden sollen .
Beide Klienten erhalten nacheinander die zwei Konsumtagebücher sowie eine der beiden Interventionen :
Klient 1 erhält die Intervention „ Psychoedukation “ und Klient 2 den Kontingenzvertrag .
In Phase 1 wird den Klienten durch die Autorin das erste Konsumtagebuch ausgehändigt .
Beide erhalten die Information , dass es sich um eine Erhebung im Rahmen einer Masterarbeit handelt und noch ein zweites Konsumtagebuch folgen wird .
Gesprächsprotokolle liegen nicht vor , jedoch erhalten beide Klienten kurze mündliche Anweisungen zum Ausfüllen des Konsumtagebuches .
Das Konsumtagebuch wurde nach der Testphase verändert , denn diese hat ergeben , dass zwei einzelne Konsumtagebücher jeweils beschriftet mit „ Phase 1 “ und „ Phase 2 “ notwendig sind , damit Verwechslungen ausgeschlossen werden können .
Das Wort „ Gruppe “ wurde nur auf das Konsumtagebuch mit „ Phase 2 “ gedruckt .
Klient 1 hat das Konsumtagebuch vollständig ausgefüllt .
Er berichtet , dass er das Tagebuch sehr begeistert ausgefüllt habe und es ihm helfe , seinen Konsum etwas zu reduzieren .
Gern möchte er nach den beiden Wochen diese Methode für sich selbst weiterführen .
Er hat sie für sich weiterentwickelt und individualisiert .
Innerhalb der einzelnen Spalten hat er sich eine Zeitskala gedacht und diese vor die „ Substanz-Spalte '' geschrieben .
So kann er für sich ablesen , zu welcher Tageszeit er welches Mittel wie oft konsumiert hat .
Die Frage , ob er Schwierigkeiten oder Auffälligkeiten während des Ausfüllens der beiden Konsumtagebücher hatte und ob es ihm schwer fiel , es regelmäßig auszufüllen , verneinte der Klient .
Eine Auffälligkeit in den Konsumtagebüchern gab es :
Der Klient hatte in einer der freien Spalten Kaffee als Konsummittel eingetragen und den Konsum regelmäßig dokumentiert .
Nach einem kurzen Gespräch über die erste Woche des Konsumtagebuchs wurde die Intervention „ Psychoedukation '' gewählt .
Somit konnten ihm die Aufgabe des Konsumtagebuchs sowie das Ziel dessen für die zweite Phase näher erläutert werden .
Klient 2 hat das Konsumtagebuch nicht vollständig ausgefüllt .
Die Zeile „ Substitut '' wurde nur am ersten Tag ausgefüllt .
Der Klient begründete dies wie folgt :
„ Da es ja täglich gleichbleibt , dachte ich , reicht es aus , wenn ich es nur in der ersten Spalte eintrage. “ Nach kurzer Erklärung wurden die fehlenden Werte nachgetragen .
Die Zeile „ Zigaretten “ wurde durch den Klienten mit Zahlenwerten wie z.B. „ 15-20 '' für den 1. Tag ausgefüllt .
Durch die Autorin wurde der Schluss gezogen , dass ein Vertrag zur Verbindlichkeit des Ausfüllens angebracht ist , um genauere und verbindlichere Zahlenwerte für die spätere Auswertung zu erhalten .
Der Klient sagte , dass das Konsumtagebuch für ihn eine gute Übung war , er es aber nicht weiter fortführen möchte .
Die Auswertung der Tagebücher der beiden Klienten erfolgt in Kapitel 7 .
Im ersten Schritt werden die Bezugsbetreuer in der Teamsitzung über die Erstellung dieser Arbeit informiert , jedoch ohne eine genaue Zielsetzung anzugeben , um die Therapeuten nicht vor der bevorstehenden Intervention zu beeinflussen .
Den Therapeuten wird die Aufgabe in der Erhebung erläutert sowie um Mitwirkung gebeten .
Nach Einwilligung der Bezugsbetreuer werden die Zeiträume für die jeweilige Woche , in der durch die Klienten die Konsumtagebücher auszufüllen sind , und der Termin für die geplante Intervention festgelegt .
Anschließend werden die Bezugsbetreuer nach dem Zufallsprinzip den Gruppen „ Psychoedukation “ , „ Kontingenzvertrag “ und „ Kontrollgruppe “ zugeteilt sowie die Unterlagen verteilt .
Anschließend wird das Ziel der Arbeit erklärt .
Die Gruppe „ Psychoedukation “ ( PE ) erhält das Handout zum Thema „ Selbstbeobachtung und Anwendung von Konsumtagebüchern '' , die Vorlage des zweiten Konsumtagebuchs sowie den Fragebogen für den einzelnen Therapeuten .
Der Gruppe „ Kontingenzvertrag “ ( KV ) wird die Vorlage des zweiten Konsumtagebuches , der vorgefertigte Vertrag in ausgedruckter Form und das Handout „ Vertrag abschließen '' sowie den Fragebogen für den jeweiligen Bezugstherapeuten ausgehändigt .
Es wird darauf hingewiesen , dass eine digitale Version des Vertrages anschließend an die vier Sozialarbeiter geschickt wird , um diesen individuell auszufüllen , da die ausgeteilte Version nur einen Überblick geben soll , um bei Unklarheiten direkt Fragen stellen zu können .
Die Gruppe „ Kontrollgruppe “ ( KG ) erhält die Vorlage des zweiten Konsumtagebuchs und den Fragebogen .
Es wird dabei betont , dass zwischen beiden Phasen der Erhebung keinerlei verhaltenstherapeutische Methoden angewendet werden dürfen , um die Auswertung nicht zu verfälschen .
Nach weiterführenden Erklärungen zu verhaltenstherapeutischen Standardmethoden im Allgemeinen , Psychoedukation , Selbstbeobachtung und Kontingenzmanagement wird das Abgabedatum ( in vier Wochen ) bekanntgegeben .
Es folgen Hinweise zum Ausfüllen der Konsumtagebücher und zur Abgabe der Dokumente .
Die Methodenwahl zur Auswertung der erhobenen Daten ergab sich aus dem Setting der Arbeit im Betreuten Wohnen sowie der Klientel mit ihren Fähig- und Fertigkeiten .
Die Selbstbeobachtung erscheint im beschriebenen Arbeitskontext gut umsetzbar und bezieht die Klienten mit ein .
