Satan - das Monster, das in der Hölle  die Knochen der Sünder zermalmt. Luzifer - der gefallene Engel,  der gegen die bewährte Ordnung tobt. Mephistopheles (Mephisto) der Schwindler,  der mit ahnungslosen Leuten Pakte eingeht. 
Diese drei ungleichen Teufel stammen alle von Satan aus dem Alten Testament, nach dem Buch Hiob ist Satan der Engel, welcher Hiob quält. Im Gegensatz zu den literarischen Teufeln ist der Satan aus der Bibel ein eher zweitrangiger Charakter mit wenig Informationen über seine Taten oder sein Aussehen. Wie wird er zum ultimativen Widersacher mit so unterschiedlichen Gestalten? 
Im Neuen Testament handelt Satan mehr: er führt Jesus in Versuchung, benutzt Dämonen um Leute zu besessen, und erscheint als Riesendrachen,  der in die Hölle verbannt wird. Diese letzte Darstellung inspiriert mittelalterliche Künstler und Verfasser, welche eine schuppige, zottelige Kreatur mit langen Zehennägeln beschreiben. Michael Pachers Bild “Der Teufel weist dem hl. Augustinus das Buch der Laster vor” Der Teufel präsentiert sich als aufrechtstehende Echse mit einem kleinen Gesicht, welches von seinem Hinterteil blinzelt. 
Der Inbegriff dieser monströsen Satanen erscheint in “Inferno” des italienischen Schriftstellers Dante Alighieri. Inmitten des neunten Kreises ist Dantes Satan ein dreiköpfiges Ungetüm mit Feldermausflügeln, das Sünder frisst. Aber er ist auch bedauernswürdig: Machtlos, da ihn das panische  Schlagen seiner Flügel nur noch mehr ins Eis einschliesst. Im Gedicht entflieht der Held der Hölle indem sie über Satans Körper klettert, dabei empfindet er für das gefangene Biest beides: Abscheu und Mitgefühl, was den Leser zur Überlegung anreizt, dass böse Taten Schmerzen verursachen. 
Während der Renaissance beginnt der Teufel eine menschliche Gestalt anzunehmen. Künstler zeichnen ihn als Mann mit gespaltenen Hufen und gewundenen Hörner, inspiriert von Pan, dem griechischen Gott der Hirten. In seinem Werk “Das verlorene Paradies”  des englischen Dichter John Milton, wird der Teufel als Luzifer beschrieben, ein Engel, der einen Aufstand beginnt, weil Gott zu mächtig ist. Vom Himmel verbannt, wird zum charismatischen Rebellen: Satan, der verkündet, dass er lieber in der Hölle regiert, als Gott im Himmel zu dienen. 
Miltons Schilderung inspiriert unzählige  Darstellungen eines ehrgeizigen Luzifers, anstatt eines absolut bösen Charakters. Miltons Luzifer wird während der Romanik des 19. Jahrhunderts zum Kultcharakter. Der Held auf der Suche nach Wahrheit, der sich der höheren Macht widersetzt, mit tragischen Konsequenzen, allerdings. 
In der deutschen Legende des Doktor Faust welche aus dem 16. Jahrhundert stammt, entdecken wir was passiert, wenn der Teufel zur Erde kommt. Faust ist ein unzufriedener Gelehrter, der einen Pakt mit dem Teufel macht und seine Seele für zahllose Freuden tauscht. Mit der Hilfe des Teufelsboten, Mephisto, bemächtigt sich Faust rasch  Frauen, Macht und Geld, nur um dann ins  unendliche Fegefeuer zu fallen. 
Spätere Versionen dieser Geschichte  zeigen Mephisto in einem anderen Licht. In Christopher Marlowes Darstellung ist der bittere Doktor Faust froh,  einen Pakt mit Mephisto zu schließen. In Johann Wolfang von Goethes Version täuscht Mephisto Faust mit  einem schrecklichen Handel. Heute steht Fausts Teufelspakt für den  Verlust von Achtung im Gegenzug eines kurzfristigen Gewinnes. 
Bei Aufführungen von Goethes Stück erscheint Mephisto in engen, roten Hosen und rotem Mantel. Diese Version des Teufels wird oft als  charmanter Schwindler dargestellt, welcher letztendlich auch in Komikbücher, Werbung und Filmen mit  rotem Kostüm auftaucht. 
Diese drei Darstellungen des Teufels sind nur die Spitze des Eisbergs. Bis heute sucht der Teufel die Fantasie der Leute heim, bringt Künstler jeder Art dazu den Teufel in neuen und fantastischen  Visionen darzustellen. 
