Mitte der 1930er Jahre überragten  zwei wohlbekannte Türme den Morgennebel. Mit ihrer Höhe von 227 Metern und je 22.000 Tonnen würden sie die Golden Gate Bridge in Kalifornien stützen. Da sie damals noch in Pennsylvania waren, mussten sie erst demontiert,  verpackt und stückweise 4500 Kilometer transportiert werden. 
Der Transport der Brückentürme quer über den Kontinent war nur eine der Herausforderungen, die vor Charles Ellis und Joseph Strauss, den leitenden Ingenieuren, lagen. Noch bevor der Bau begann, waren sie verschiedener Kritik ausgesetzt. Die Armee befürchtete,  dass der wichtige Hafen durch die Brücke zu einem noch angreifbareren Ziel würde. Fährgesellschaften behaupteten, die Brücke brächte sie um ihre Geschäfte und die Anwohner wollten  die natürliche Landschaft bewahren. Außerdem dachten viele Ingenieure, dass das Projekt nicht umsetzbar war. In der Golden-Gate-Meerenge gibt es Windgeschwindigkeiten von bis zu 96 km/h, wirbelnde Fluten, endlose Nebeldecken und die erdbeben-anfällige San-Andreas-Verwerfung. 
Aber Strauss war überzeugt, dass der Brückenbau möglich sei und der Weg der Pendler in die Stadt dadurch verbessert werde. Er war jedoch ein bisschen überfordert. Sein erster Plan sah den Bau einer Auslegerbrücke vor. Diese Brückenart besteht aus einem Träger, der an einer Seite befestigt und waagerecht ausgestreckt ist wie ein Sprungbrett. Da diese Brücken unter ihrem eigenen Gewicht bersten, wenn sie zu lang sind, benutzte Strauss in seinem Projekt  zwei in der Mitte verbundene Ausleger. Aber Ellis und sein Kollege  Leon Moisseif überzeugten Strauss, einen anderen Ansatz zu verfolgen: eine Hängebrücke. 
Während eine Auslegerbrücke  an einem Ende gestützt wird, ist die Fahrbahn bei der Hängebrücke an angespannten Tragseilen aufgehängt. Das Ergebnis ist eine flexiblere Konstruktion, die widerstandfähig gegen Wind und sich verändernde Belastungen ist. Diese Bauweise wurde lange  bei kleinen Seilbrücken eingesetzt. Und in der 1930er Jahren produzierten die modernen Stahlhersteller Tragseile aus gebündelten Drähten. Die fungierten als starke Stahlseile bei großen Bauprojekten. Damals war die Golden Gate Bridge die längste und höchste Hängebrücke, die je konstruiert wurde, und ihre Konstruktion  war nur durch diese Innovationen möglich. Aber die Herstellung der Kabel und Türme dieser Größe war nur in großen Stahlwerken an der Ostküste des Landes möglich. 
Während der kürzlich  fertiggestellte Panamakanal die Lieferung dieser Komponenten nach Kalifornien ermöglichte, verlief die Wiedermontage  der Türme nicht ganz planmäßig. Es war einfach, ein stabiles, flaches Fundament für den Nordturm zu finden. Für den Bau des Südturms musste jedoch ein zehnstöckiges Gebäude unter Wasser errichtet werden. Da die Tiefe der Meerenge das Bohren oder Ausheben der Fundamente unmöglich machte, warf man Bomben auf den Ozeanboden, um Öffnungen für den Beton zu erzeugen. Man errichtete für die Baustelle einen Uferdamm als Schutz vor Strömungen und die Arbeiter hatten 20-minütige  Schichten zwischen den Fluten. Die Türme waren so komplex, dass jeder  Arbeiter mehrere Baupläne bei sich trug, um sich nicht zu verlaufen. Einmal schwankte der Südturm wegen eines Erdbebens fast fünf Meter in jede Richtung. Strauss nahm die Sicherheit der Arbeiter ernst, forderte konstante Helmpflicht und ein Sicherheitsnetz unter den Türmen. Aber sogar diese Vorsichtsmaßnahmen konnten den Zusammenbruch einer Plattform im Jahr 1937 nicht verhindern, in dessen Folge zehn Arbeiter starben. 
Nach der Errichtung der Türme  wurden die Kabel gespannt, die Hänger in Abständen von 15 Metern angehängt und eine Betonfahrbahn angelegt. Die Brücke war fertig, aber es gab  noch eine Aufgabe zu erledigen: sie zu streichen. Nach der Herstellung wurde der Stahl  mit einer rötlichen Farbe grundiert, welche über die Bauzeit erhalten blieb. Die Marine setze sich aber stark dafür ein, die Brücke in den taktischen Farben Schwarz und Gelb zu streichen. Der beratende Architekt Irving Morrow  fand aber, dass die Grundierungsfarbe gut mit der Naturszenerie der Meerenge zusammenpasste -- und war nicht allein. Unter Berufung auf zahlreiche Briefe der Anwohner gewann Morrows 30-seitiges Plädoyer  für die Farbe „internationales Orange” gegen die Pläne der Marine. Und bis heute komplementiert diese ikonische Farbe das blaue Wasser der Meerenge,  die grünen Hügel und die Nebelschwaden. 