Da fast alle Klienten legale und illegale Drogen konsumieren , ist das Konsumtagebuch ein gutes Messinstrument , um die Wirksamkeit der in Kapitel 4 vorgestellten verhaltenstherapeutischen Standardmethoden zu untersuchen .
In der Erhebung dienen die Konsumtagebücher und Fragebögen als Mittel der Kommunikation zur Gewinnung von auszuwertenden Ergebnissen .
Um die in Kapitel 5 abgeleiteten Hypothesen zu überprüfen , wurde zur Auswertung der Daten der Mixed-Methods-Ansatz von qualitativer und quantitativer Forschung gewählt .
„ Um die Hypothesen überprüfen zu können , muss man sie zunächst operationalisieren , d.h. in messbare oder beobachtbare Einheiten bzw. beantwortbare Fragen übersetzen. “ ( Flick 2009 , S. 64 ) Döring und Bortz ( 2006 , S. 184 ) erläutern wie folgt :
„ Ein wichtiges Klassifikationskriterium für wissenschaftliche Studien und Untersuchungsdesigns ist die Zuordnung zu einem wissenschaftstheoretischen Ansatz bzw. Paradigma .
Lange Zeit herrschte ein erkenntnistheoretischer Streit , ob soziale Sachverhalte besser qualitativ in der Tradition der Geisteswissenschaften oder quantitativ in der Tradition der Naturwissenschaften zu untersuchen seien .
Heute gilt diese Lagerbildung in den Sozialwissenschaften als weitgehend überholt :
Beide wissenschaftstheoretischen Paradigmen bzw. Forschungsansätze haben ihre Vor- und Nachteile , keiner ist per se besser [ ... ] .
Eine gute Studie greift stets auf diejenige qualitative oder quantitative Forschungsstrategie zurück , die am besten zum Forschungsproblem passt .
Zudem sind beide Ansätze in unterschiedlicher Weise systematisch zu Mixed-Methods-Designs kombinierbar [ ... ] . “ Moser betont ( 2012 , S. 25 ) :
„ Im Unterschied zu herkömmlichen Mono-Method-Designs , die entweder einen qualitativen oder einen quantitativen Forschungsprozess vorsehen , kombinieren Mixed-Methods-Designs qualitative und quantitative Forschungsstrategien im Rahmen einer einzigen Studie miteinander , typischerweise indem nacheinander oder gleichzeitig qualitative und quantitative Teilstudien durchgeführt werden .
Die Teilstudien stehen dabei jedoch nicht unabhängig nebeneinander , sondern sind direkt aufeinander bezogen. “ ( Döring und Bortz 2016 , S. 184 ) Ebenso fasst Creswell ( 2003 , S. 212 ) zusammen :
„ Eine Mixed-Methods-Studie umfasst die Datensammlung oder -analyse sowohl qualitativer als auch quantitativer Daten in einer einzelnen Studie , in der die Daten gleichzeitig oder nacheinander erhoben werden , die eine oder andere Priorität bekommen und schließt die Integration der Daten in einer oder mehrerer Phasen im Forschungsprozess ein. “ Bei der Mixed Methode „ wird allerdings ein stark pragmatisch-methodischer Zugang gewählt , der einerseits wenig berücksichtigt , dass qualitative Forschung ( manchmal stärker als quantitative Ansätze ) in ein spezifisches theoretisch-methodologisches Konzept eingebunden ist .
Andererseits wird insbesondere durch die Verwendung des Paradigma Begriffs eine relativ schematische Gegenübersetzung von qualitativer und quantitativer Forschung vorgenommen , die vernachlässigt , dass es sowohl Überschneidungen und Anknüpfungspunkte zwischen beiden Richtungen gibt als auch mehr oder minder ausgeprägte Unterschiede zwischen verschiedenen Ansätzen innerhalb der jeweiligen Richtung [ ... ] . “ ( Flick 2009 , S. 230 ) Bei der systematischen Auswertung von Daten „ unterscheidet man zwischen quantitativer und qualitativer Auswertung .
Gemeinsam ist beiden Formen , dass das Datenmaterial auf zentrale Gesichtspunkte bezogen wird , indem man Häufigkeiten auszählt und Kennwerte oder ‚ typische ‘ Kategorien bildet. “ ( Moser 2012 , S. 105 ) Aufgrund der erfolgreichen Testphase mit den beiden Probanden werden sowohl der Fragebogen als auch die jeweiligen Konsumtagebücher der beiden Klienten und der Therapeutin in die Auswertung mit einbezogen .
„ In der empirischen Sozialforschung geht es vor allem darum , Aussagen über soziales Handeln , Beziehungen , Einstellungen oder Verhaltensweisen zu bekommen .
Häufig ist die zu untersuchende Gruppe - die Grundgesamtheit - jedoch so groß , dass es notwendig ist , eine Stichprobe zu wählen , um aus ihr Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit ziehen zu können. “ ( Atteslander und Cromm 2006 , S. 241 ) Die Stichprobe in der vorliegenden Erhebung liegt bei 14 Klienten .
Am untersuchten Standort werden ca. 60 Klienten betreut .
Daher bilden die 14 Klienten eine Stichprobe der genannten Grundgesamtheit .
„ Tagebücher , welche von den Personen , die Gegenstand der Forschung sind , geschrieben werden , können eine gute Quelle sein .
Bei Tagebüchern handelt es sich dabei um eine selbstständig durchgeführte Form einer Art von strukturierter Selbstbeobachtung. “ ( Moser 2012 , S. 83 ) „ Die quantitative bzw. ( voll ) strukturierte Beobachtung zielt auf die präzise Messung einiger weniger vorher genau definierter Merkmale oder Verhaltensweisen im Zuge des Beobachtungsprozesses ab .
Der hohe Strukturierungsgrad ermöglicht bei Bedarf die Untersuchung großer Mengen an Beobachtungseinheiten , wobei sowohl mit Zeit- als auch Ereignisstichproben operiert wird .
Eine quantitative Beobachtung kann in der natürlichen Umgebung [ ... ] stattfinden. “ ( Döring und Bortz 2016 , S. 342 ) Die Selbstauskunft erfolgt in der Erhebung durch die Selbstbeobachtung anhand der Konsumtagebücher .
Der hohe Strukturierungsgrad wird durch die vorgegebene Tabelle des Tagebuches gegeben .
