Hallo aus Lagos, Nigeria, einer der größten Städte Afrikas. 2050 wird Lagos die meisten Großstädte der Welt überholt haben, wie New York und Mexiko City, und mehr als 32 Millionen Einwohner zählen. Zu diesem Zeitpunkt werden in Nigeria mehr Menschen als in den USA leben. Doch es gibt ein Problem. Lagos und andere afrikanische Megacitys leiden unter mangelnder Verkehrsinfrastruktur, Verschmutzung, Staus und schlechten Sicherheitsbedingungen. Deshalb kommen die Menschen nur schwer zur Arbeit, besonders in ärmeren Gemeinden, wo die Infrastruktur überall Lücken aufweist. 
Auftritt: die afrikanischen Motorradtaxifahrer. Auf zwei oder drei Rädern rasen sie durch die überfüllten Straßen Afrikas und bringen Menschen und Güter an ihr Ziel. Leider gehören diese Fahrer nicht zur regulären Wirtschaft. Sie können sich keine sauberen, effizienten Fahrzeuge leisten und müssen von ausbeuterischen Kredithaien alte Benzinfahrzeuge mieten. Wegen dieser schwierigen Lage sind sie oft auf sich allein gestellt. Was sie außerdem erleiden müssen, sind die hohen Betriebskosten dieser ausbeuterischen Kredithaie. Und diese Fahrer verschmutzen die Umwelt. Wenn nichts getan wird, steigt laut Schätzungen die Verschmutzung durch zwei- oder dreirädrige Fahrzeuge in Afrika auf 1,7 Gigatonnen pro Jahr. Das entspricht der Verschmutzung von zwei Millionen Boeing-737-Jets jedes einzelne Jahr. 
2013 kündigte ich meinen Job als Ingenieur und ging zum MIT. Dort traf ich meinen Kompagnon Chinedu Azodoh, einen Ingenieurskollegen mit ähnlichen Träumen. Wir waren uns einig, dass Afrika bei der globalen Umstellung auf saubere Mobilität zurücklag. Inspiriert durch Innovatoren auf der ganzen Welt, entschieden wir uns für eine dreiteilige Lösung, die Motorradtaxifahrern in Afrika Zugang zu Elektrofahrzeugen, Batteriewechseln, Wartung und Notfallhilfe verschafft. 
Das funktioniert so: Die Fahrer melden sich auf der Plattform an, bekommen sofort Zugang zu einem Elektromotorrad und einem Batteriewechsel. So können sie sparen und Geld verdienen, um diese Fahrzeuge zu kaufen. Wir reduzieren auch ihre Risiken durch Zugang zu Notfallmaßnahmen, Krankenversicherung und Wartungsplänen. Das ist ein integrierter Ansatz für Entwicklung, Herstellung, Finanzierung und Betrieb einer Elektromobilitätsplattform für besonders vulnerable, informelle Bevölkerungsgruppen ohne Bankkonto. Das Einkommen der Fahrer deckt die Kosten von Elektroflotte und Batterien. Die Kosten für Forschung, Entwicklung und Technologie übernehmen Partner wie Stiftungen, gemeinnützige Organisationen und Investoren. 
Das ist Baba Gbenro, einer unserer Fahrer. Bevor er sich auf der Plattform anmeldete, war er Kleinbauer in der Gemeinde Gbamu Gbamu in Südwestnigeria und verdiente drei Dollar am Tag. Das Schicksal schlug zu, als er seinen ersten Sohn verlor. Ohne Hilfe konnte er seine Agrarprodukte nicht transportieren und kam nicht mehr über die Runden. Als er sich bei uns anmeldete, bekam er sofort jeden Tag ein elektrisches Motorrad und eine geladene Batterie. So konnte er Leute aus seiner Gemeinde transportieren, ein wenig mehr verdienen und seine Pflichten erfüllen wie den jüngeren Sohn in die Schule zu schicken. Dank unserer Plattform steigerte er sein tägliches Nettoeinkommen von drei auf sechs Dollar. 
Heute profitieren von unserer Plattform über 15.000 Fahrer. Laut unseren Daten hat jeder Fahrer im Schnitt fünf Angehörige -- unsere Arbeit versorgt also vermutlich über 75.000 Menschen. 
Bis 2025 wollen wir über 150.000 Fahrer mit Elektrofahrzeugen ausstatten. Wenn diese Idee tatsächlich Erfolg hat, könnten Innovatoren der Elektromobilität und Klimaunternehmer in Afrika gemeinsam über 10 Millionen Motorradtaxifahrer erreichen. Auf diese Weise bieten wir dem jüngsten und am schnellsten wachsenden Kontinent der Erde eine nachhaltigere, prosperierende Zukunft, schaffen Arbeitsplätze und reduzieren Emissionen. 
Vielen Dank. 
(Jubel und Applaus) 
