Was bedeutet gelingende Soziale Arbeit für mich mit meiner vierjährigen beruflichen Erfahrung ?
Meine Arbeit besteht darin , die Klienten im Betreuten Wohnen im Rahmen der psychiatrischen Pflichtversorgung in ihrem eingeschränkten Verhaltensrepertoire zu unterstützen und zu ermutigen , Fähig- und Fertigkeiten wie z.B. Disziplin ( wieder ) zu erlernen .
Im Rahmen des Betreuungskontextes bietet sich die Möglichkeit , Disziplin durch die Wahrnehmung vereinbarter Termine und durch Einhaltung von Absprachen zu üben .
Frustrationstoleranz sowie der Wille , an den eigenen Zielen zu arbeiten , sind ebenso Betreuungsziele .
Motivation und Ausdauer sind sowohl für die Klientel als auch für die Mitarbeiter wichtig , damit Soziale Arbeit gelingen kann .
Im Arbeitsalltag sind Flexibilität und Anpassungsfähigkeit seitens des Therapeuten sehr wichtig .
Jeder Klient ist in seinen Problemlagen und Bedürfnissen individuell .
Zu gelingender Sozialer Arbeit gehören für mich ein stabiles Beziehungsverhältnis zum Klienten , die Zusammenarbeit mit ihm sowie die Erreichung und Überprüfung seiner ( Teil- ) Ziele .
Dazu zählen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft , die Anbindung an eine Tätigkeit und eine regelmäßige Tagesstruktur der Klientel .
Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben kann durch Aktivitäten in den Gruppenangeboten gestärkt werden .
Allgemein ist die Wirksamkeit von verhaltenstherapeutischen Methoden vielfach bestätigt worden .
Die in Kapitel 3 beschriebene S3-Leitlinie zeigt den aktuellen wissenschaftlichen Forschungskontext zur Wirksamkeit von verhaltenstherapeutischen Methoden .
Hintergrund für diese Arbeit ergab sich aus meinem Arbeitsalltag .
In der Betreuung des Verbundwohnens für psychisch Kranke konsumieren fast alle Klienten legale und/oder illegale Substanzen .
Die Konsumreduzierung ist ein wichtiges Ziel in der täglichen Arbeit mit den Klienten .
Ich möchte das Thema der Überprüfung der Wirksamkeit ausgewählter verhaltenstherapeutischer Standardmethoden vertiefen , weil ich die Arbeit mit den Klienten optimieren möchte .
Mithilfe der Auswertung des Fragebogens der Sozialarbeiter , die Teil der Forschungsarbeit ist , kann ich nicht nur meine eigenen Erfahrungen mit der Thematik in der Zusammenarbeit mit der Klientel einbringen , sondern mich auch auf die Erfahrungen der Bezugsbetreuer beziehen und diese mit meinen vergleichen .
Durch eine eingehende Literaturrecherche und die Auswertung der Erhebung gelingt ein guter Überblick über das Zusammenspiel von Theorie und Praxis .
Durch die Erhebung an meinem Arbeitsplatz habe ich die Möglichkeit , meine Arbeitsweise zu reflektieren und ggf. aufgrund neuer Erkenntnisse anzupassen und im Anschluss in meinen Arbeitsalltag zu integrieren .
Ziel dieser Arbeit ist es zu überprüfen , ob die Anwendung zweier ausgewählter verhaltenstherapeutischer Standardmethoden die Wirksamkeit Sozialer Arbeit erhöht .
Messbar ist die Wirksamkeit anhand von Selbstbeobachtung der Klienten durch das Führen von Konsumtagebüchern sowie durch Auswertung der Angaben im in dieser Erhebung verwendeten Fragebogen .
Aufgrund der Komplexität der Problemlagen der Klientel sowie deren eingeschränkter Fähig- und Fertigkeiten und der Vielseitigkeit der Mitarbeiter am untersuchten Standort , ist eine kontinuierliche Reflexion der Arbeitstechniken erstrebenswert , um Erfolge in der Betreuung zu erzielen .
Im Einzelnen soll herausgefunden werden , ob es Unterschiede in den Ergebnissen der gewählten konträren verhaltenstherapeutischen Maßnahmen gibt .
Die für die Untersuchung gewählten verhaltenstherapeutischen Methoden sind Psychoedukation und Kontingenzverträge .
Psychoedukation ist die umfassende Aufklärung eines Klienten über seine spezifische Problematik und die Wissensvermittlung , wie sich diese Problematik in seinem konkreten Fall entwickelt hat und wie sie gelöst werden kann .
Der Kontingenzvertrag unterstützt die Verhaltensveränderung durch Regeln und Verbindlichkeit .
Laut Senf et al. ( 2000 , S. 202 ) werden die Methoden der Verhaltenstherapie oft als effizient erachtet , da sie sich in der Praxis bewährt haben .
Sie ermöglichen Transparenz im Betreuungskontext und eine Veränderung im problematischen Verhalten der Klienten .
Die Beschreibung der therapeutischen Methoden zeigt einen konzeptuellen Handlungsrahmen , der auf die Problematik und Bedürfnisse des jeweiligen Klienten angepasst werden muss .
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile .
Der erste Teil beinhaltet die Rahmenbedingungen der Betreuung und der zu betreuenden Klientel sowie den aktuellen Forschungsstand und Erläuterungen der für diese Arbeit ausgewählten verhaltenstherapeutischen Standardmethoden .
Der zweite Teil dieser Arbeit ist der empirische Teil .
Er umfasst die Hypothesenbildung , den Forschungsplan sowie die Erhebung in ihren Grundlagen und die Datenauswertung .
Abschließend werden Schlussfolgerungen und weiterführende Fragen näher dargestellt .
Kapitel 2 beschreibt dabei die Klientel und den Arbeitshintergrund , auf dem diese Arbeit aufbaut .
Des Weiteren werden die Themen „ Persönlichkeitsstörungen '' und „ Therapeut Klient-Beziehung '' erläutert , da diese die Arbeit mit der Klientel wesentlich beeinflussen .
Kapitel 3 befasst sich mit dem aktuellen Wissensstand verhaltenstherapeutischer Standardmethoden , speziell der Psychoedukation und der Arbeit mit Kontingenzverträgen , anhand der S3-Leitlinie „ Screening , Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen '' .
In Kapitel 4 werden die ausgewählten verhaltenstherapeutischen Standardmethoden erläutert sowie dazugehörige Instrumente für die Erhebung der Masterarbeit .
Im Einzelnen wird dabei auf die Psychoedukation und die Selbstbeobachtung als eigenständige Methoden sowie auf das Kontingenzmanagement eingegangen .
Als Techniken werden die Arbeit mit Konsumtagebüchern und Kontingenzverträgen erläutert .
Kapitel 5 beschreibt die Forschungsfragen und die daraus entwickelten Hypothesen .
Kapitel 6 enthält den Forschungsplan .
Dieser setzt sich aus der Methodenwahl , dem beteiligten Personenkreis und der Planung des Forschungsprozesses zusammen .
Im siebten Kapitel wird die Datenauswertung dargestellt , im Einzelnen das Vorgehen und die Darstellung der Ergebnisse .
In Kapitel 8 finden sich die Beantwortung der Forschungsfragen und Hypothesen sowie ein persönliches Fazit und weiterführende Fragestellungen und Ideen .