Die „ vorher genau definierten Merkmale “ beziehen sich in der Erhebung auf die vorgegebenen Substanzen im Konsumtagebuch .
Ein Maß für die Brauchbarkeit von Forschungsmethoden stellt die Gültigkeit dar .
Gemeint ist , ob durch die Forschungsmethoden tatsächlich das erhoben wird , was für das gesuchte Ergebnis erforderlich ist .
Zur Beurteilung der Brauchbarkeit des verwendeten Instruments dient die Verlässlichkeit .
Es sollte bei wiederholtem Messen die gleichen Werte anzeigen und somit die Stabilität der Messwerte beweisen .
Dies kann z.B. durch einen Retest erfolgen ( Atteslander und Cromm 2006 , S. 214 f. ) .
„ Objektivität bei Tests gibt an , inwieweit die Anwendung des Instruments unabhängig ist von der Person , die ihn einsetzt. “ ( Flick 2009 , S. 269 ) Die Gütekriterien der Mixed-Methods-Forschung beinhalten Merkmale sowohl aus der quantitativen als auch der qualitativen Sozialforschung .
Darüber hinaus gelten noch spezifische Gütekriterien :
Zum einen wird die Mixed-Methods-Designqualität bewertet , indem auf die Verknüpfung der qualitativen und quantitativen Teilstudien bzw. die einzelnen Phasen des Forschungsprozesses und deren strikte Umsetzung eingegangen wird .
Dabei ist eine Begründung für die Verwendung des Mixed-Methods-Designs wichtig .
Zum anderen ist die Mixed-Methods-Interpretations-/Meta-Interpretationsqualität von entscheidender Bedeutung .
Dabei handelt es sich um die Auswertung und Interpretation der einzelnen quantitativen und qualitativen Teilergebnisse und die Art , wie diese in einer Gesamtinterpretation schlüssig verknüpft werden .
Dabei sollte auf Konsistenz bzw. Nichtkonsistenz der Gesamtinterpretation geachtet werden .
Beide Kriterien führen zu einer hohen Inferenzqualität ( tragfähiges Gesamtergebnis ) .
Anschließend muss die externe Validität und somit die Übertragbarkeit auf andere Kontexte überprüft werden .
Dieses Kriterium bezeichnet man als Inferenzübertragbarkeit ( Döring und Bortz 2016 , S. 114 f. ) .
Im Rahmen der deskriptiven Statistik bedient man sich oft grafischer Darstellung zur Unterstützung der Berechnungen statistischer Daten .
Dadurch wird ein Eindruck über Konzentration , Symmetrie und Ausdehnung der untersuchten Daten vermittelt .
Der Boxplot ( auch Box-Whisker-Plot ) ergibt sich aus folgenden Werten :
Median , 1. und 3. Quartil sowie des Minimums und Maximums .
Die Box ist durch die Werte des oberen bzw. unteren Quartils gekennzeichnet sowie in der Mitte durch den Median .
Außerhalb der Box befinden sich die Whiskers , welche die Minimum- und Maximum-Werte anzeigen .
Boxplots eignen sich vor allem zum Vergleich mehrerer Gruppen bezogen auf dasselbe Merkmal ( Toutenburg et al. 2009 , S. 83 f. ) .
In der Arbeit wird in der Auswertung der Ergebnisse der Erhebung nur der Median in den Grafiken angegeben , da zu wenig Extremwerte und Ausreißer vorhanden sind .
Im engeren Sinne geht es in der qualitativen Sozialforschung um die Logik des Entdeckens .
Das bezieht die Generierung von Hypothesen und auch die gegenstandsbezogenen Theorien im Forschungsprozess mit ein .
Somit kann eine Zurückstellung der Hypothesen zu Beginn der Erhebung erfolgen .
Daraus leiten sich Forderungen zur Offenheit des Vorgehens ab .
Es gibt keine Standardisierung der Instrumente , sondern diese werden an das Einzelinterview bzw. an die Beobachtungssituation der jeweiligen Relevanzen angepasst .
Somit wird dem Forschenden möglichst viel Spielraum in der Gestaltung der Situation gelassen .
Die Aufgabe der qualitativen Sozialforschung ist es , den Menschen als agierendes Wesen in seiner Umwelt durch Zuhilfenahme von Feldforschungen , Gruppeninterviews , Tonband- und Videoaufzeichnungen von Alltagsmomenten zu erforschen .
Alle Verfahren erwirken eine Beobachtung des Handelnden aus seiner Sicht und nicht aus der Sicht der Wissenschaft .
Dies ermöglicht eine Interpretation der subjektiven Sichtweise des agierenden Menschen und auch die Analyse des implizierten Wissens sowie die jenseits derer liegenden Intentionen interaktiver Erzeugung von Bedeutungen ( Rosenthal 2015 , S. 13 ff . ) .
„ Neben den Möglichkeiten der quantitativen Sozialforschung mit ihrem Fokus auf verallgemeinerbaren Ergebnissen bietet die qualitative Sozialforschung hier den Zugang zu subjektiven Deutungen und Lebenswelten von Einzelnen und Gruppen .
Sie eignet sich daher besonders gut für patientInnenorientierte bzw. klientInnenorientierte Forschungsvorhaben. “ ( Gahleitner 2014 , S. 78 ) „ Die qualitativen Studien richten ihr Erkenntnisinteresse weniger auf den Beweis durch die ‚ große Zahl ‘ , sondern auf das Verstehen von sozialem Handeln , dessen Beschreibung und Rekonstruktion anhand weniger Einzelfälle .
[ ... ] Die Forschungslogik ist also eine des induktiven Schließens. “ ( Schaffer 2009 , S. 59 ) Lamnek und Krell ( 2010 , S. 19 ff . )
entwickelten zentrale Prinzipien qualitativer Sozialforschung :
Aufgrund vorab formulierter Forschungsfragen und Hypothesen können nur Informationen aus dem gewählten Forschungsfeld aufgenommen und interpretiert werden .
Durch nicht vorformulierte Antwortmöglichkeiten kann der Befragte frei antworten .
Es ist wichtig , den Wahrnehmungstrichter weit offen zu halten , um auch unerwartete Antworten zu ermöglichen .
Offenheit gegenüber der Untersuchungsperson , -situation und der anzuwendenden Methode ist ebenso erforderlich .
Die Forschung besteht vor allem aus Interaktion zwischen dem zu Erforschenden und seinem Forscher und bildet so den konstitutiven Bestandteil des Forschungsprozesses .
