Während des 17. Jahrhunderts bildeten die drei Buchstaben “VOC”  das meistbekannteste Logo der Welt. Diese Initialen gehörten  der Verenigde Oostindische Compagnie, zu Deutsch,  die Niederländische Ostindien-Kompanie – vielfach betrachtet,  als die profitabelste Firma, die jemals gegründet wurde. Mit Anfang des Jahres 1602 übernahm sie den boomenden Gewürzmarkt und bereitete den Weg für Handelsstrecken  zwischen Asien und Europa. Aber solch ein Erfolg gelang  nur auf Kosten zahlrreicher Menschenleben. 
Als der niederländische Staat  die Kompanie gründete, verlieh es der Organisation die Macht  Kriege zu führen, Diplomatie zu betreiben und  Kolonien in ganz Asien zu erobern. Die Niederländische Ostindien-Kompanie sollte Geld einbringen und mit europäischen Imperien  konkurrieren. 
Der asiatische Markt war  zu dieser Zeit der Größte und in Europa gab es  eine hohe Nachfrage nach Gewürzen. Muskatnuss war eines der Wertvollsten. Jedoch wurde es nur auf den  indonesischen Banda-Inseln angebaut. Falls niederländische Beamte Muskatnuss alleinig für sich gewinnen könnten, würde das ihre Investoren reich machen, für das dauerhafte Überleben  der Kompanie sorgen und ihren Konkurrenten  den gleichen Gewinn verwehren. Jedoch hing der Erfolg des Plans  von der Unterwerfung der Bandanesen ab. Um diese zu garantieren, waren Beamte, wie der skrupellose Jan Pieterszoon Coen, zu allem bereit. 
Mit einer Bevölkerung von 15000 Menschen bestanden die Banda-Inseln aus Dorfbünden, die von reichen und erfahrenen Händlern namens Orang Kaya kontrolliert wurden. Sie haben ihr praktisches Monopol über  Muskatnuss über Jahrhunderte erhalten, indem sie es für den höchsten Preis an  Händler aus Asien und Europa verkauften. 
Als die Niederländische Ostindien-Kompanie um 1600 auf den Inseln ankam, überredeten Beamte eine Gruppe Orang Kaya, einen Vertrag zu unterzeichnen. Er garantierte ihnen Schutz im Austausch  für Monopolrechte auf ihr Muskatnuss. Bandanesische Führer hatten vorher schon ähnliche Abkommen geschlossen aber konnten diese ohne schwere Folgen  wieder auflösen. Die Niederländer stellten  eine neue Bedrohung dar. Sie versuchten Festungen zu bauen,  um Handel zu kontrollieren und Schmuggel zu verhindern und bestanden darauf ihnen Muskatnuss  zu einem gesenkten Preis zu verkaufen. Viele Bandanesen weigerten sich und die Beziehungen verschlechtern sich. 1609 attackierte und tötete  eine Gruppe von Dorfbewohnern einen niederländischen Admiral  und 40 seiner Männer. Im Laufe des nächsten Jahrzehnts  eskalierten die Spannungen, als Verträge gebrochen  und neu unterzeichnet wurden. 
Die Kompanie und ihr Generalstaathalter,  Jan Pieterszoon Coen, nahmen neue Strategien in Betracht. Laut eines Beamten, sollten die Bandanesen “zur Vernunft gebracht  oder vollständig vernichtet” werden. Coen selbst glaubte, dass es keinen Handel ohne Krieg geben kann. Mit Erlaubnis seiner Vorgesetzen führte er 1621 eine gewaltige Invasion durch und brachte bandanesische Führer dazu,  ein weiteres Dokument zu unterzeichnen. Aber dieses Mal wurden die Bandanesen  darin nicht als souveränes Volk anerkannt, sondern als koloniale Untertanen  der Niederländischen Ostindien-Kompanie. 
Bald behaupteten niederländische Beamte,  dass es eine Verschwörung gegen sie gäbe. Coen nutzte dies, um weiteren Widerstand zu eliminieren. Er befahl seinen Soldaten,  bandanesische Führer zu foltern, um Geständnisse zu erlangen. Im Laufe der nächsten Monate  führten Kompanie-Truppen einen grausamen Feldzug durch,  welche die Bevölkerung dezimierte. Viele der Bandanesen wurden  zum Hungertod getrieben oder versklavt und zu entfernten  niederländischen Kolonien entsendet. Andere sprangen von Klippen,  als dass sie sich ergaben. Tausende flohen und ließen  ganze Dörfer ausgestorben zurück. Einige Überlebende übersiedelten  auf andere Inseln, wo sie Reste der bandanesischen Sprache  und Kultur am Leben hielten. 
Als der gewaltsame Feldzug der Kompanie vorbei war, war die Zahl der indigenischen Bevölkerung auf weniger als ein Tausend gefallen, wovon die meisten versklavt wurden. Die Niederländische Ostindien-Kompanie teilte die Inseln in Plantagen auf und importierte versklavte Arbeitskräfte. Es war, auf allen Ebenen,  ein Akt des Genozids. Durch die Sicherung  des globalen Monopols über Muskatnuss entwickelte sich die Kompanie  wirtschaftlich rasant weiter, was zur niederländischen Blütezeit  beitrug. Obwohl Coen auch kritisiert wurde, feierte man ihn bis weit in das 20. Jhdt  als nationalen Helden. 400 Jahre nach dem Massaker auf Banda steht Coens Statue  immer noch in der Stadt Hoorn, trotz steigender Forderungen nach ihrer Entfernung. Coen und die  Niederländische Ostindien-Kompanie brachten einen wertvollen Rohstoff unter  ihre Kontrolle und Profite  stiegen in die Höhe. Aber sie erreichten dies,  indem sie eine andere Gesellschaft gewaltsam auseinanderießen. 
