Vor fast drei Jahrtausenden, wurde auf einer babylonischen Tafel eine seltsames Leiden namens Miqtu beschrieben. Man glaubte, dass es Symptome wie Gesichtszucken und Ganzkörperkrämpfe  auslöste, die Babylonier glaubten, die Betroffenen seien von bösen Geistern besessen, und das einzige Heilmittel war ein Eingreifen seitens der Götter. Heute kennen wir die Symptome von Miqtu unter einem anderen Namen, und die moderne Medizin hat zahlreiche Behandlungen entwickelt, für diejenigen, die an Krampfanfällen leiden. Aber diese uralten Leiden bergen nach wie vor eine unerwartete Zahl an Geheimnissen. 
Ärzte verstehen unter Krampfanfällen alle Arten von Symptomen, die aus übermäßiger elektrischer Gehirnaktivität resultieren. Abgesehen von diesem gemeinsamen Merkmal gibt es eine große Bandbreite an Symptomen und Forscher haben eine Vielzahl von verschiedenen Anfallsformen identifiziert. Aber unabhängig von den Vorerkrankungen, die sie hervorrufen, fängt jeder Krampanfall hier an. 400 v. Chr. identifizierte Hippocrates das Gehirn als Quelle für die Krampanfälle. Allerdings führte diese Erkenntnis nicht sofort zu besseren Behandlungen. Meist verordneten die antiken Griechen Heilkräuter und eine Nahrungsumstellung. Wenn sie glaubten, dass die Anfälle von Blutungen im Schädel verursacht wurden, wendeten sie manchmal eine Technik namens Trepanation an. Bei dieser alten Operation wurde ein Loch in den Schädel gebohrt, um Blut abzulassen und den Druck auf das Gehirn abzubauen. Trepanation hatte...  beträchtliche Risiken. Aber erst im 19. Jhd. machten Forscher in der Behandlung von Krampfanfällen  den nächsten Sprung nach vorne. 
Im Jahr 1870 fanden zwei deutsche Forscher heraus, dass, wenn man bestimmte Bereiche eines Hundegehirns mit Strom stimuliert, dies Körperteile in Bewegung versetzt. Zur selben Zeit erkannten andere Forscher, dass das Gehirn und das Nervensystem über ein Netzwerk von Zellen, sogenannte Neuronen, miteinander verbunden sind, die elektrische Signale  im gesamten Körper übertragen. Damit wurde das Gehirn als Kontrollzentrum für Nervenimpulse etabliert, die unsere Gedanken  und Bewegungen bestimmen. Besser noch, dieses Modell machte klar, dass Krampfanfälle durch Fehler in diesem Kontrollzentrum bedingt waren, wie zum Beispiel fehlzündende Neuronen oder übermäßige elektrische Aktivität. Frühe Experimente legten sogar nahe, dass verschiedene Muster von Fehlzündungen für verschiedene Anfallsformen und -symptome verantwortlich sein könnten. 
Wenn Krampfanfälle von unkontrollierten Neuronenentladungen verursacht werden, wie können Ärzte dies dann verhindern? Mediziner wie Sir Charles Locock  nahmen an, dass Beruhigungsmittel vielleicht die Überaktivität des Gehirns dämpfen können, eine Theorie, die er bestätigte,  indem er Krampfanfälle mit einem Medikament namens Kaliumbromid behandelte. Andere wie Sir Victor Horsley vermuteten, dass die Entfernung von  geschädigten Teilen des Gehirns, die Anfälle von Patienten  verhindern könnten. Im Jahr 1886 führte er  eine Kraniotomie durch, bei der er einen Teil des Schädels des Patienten entfernte, um vernarbtes Hirngewebe zu entnehmen. Sein Patient überlebte nicht nur, sondern seine Krampfanfälle wurden besser, was zu weiterer Forschung bei chirurgischen Behandlungen führte. 
In den nächsten zwei Jhd. verbesserte sich die Behandlung von Krampfanfällen rapide. Heutzutage stehen dutzende Medikamente gegen Krampfanfälle zur Verfügung, die mit noch nie dagewesener  Genauigkeit wirken. Manche neuere Medikamente können sich auf bestimmte Proteine im Neuron ausrichten, um die Steuerung der  elektrischen Aktivität zu unterstützen. Und moderne Hirnbildgebungstechniken ermöglichen es manchmal, dass Ärzte genau festlegen können, welcher Teil des Gehirns die Anfälle einer Person verursacht. Chirurgen nutzen dann diese Informationen, um gezielte Operationen durchzuführen. 
Diese verschiedenen Behandlungen  helfen Ärzten dabei, 
mit der Mehrheit der Anfälle  zurechtzukommen. Dies ermöglicht es Menschen mit Anfällen ein gesundes, angenehmes Leben zu führen. Die zugrundeliegende Pathologie von vielen Krampfanfällen bleibt jedoch im Dunkeln. Bei Fällen ohne klare Hirnschädigung oder bestimmte Arten von Vorerkrankungen ist es extrem schwer zu bestimmen, warum sich Neutronen unkontrolliert entladen. Es ist manchmal auch nicht klar, warum manche Behandlungen wirksam sind. Und noch rätselhafter sind Fälle bei denen die Krampfanfälle nicht auf existierende Behandlungen reagieren, die bei ähnlichen Anfallsformen anschlagen. 
Wissenschaftler arbeiten noch immer an der Beantwortung dieser Fragen, aber es gibt klare Antworten darauf,  was zu tun ist, wenn man auf jemanden trifft, der einen Krampfanfall hat. Man sollte niemals eine Person mit einem Krampfanfall nach unten drücken, Objekte in den Mund stecken oder Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Versuche vielmehr die Person davor zu bewahren, hinzufallen oder  sich den Kopf zu stoßen, drehe sie auf die Seite, um die Atemwege frei zu halten und bleibe bei ihr bis ärztliche Hilfe eingetroffen ist. 