Es besteht keine theorieunabhängige Beobachtungsaussage .
Wichtige Bestandteile der qualitativen Sozialforschung sind Reproduktion , Modifikation sowie Deutung von Handlungen .
So wird die Wirklichkeit der Akteure durch Dokumentation und analytische Rekonstruktion erfasst und kann so nachvollzogen werden .
Es können Entstehungszusammenhänge sozialer Phänomene wissenschaftlich erfasst werden .
Der Einstieg in die Arbeit mit der qualitativen Analyse ist beliebig .
Bei der Reflexion der Methode werden eine reflektierte Ansicht des Forschers sowie seine Anpassungsfähigkeit vorausgesetzt .
Die Beziehung zwischen beiden Interaktionspartnern ist reflexiv und kommunikativ .
Es gibt keine Garantie für die Gültigkeit der Interpretation , aber diese sichert die Nachvollziehbarkeit und somit die Intersubjektivität der Ergebnisse .
Flexibilität bei Erhebungsverfahren ermöglicht eine Anpassung an den Untersuchungsgegenstand und somit für den gesamten Forschungsprozess .
Dennoch widerspricht die Flexibilität der Einschränkung standardisierter Verfahren zur Auswertung der Daten .
Qualitative Methoden werden als weiche Methoden im Gegensatz zu den harten , starren , quantitativen Methoden bezeichnet .
Die qualitative Sozialforschung hat ihre Komplikationen und Grenzen .
Es kann zu Störungen im Handlungsfluss kommen , z.B. durch Mitarbeit des Gegenüber .
Durch gelernte und bewusst eingesetzte Techniken können dem Befragten erforderliche Antworten entnommen werden , die anschließend analysiert und interpretiert werden können .
Jedoch ist es nicht möglich , alles Wissen aufzudecken .
Dies würde den Forschenden überfordern und auch den Abschluss empirischer Forschungsarbeiten behindern .
Auch können nicht immer alle Ergebnisse sofort erschlossen werden .
Manche Lücken schließen sich erst unter Einbeziehung zukünftiger oder vergangener Geschehnisse in der Sozialisation .
Dann ist eine Reinterpretation von Ergebnissen möglich ( Rosenthal 2015 , S. 21 f. ) .
Folgendes leistet die interpretative ( auch qualitative ) Sozialforschung :
Untersuchung von Unbekanntem und Neuem , Nachvollziehen des subjektiv gemeinten Sinns , Rekonstruktion des latenten Sinns , Rekonstruktion der Komplexität von Handlungsstrukturen am Einzelfall , Deskription sozialen Handelns und sozialer Milieus , empirisch begründete Hypothesen- und Theoriebildung und Hypothesen- und Theorieüberprüfung am Einzelfall ( ebd. , S. 27 ) .
Die Interpretation von Texten dient der Theorieentwicklung und dabei gleichzeitig als Basis für die Entscheidung , welche Daten zusätzlich erhoben werden sollen .
Dabei verfolgt sie zwei gegenläufige Ziele :
Das Aufdecken , Freilegen oder die Kontextualisierung der enthaltenen Aussagen führt in der Regel zu einer Vermehrung des Textmaterials - zu kurzen Passagen des Ursprungstextes werden seitenlange Interpretationen geschrieben .
Die andere Strategie zielt auf die Reduktion der Ursprungstexte durch Zusammenfassung bzw. Kategorisierung .
Diese beiden Vorgehensweisen werden entweder alternativ oder nacheinander verwendet .
Insgesamt lassen sich als grundsätzliche Strategien im Umgang mit dem Text die Kodierung von Material mit dem Ziel der Kategorisierung und/oder Theoriebildung von der mehr oder minder streng sequenziellen Analyse mit dem Ziel der Rekonstruktion der Fallstruktur unterscheiden ( Flick 2012 , S. 386 f. ) .
„ Die qualitative Datenanalyse [ ... ] wertet qualitatives - in der Regel verbales/textuelles , aber auch visuelles oder sonstiges nicht-numerisches - Datenmaterial im Hinblick auf das Forschungsproblem einer empirischen Studie interpretierend ( hermeneutisch ) aus .
Sie folgt dabei dem explorativen ( gegenstandserkundenden , hypothesen- und theoriebildenden ) Erkenntnisinteresse qualitativer Forschung und ist stark induktiv ( datengesteuert ) ausgerichtet .
[ ... ] Bei der sehr verbreiteten kategorienbildenden Analyse wird das Material in sinnvolle Analyseeinheiten segmentiert ( z.B. Sätze , Absätze ) , den Analyseeinheiten werden Codes zugeordnet ( Prozess der Kodierung ) und die Codes werden zu übergeordneten Kategorien zusammengefasst .
[ ... ] Die qualitative Datenanalyse erfolgt in der Regel im ersten Schritt fallbezogen und im zweiten Schritt fallübergreifend , indem sie meist Themen , Typen oder Theorien generiert. “ ( Döring und Bortz 2016 , S. 599 ) In der vorliegenden Arbeit dient der hohe Strukturierungsgrad des Fragebogens als Vorlage für die Kategorienbildung .
Flick ( 2012 , S. 409 ) definiert die Inhaltsanalyse wie folgt :
Die „ Inhaltsanalyse ist eine der klassischen Vorgehensweisen zur Analyse von Textmaterial gleich welcher Herkunft - von Medienerzeugnissen bis zu Interviewdaten. “ Dabei wird im ersten Schritt die Festlegung des Materials definiert , gefolgt von der Analyse der Erhebungssituation .
Danach wird das Material formal charakterisiert und im nächsten Schritt die Richtung der Textanalyse festgelegt .
Als Grundvoraussetzung muss die Fragestellung als Basis der Analyse genauestens definiert worden sein .
Anschließend werden die zu verwendende Analysetechnik und Kodiereinheiten gewählt .
Zum Schluss werden die Analysen durchgeführt und die Ergebnisse interpretiert ( Flick 2009 , S. 149 f. ) .
Im Folgenden werden drei voneinander unabhängige Analysetechniken als die Grundformen des Interpretierens nach Mayring ( 2015 , S. 67 ) näher erläutert :
Zusammenfassung , Explikation und Strukturierung .
„ Zusammenfassung :
Ziel der Analyse ist es , das Material so zu reduzieren , dass die wesentlichen Inhalte erhalten bleiben , durch Abstraktion ein überschaubares Korpus zu schaffen , das immer noch Abbild des Grundmaterials ist [ ... ] .
Explikation :
Ziel der Analyse ist es , zu einzelnen fraglichen Textteilen ( Begriffen , Sätzen ... ) zusätzliches Material heranzutragen , das das Verständnis erweitert und/oder das die Textstelle erläutert , erklärt , ausdeutet .
Strukturierung :
Ziel der Analyse ist es , bestimmte Aspekte aus dem Material herauszufiltern , unter vorher festgelegten Ordnungskriterien einen Querschnitt durch das Material zu legen oder das Material auf Grund bestimmter Kriterien einzuschätzen. “ ( Mayring 2016 , S. 115 ) Die drei Interpretationsformen sollen nicht nacheinander angewandt werden , sondern jeweils diejenige , die am geeignetsten für den vorliegenden Text erscheint .
Die Auswahl der zu verwendenden Analyseform richtet sich nach dem zu erforschenden Material und der Forschungsfrage .
Die Aufgaben der qualitativen Analyse reichen von der Hypothesen- und Theoriebildung über Pilotstudien und Vertiefungen bis hin zu Einzelfallstudien , Prozessanalysen und der Theorie- bzw. Hypothesenüberprüfung ( Mayring 2015 , S. 22 f. ) .
Im Hinblick auf die Auswertung der Erhebung wird in dieser Arbeit von den drei beschriebenen Interpretationsgrundformen nur die Zusammenfassung im Rahmen der Kategorienbildung angewendet .
Die Daten der in dieser Arbeit verwendeten Fragebögen werden nach dem Ansatz der qualitativen Methode zunächst transkribiert , anschließend generalisiert und auf die Grundaussage reduziert .
Danach findet die Kategorienbildung statt .
Abschließend werden Sie in tabellarischer Form zum besseren Vergleich gegenübergestellt ( ebd. S 71 ff. ) .
Die Werte der Konsumtagebücher werden innerhalb ihrer zugeordneten Gruppe „ PE '' , „ KV '' oder „ KG '' untersucht und verglichen .
Nicht vorhandene Konsumtagebücher können selbstredend nicht ausgewertet werden .
Auch wenn manche Datensätze unvollständig zurückgegeben wurden oder ganz fehlen , wurden keine weiteren Daten hinzugefügt , damit das Ergebnis messbar bleibt .
Die Inhaltsanalyse beginnt mit der Erfassung der auszuwertenden Ergebnisse .
Die Ergebnisse werden dann Satz für Satz nach den vier Regeln des Zusammenfassens bearbeitet :
Paraphrasieren , Generalisieren , 1. Reduktion und 2. Reduktion .
Bei der Datenauswertung für die vorliegende Arbeit wurde nur eine Reduktion vorgenommen , da eine zweite Reduktionsphase aufgrund der kurzen Datensätze nicht erforderlich war .
Die inhaltsanalytische Zusammenfassung bietet die Möglichkeit der induktiven Kategorienbildung .
Dabei sollen Interpretationsregeln formuliert werden und die Differenzierung einzelner Analyseschritte zur Zusammenfassung des vorliegenden Materials erfolgen ( Mayring 2015 , S. 68 f. ) .
„ Zentral für die Inhaltsanalyse ist die Konstruktion eines Systems von Kategorien , mit Hilfe dessen der Text neu gruppiert wird , indem Textabschnitte allgemeineren Kategorien zugeordnet werden .
Mit Hilfe der Kategorien wird das Material in Einheiten zergliedert , die dann bearbeitet werden können .
[ ... ] Der Text wird bei diesen Verfahren neu gegliedert und nicht in seiner sequenziellen Struktur rekonstruiert. “ ( Rosenthal 2015 , S. 230 )
Das zu erforschende Material wird möglichst ohne theoretische Vorüberlegung der auswertenden Person gesichtet und verschafft somit einen Überblick von möglichen Kategorien .
Der qualitative Teil besteht aus den empirischen und offenen Kategorien des Datenmaterials , wodurch sie zu einer Sammlung von Merkmalsausprägungen analytisch zusammengefasst werden ( Lamnek und Krell 2010 , S. 471 ) .
„ Mit dem Kategoriensystem werden die Regeln der Codierung festgelegt .
Damit werden Merkmale des Kommunikationsinhaltes in numerische Daten überführt .
Dieser Vorgang heißt Verschlüsselung oder Codierung .
Die relevanten Dimensionen des Forschungsproblems müssen anhand des theoretischen und empirischen Wissens herausgearbeitet werden .
Nur so kann das Kategoriensystem mit den Zielen der Untersuchung korrespondieren .
Die Forschungsfrage bestimmt also die Art des Kategorienschemas. “ ( Atteslander und Cromm 2006 , S. 190 ) „ Interner Kategorienvergleich :
Theorien beziehen sich auf Verknüpfungen zwischen einzelnen Kategorien .
In diesem Sinne wird versucht theoretische Konstrukte zu gewinnen , indem Beziehungen zwischen den Kategorien hergestellt werden .
Insbesondere geht es darum , besonders wichtige und erklärungsmächtige Kategorien zu entdecken , welche zur Erklärung der Zusammenhänge im Zentrum stehen können .
[ ... ] Triangulation ( externer Vergleich ) :
Die gewonnenen theoretischen Konstrukte werden mit anderen Zugriffen auf den Forschungsgegenstand verglichen ( z.B. mit den Ergebnissen einer quantitativen Untersuchung ) .
Auf diese Weise können die bisherigen Ergebnisse unterstützt werden .
Es können sich aber auch Widersprüche zeigen , die dazu führen , dass man z.B. nochmals mit veränderten Kategorien in die Codierungsphase einsteigt. “ ( Moser 2012 , S. 124 )
Nachfolgend sollen die Ergebnisse der Konsumtagebücher und Fragebögen im Kontext der leitenden Fragestellung interpretiert werden .
Dies erfolgt zur besseren Übersichtlichkeit in der Reihenfolge der gewählten Überschriften .
Hinweis :
Die Autorin betont , dass in der vorliegenden Interpretation der ausgewerteten Daten nicht von wirklicher Validität ausgegangen werden kann , da sich die Ergebnisse auf die Aussagen von 12 Bezugsbetreuern und 9 Klienten ( 17 Konsumtagebüchern ) beziehen .
Somit kann auch die Interpretation nur in Bezug auf diese Stichprobe erfolgen .
Für verallgemeinernde Aussagen wären zusätzliche Fragebögen und Konsumtagebücher notwendig .
Hinweis :
Generell werden die Werte der Suchtmittel der jeweiligen Klienten im Einzelfall betrachtet und auf unterschiedliche bzw. auffällige Ausprägungen geachtet .
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Konsumreduktion , der Spannweite und der Standardabweichung .
Diese drei Werte stellen konkrete Angaben über den Verlauf des Konsums dar und ermöglichen somit eine Interpretation der Wirksamkeit der jeweils angewandten Methode :
Je kleiner die Standardabweichung ist , desto konstanter ist der Konsum in Phase 2 geworden .
Der Fokus wird in der Interpretation vor allem auf die ersten drei Tage in Phase 2 gelegt , da diese der Intervention am nächsten sind und somit die Vermutung naheliegt , dass dem Klienten das Besprochene am ehesten im Gedächtnis ist .
Dadurch kann von einer Wirksamkeit der angewandten Methode ausgegangen werden .
In dieser Gruppe stehen insgesamt 5 von 5 möglichen Datensätzen von Klienten ( inkl. Testphase ) zur Auswertung zur Verfügung .
Ein Klient hat nur das Konsumtagebuch von Phase 2 abgegeben , somit sind 9 von 10 Konsumtagebüchern zur Interpretation der Daten vorhanden .
Der Klient hat in Phase 1 am 3. und 5. Tag je eine Alkoholmenge konsumiert , in Phase 2 hat er keinen Alkohol mehr konsumiert .
Somit hat sich dieser Konsum um 100 % reduziert .
Der Tabakkonsum sank um knapp 23 % .
Gleichzeitig war die Standardabweichung geringer , das bedeutet , dass der Konsum von Tabak in der zweiten Woche konstanter war als in der ersten Woche .
Obwohl der Konsum mengentechnisch in beiden Wochen sehr unterschiedlich war , wurde der Konsum gleichmäßig über die Woche verteilt .
Der THC-Konsum hat sich in Phase 2 minimal verringert .
Auch die Standardabweichung und die Spannweite sind gesunken .
Dies bedeutet , dass das Konsumverhalten des Klienten konstanter geworden ist .
Beim Substitut liegt in Phase 1 sowohl eine Veränderung der ärztlichen Verordnung des Konsums als auch ein zweifaches Weglassen der Einnahme vor .
In Phase 2 ist die Einnahme des Substituts konstant .
Aufgrund der Nichteinnahme in Phase 1 entsteht eine Konsumsteigerung zu Phase 2 von rund 17 % .
Spannweite und Standardabweichung nehmen in Phase 2 den Wert 0 an , da der Konsum durchweg konstant war .
Am 1. Tag der Phase 1 fand ein einmaliger Heroinkonsum statt , wodurch sich das Weglassen des Substituts am gleichen Tag erklären lassen könnte .
Die Daten von Tag 2 der ersten Phase waren nicht lesbar , lassen aber auf eine Fortführung des Heroinkonsums und somit erneuter Nichteinnahme des Substituts schließen .
In Phase 1 erfolgte an den ersten vier Tagen die Einnahme von Diazepam , in Phase 2 erfolgte keine erneute Einnahme davon , d.h. der Konsum sank um 100 % .
Auch die Einnahme von Lyrica , die in den ersten drei Tagen der ersten Phase stattfand wurde in Phase 2 nicht fortgesetzt .
Generell fällt auf , dass nicht verordnete Suchtmittel in Phase 2 nicht mehr eingenommen wurden , das verordnete Substitut dagegen regelmäßig .
Dies könnte auf die Intervention Psychoedukation im Zusammenhang mit einer Rückfallbearbeitung zurückzuführen sein .
Der Klient hat noch Kaffee als Suchtmittel in sein Tagebuch aufgenommen .
Der Konsum von Kaffee hat sich in Phase 2 um 8 % gesteigert .
Allerdings waren in Phase 2 mehr Zahlenwerte als in Phase 1 erkennbar und konnten somit für die statistische Auswertung verwendet werden .
In den ersten 3 Tagen in Phase 2 ist der Konsum von Kaffee geringer als in der ersten Phase .
Es ist erkennbar , dass der Klient in den ersten drei Tagen der Phase 1 weniger Angaben gemacht hat als in Phase 2 .
Dies könnte auf ein nachlässiges oder ungenaues Arbeiten hindeuten oder mit der Einnahme der nicht verordneten Suchtmittel ( Rückfall ) im Zusammenhang stehen .
Da sich der Konsum von allen Suchtmitteln - bis auf Kaffee - in Phase 2 teils um bis zu 100 % verringert hat , kann davon ausgegangen werden , dass die angewandte Methode der Psychoedukation wirksam war .
Alkohol- und THC-Konsum sowie die Einnahme von einem Substitut oder Heroin wurden durch den Klienten für keine der beiden Phasen dokumentiert .
Daher wurden nur für Tabak und Kaffee je zwei Boxplots entwickelt .
Der Tabakkonsum wurde von Phase 1 zu Phase 2 um 10,48 % reduziert .
Die Standardabweichung ist ebenfalls geringer geworden .
Der Konsum war in Phase 2 konstanter .
Dieser Klient gab auch Kaffee als Suchtmittel in seinem Konsumtagebuch an .
Dessen Konsum ist um etwa 13 % gesunken .
Hier wurde die Standardabweichung kleiner und stellt somit einen konstanteren Kaffeekonsum in Phase 2 dar .
Betrachtet man die Daten der ersten drei Tage nach der Intervention , kann man eine deutliche Reduktion des Konsums feststellen .
Somit kann die Schlussfolgerung getroffen werden , dass die angewandte Methode der Psychoedukation wirksam war .
Dieser Klient hat nur das Konsumtagebuch von Phase 2 zur Auswertung abgegeben .
Daher kann kein Vergleich zu Phase 1 gezogen werden .
Der Zigarettenkonsum lag täglich konstant bei 30 Zigaretten .
Es gab an drei von vier Tagen jeweils THC-Konsum und jeweils eine Einnahme eines Substituts .
Aufgrund der unregelmäßigen und verteilten Einnahme lässt dies auf eine nicht verordnete Einnahme schließen .
Eine Aussage , inwiefern die angewandte Methode wirksam war , ist nicht möglich , da der Vergleich zur ersten Phase fehlt .
Dieser Klient gab keinen Alkoholkonsum an .
Boxplots wurden für die Werte von Tabak- und Kaffeekonsum erstellt .
Der Tabakkonsum wurde von Phase 1 zu Phase 2 um über 10 % reduziert .
Der Konsum ist in der Menge konstanter geworden .
THC- und Heroinkonsum sind nicht präsent .
Es erfolgte keine Angabe zur Einnahme eines Substituts .
Dieser Klient hat ebenfalls Kaffee als Suchtmittel in seinem Konsumtagebuch notiert .
Der Konsum hat sich in Phase 2 um fast 14 % verringert .
Standardabweichung und Spannweite sind ebenfalls geringer geworden .
Es scheint , dass Psychoedukation bei diesem Klienten erfolgreich war .
Bei diesem Klienten wurden Boxplots für die Werte von Alkohol- , Tabak- und THC-Bong Konsum erstellt .
Der Alkoholkonsum wurde in Phase 2 um fast 57 % reduziert .
Der Zigarettenkonsum hingegen um 140 % gesteigert .
Der Klient hat in den Aufzeichnungen beim THC-Konsum in „ Joint “ und „ Bong “ unterschieden .
Der THC-Konsum in Form von „ Joints “ wurde in Phase 2 um 12,5 % gesenkt , der THC-Konsum in Form von „ Bong “ reduzierte sich um mehr als 66 % .
Eine Kokaineinnahme erfolgte in Phase 1 an zwei Tagen , in Phase 2 gar nicht mehr und hat sich daher um 100 % verringert .
Da sich bei allen Suchtmitteln eine Reduzierung in Phase 2 ergab , kann geschlossen werden , dass die angewandte Methode wirksam war .
In dieser Gruppe haben von vier potentiellen Klienten ( inkl. Testphase ) zwei ihre Konsumtagebücher zur Auswertung abgegeben .
Somit stehen insgesamt 4 Konsumtagebücher für den Vergleich von Phase 1 und 2 zur Verfügung .
Bei diesem Klienten wurden zwei Boxplots für das Suchtmittel Tabak angefertigt , da nur bei diesem Suchtmittel eine messbare Veränderung zu erkennen war .
Bei Zigaretten gab es eine Reduktion des Konsums um rund 57 % , jedoch wurde in Phase 2 - im Gegensatz zu Phase 1 - E-Zigarette geraucht .
Das Substitut wurde durch den Klienten täglich in gleicher Höhe eingenommen .
Im Zeitraum zwischen den Eintragungen in den beiden Konsumtagebüchern gab es nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eine Umstellung des Substituts .
Der Klient gibt an , in Phase 2 am fünften Tag 0,2g Heroin konsumiert zu haben .
Da es sich nur um einen einmaligen Vorfall handelt , ist von einem Rückfall auszugehen , den der Klient selbständig stoppen konnte .
Ein Alkoholkonsum fand am sechsten Tag der zweiten Phase statt , gleichzeitig mit der Einnahme von Diazepam .
Dies könnte dadurch erklärbar sein , dass der Klient die Entzugserscheinungen des Heroinkonsums vom Vortag abschwächen wollte .
Der Kontingenzvertrag wurde dem Klienten zwischen Phase 1 und 2 ausgehändigt , jedoch wurde er nicht vom Klienten unterschrieben .
Es gab dafür kein Commitment seinerseits .
Der Konsum des Klienten hat sich – bis auf den Rückfall – kaum verändert .
Einzig der Tabakkonsum wurde durch die Nutzung einer E-Zigarette ersetzt .
Die Methode Kontingenzvertrag war bei diesem Klienten allem Anschein nach nicht wirksam .
Es wurden ausschließlich Angaben zum Alkohol- und Tabakkonsum gemacht .
Der Klient konsumierte an jeweils 3 Tagen in beiden Phasen Alkohol .
Der Konsum hat sich von Phase 1 zu Phase 2 um knapp 6 % erhöht .
Die Standardabweichung und Spannweite haben sich minimal , an den Konsum angepasst , erhöht .
Das bedeutet , der Konsum ist in Phase 2 weniger konstant .
In den ersten drei Tagen der Phase 2 fand erhöhter Alkoholkonsum statt .
Der Tabakkonsum ist in Phase 2 um fast 7 % gestiegen .
Die Standardabweichung ist niedriger , d.h. der Konsum war in der zweiten Phase konstanter als in der ersten .
Der Klient unterschrieb den Kontingenzvertrag im Rahmen des Gesprächs gemeinsam mit seiner Bezugsbetreuerin und gab somit sein Commitment .
Jedoch ist der Konsum in Phase 2 gestiegen .
Bei diesem Klienten war die Methode des Kontingenzvertrages nicht wirksam .
In dieser Gruppe standen 4 Konsumtagebücher von 2 ( der 4 potentiellen ) Klienten zur Interpretation zur Verfügung Der Konsum von Alkohol hat sich in Phase 2 um 250 % gesteigert .
Der Zigarettenkonsum wurde um fast 23 % reduziert .
Bei beiden Suchtmitteln hat sich die Standardabweichung in Phase 2 erhöht .
Der Konsum ist unregelmäßiger geworden .
Der THC-Konsum hat sich um 32 % verringert .
Eine Substitutseinnahme oder Heroinkonsum sind nicht genannt .
Die Einnahme von Speed hat sich von Phase 1 zu Phase 2 um 100 % verringert .
Die massive Steigerung des Alkoholkonsums kann ein Anzeichen dafür sein , dass keine Intervention durchgeführt wurde .
Die Standardabweichung hat sich beim Tabak- und Alkoholkonsum jeweils erhöht , dies deutet auf einen unregelmäßigen Konsum hin .
Der Tabakkonsum wurde lediglich um 7 % reduziert .
Der THC-Konsum hat sich um 100 % verringert .
Der Konsum von THC sowie eine Substitutseinnahme sind nicht angegeben .
Zusammenfassend hat sich gezeigt , dass Psychoedukation vermutlich in allen vier , vollständig für die Auswertung zur Verfügung stehenden Fällen wirksam war .
Im Gegensatz dazu erhöhte sich der Konsum der Klienten nach Anwendung der Methode Kontingenzvertrag sogar .
In der Kontrollgruppe sank der Konsum bei einem Klienten bzw. entwickelte sich beim anderen je nach Suchtmittel sehr unterschiedlich .
In der Kontrollgruppe zeigte sich , dass das vorliegende Konsummuster eines Klienten evtl.
durch die Intervention Psychoedukation zum positiven beeinflusst hätte werden können und somit evtl.
eine Konsumreduktion stattgefunden hätte .
Ebenso liegt bei der Kontrollgruppe die Vermutung nahe , dass Psychoedukation evtl.
ein anderes Ergebnis erbracht hätte .
Der Vergleich der untersuchten Methoden zeigt demnach , dass durch Psychoedukation der Konsum der Klienten am effektivsten gesenkt werden kann .
Hinweis :
Ein Therapeut hat Psychoedukation statt der ihm zugewiesenen Intervention „ Kontingenzvertrag “ angewandt , was zu der ungleichen Verteilung der Therapeuten auf diese Gruppen führt .
Bei vielen Fragen wurden keine oder nur unzureichende Angaben gemacht .
Diese fallen unter die Kategorie 17 „ Entfällt , da keine Angabe gemacht wurde “ und 18 „ Angabe nicht verwertbar “ und können somit in der Auswertung nicht weiter berücksichtigt werden .
Die Testphase der beiden Klienten wird jeweils in der zugehörigen Gruppe in die Auswertung und Interpretation einbezogen .
Wörtliche Zitate aus den Fragebögen wurden durch Kursiv-Druck und Anführungszeichen gekennzeichnet .
In der Gruppe „ Psychoedukation “ sprachen sich alle Therapeuten für die erneute Anwendung der Methode aus .
Zwei von sechs Therapeuten stellten einen Unterschied zwischen beiden Phasen fest :
„ Ja , weniger interessiert als in zweiter Testphase. “ „ Ja , Motivation zum Ausfüllen und Abgeben notwendig. “ Dagegen bemerkten vier Therapeuten keinen Unterschied zwischen den Phasen .
3 der 6 Therapeuten dieser Gruppe haben bereits vor der ihnen zugewiesenen Intervention Psychoedukation angewandt , da dem Klienten vorab schon von dieser Arbeit erzählt wurde .
Dreifach wurde genannt , dass keine spezielle Methode vor der Intervention angewandt wurde .
Viele Therapeuten haben die Arbeit mit Konsumtagebüchern in ihre tägliche Arbeit mit Klienten integriert , daher ist vielen Klienten die Methode vor der Erhebung bekannt und es bedarf weniger Psychoedukation .
Unterschiede beim Ausfüllen der beiden Konsumtagebücher wurden wie folgt festgestellt :
„ Ja , verspätete Abgabe “ bzw. „ Ja , gesteigerter Konsum. “ Die Methode wurde von allen Therapeuten als wirksam erachtet .
Unter anderem ergaben sich dadurch „ Anregungen zum Gespräch “ .
In der Testphase hat der Klient die Eintragung im Tagebuch mit Strichen statt Zahlen vorgenommen und hat diese schräg angeordnet je nach Tageszeit .
Somit hatte er nicht nur einen Überblick , wie viel er pro Tag von der jeweiligen Substanz konsumiert hat , sondern auch über den Zeitpunkt , wann er es konsumiert hat .
Dadurch konnte er für sich Muster und Rituale sowie bevorzugte Konsumzeiten herausfinden .
Des Weiteren wurde festgehalten , dass der „ Konsum abhängig vom Geld “ ist und ein anderer Klient „ nichts Neues “ über sein Konsumverhalten erfahren hat .
Resümee :
Die zugewiesene Methode „ Psychoedukation “ wird von allen Therapeuten als wirksam eingestuft .
Sie ist in der Arbeit im Betreuungskontext von großer Bedeutung und kann zur Eruierung des Konsumverhaltens eingesetzt werden .
Psychoedukation steigert das Problembewusstsein und die Reflexionsmöglichkeiten der Klienten .
Von allen Therapeuten wurde kein Unterschied zwischen Phase 1 und 2 festgestellt .
Einzig in der Testphase wurde notiert :
„ Erneute Arbeitsanweisung zur Vervollständigung notwendig. “ .
Das erste Konsumtagebuch hat der Klient im Betreuungskontext gemeinsam mit seiner Bezugsbetreuerin vervollständigt , um eine Auswertung zu ermöglichen .
Das zweite Konsumtagebuch war dann vollständig ausgefüllt .
Vor der Intervention wurde häufig mit Psychoedukation und Commitmentgesprächen gearbeitet .
Die Therapeuten sprachen sich gegen einen erneuten Einsatz von Kontingenzverträgen aus .
Die Mehrheit wendete diese Methode zum ersten Mal an .
Besonderheiten und Auffälligkeiten wurden nicht benannt .
Resümee :
Die erneute Anwendung dieser Methode ist nicht angebracht , da sie von allen Therapeuten als nicht wirksam eingestuft wird .
Keiner der vier teilnehmenden Therapeuten konnte einen Unterschied zwischen beiden Phasen feststellen .
Auch in dieser Gruppe wurde Psychoedukation vor der eigentlichen Intervention angewandt .
Die Hälfte der Therapeuten spricht sich grundsätzlich für die Anwendung einer Therapiemethode aus .
Als Auffälligkeit wurde „ teilweise Entzug “ genannt .
Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Kontrollgruppe .
Resümee :
In der Kontrollgruppe wurden keine Veränderungen zwischen den Phasen festgestellt .
Des Weiteren wurde auch in der Kontrollgruppe in der alltäglichen Arbeit Psychoedukation bevorzugt .
Die Erkenntnis , dass der Kontingenzvertrag in dieser Erhebung als nicht zielführend eingestuft wurde , deckt sich mit den Daten der quantitativen Auswertung , da von 4 Klienten ( inkl. Testphase ) nur 2 Klienten Tagebücher zur Auswertung abgegeben haben und somit nur insgesamt 4 von 8 Konsumtagebüchern zur Auswertung zur Verfügung stehen .
Die Kontrollgruppe in dieser Erhebung hat gezeigt , dass keine speziell angewandte Methode auch keine Konsumreduzierung zur Folge hat .
Die Psychoedukation wurde von den meisten Therapeuten zur ( erneuten ) Anwendung genannt und kann in dem Zusammenhang mit einer Achtsamkeitsübung kombiniert werden .
