Ich wollte schon immer heimlich  eine Maschine sein. Ich dachte, wäre ich eine Maschine, dann kümmere ich mich um alles, vergesse nichts, und erledige alles, was ich zu tun habe, pünktlich. Ich wusste das es solche Leute gibt, und ich wollte wissen, wie sie ticken. 
[Der Weg auf die Arbeit] 
Vor einigen Jahren startete ich die Zeitschrift “Super Organizers”, in der ich 50 Top-Performer aus diversen Bereichen profilierte. Sprach mit Managern, die täglich ihr Tun genau verfolgten, im 15-Minutentakt. Sprach mit Investoren, die Tabellen führten,  über jede Person, die sie trafen. CEOs, die ihre Kalender prinzipiell leer ließen und kaum Meetings veranstalteten. 
Ich selbst experimentierte auch mit vielen Hacks, um näher ans Ideal zu kommen. Ich klebte meinen Mund beim Schlafen zu, starrte in Sonnenlampen, um mehr Energie zu haben. Visualisierte mein Selbstmitgefühl und nahm Ergänzungsmittel, um meine Körperchemie zu hacken. Manchmal funktionierten sie, manchmal nicht. Manchmal waren sie einfach nur lächerlich. Ich möchte den besten Trick teilen, den ich bei meinem Erkunden lernte. 
Die Idee eine Maschine zu sein, ist eine Falle. Sie erschwert unsere Produktivität, weil es uns blind macht für unser eigentliches Problem. Wir sind keine Maschinen, wir sind fühlende Wesen. Und lernen gekonnt mit unseren Gefühlen zu arbeiten, ist der einzige Weg täglich  produktiv zu sein. Schuld, Scham, Angst sind oft die Grundlagen von dem, was mit uns passiert, doch verstehen wir das oft nicht. Unter den Produktivitätsproblemen liegt, ist nicht Bedarf an einem System oder Tool aber etwas mit  unserem emotionalen Leben. Beobachten und bewusst machen, wie Gefühle uns beeinflussen bringt Flexibilität  und Freiheit, Fortschritte zu machen, anstatt festzustecken. Ich finde, die produktivsten Menschen der Welt, die Maschinen am ähnlichsten sind, erkennen das. Sie tun oft drei Dinge, um damit umzugehen. Sie erkennen, wenn sie Probleme haben. sie beobachten ohne Urteil,  was passiert, um es zu verstehen, experimentieren weiter mit Teams, Systemen, Tools und Mindsets, bis es sich verändert. Das klingt einfach und ist es, aber es ist schwer anzuwenden, weil wir  auf jeder Ebene blockieren und verwickelt sind in Scham, Schuld, Angst, Zweifel. Dinge, die uns im Weg stehen,  um klar zu sehen. Es erfordert ein Niveau an  emotionaler Kontrolle, die oft schwer zu üben ist. Lasst mich euch zeigen, wie es  funktionieren kann. 
Zu aller erst: Bewusstsein. Das bedeutet, Probleme der Produktivität bewusst machen. Das ist härter als es aussieht. Egal was das Problem ist, es ist leichter zu ignorieren und hoffen es verschwinden,  als es anzunehmen. Wir denken, wir müssen einfach  besser sein. Wir glauben, das ist eben der Job, und wir müssen es akzeptieren. Auf welche Probleme du in deiner Produktivität auch stießt, wahrscheinlich denkst du nicht darüber  nach, weil es schmerzt. 
Doch es liegt Magie darin, sich diese Probleme bewusst zu machen. Die produktivsten Menschen haben reguläre Übungen, um ihre Bewusstheit zu erhalten. Manchmal sind es Tagebücher, manchmal Achtsamkeit, manchmal ein Spaziergang, manchmal Therapie. Aber jeder hat etwas. 
Hier ein Beispiel aus meinem Leben. Ich habe eine Menge Probleme mit meinem Posteingang. Als CEO eines Start-ups, war dies zuerst schwer zuzugeben. Wie eine Anklage gegen mich, meiner Fähigkeit Erfolg zu haben, wegen des Posteingangs. Letztes Jahr, nach viel Selbstreflexion, musste ich erkennen, diese Blockaden bringen meiner Firma Schwierigkeiten. 
Als mir das bewusst wurde, kam es zum nächsten Schritt: Beobachtung. Als ich zum Beobachter wurde, wollte ich ohne zu urteilen sehen, wie es zu meinem überfüllten Posteingang kam. Beobachten ohne zu urteilen fiel mir sehr schwer. Zweifel und Angst kamen hoch. Ich dachte: Brauche ich das wirklich? Ich sollte durch  meinen Posteingang kommen, ohne Problem zu haben. Sobald ich dahinter kam, fiel mir etwas überraschendes auf. Eigentlich hatte ich meinen  Posteingang meistens im Griff. Nur gab es eine Schicht, alle paar Wochen, in der es zum Chaos wurde. Ich hatte diesen einen Trigger, nicht eine einzige Nachricht öffnen zu wollen. In wirklich stressigen Phasen, wollte ich meinen Posteingang nicht sehen. Wenn das passierte, sammelten sich die E-Mails an und ich  fühlte Scham. Ich mied meinen Posteingang, und es wurde schlimmer. Ein Teufelskreis. Als ich das sah, merkt ich, dass man mit Logik eingreifen kann. Ich musste mich nur fangen, genau an diesem Punkt alle paar Wochen, wenn mein Posteingang zum Chaos wurde. Wenn ich das schaffte, könnte ich  ihn sauber halten. 
Wir kommen zum nächsten Schritt: Experimentieren. Wenn produktive Menschen ein Problem erkennen und es ohne Urteil beobachten, versuchen sie eine wirksame  Lösung zu finden. Es ist einfach, sich darin zu verfangen. Wir sind voller Vorurteile darüber, was innerhalb der Grenzen liegt, zu experimentieren und sind in diesen Vorurteilen eingesperrt. Wir wollen nicht schwach wirken. Aber wenn wir finden was für uns funktioniert, finden wir Dinge, die sonst keiner findet. 
Ich probierte verschiedene Experimente, bezüglich meines Posteingangs. Ich ging in ein neues Café, wenn ich mich  durch E-Mails kämpfen musste. Ich versuchte mit Geschäftspartnern zu reden oder andern Leuten meiner Firma, versuchend, meine Scham zu verringern. Mit der ‘one-touch’ Strategie, versuchte Mails zweimal täglich zu checken. Aber nichts davon löste mein Problem  komplett. Ich macht weiter und kam zur Erkenntnis. Ich fand heraus, der Wunsch Leute nicht hänge zu lassen hilft, die Mails durchzugehen. Ich teile einen virtuellen Assistenten, mit meinem Geschäftspartner. Was, wenn ich wöchentlich ein paar Stunden im Kalender stehen um mich zu Babysitten. Zu Beginn der Stunde, fragt er in einer Nachricht, wie viel Mails ich habe. Am Ende der Stunde, fragt er, wie viele ich geschafft habe. Ich nutze den virtuellen Assistenten, doch du kannst jeden nehmen. Familie oder Freunde  mit einem ähnlichen Problem. 
Biete einen Tausch an Es braucht nur ein paar Sekunden Nachrichten zu schreiben. 
Als ich es in Erwähnung zog, schämte ich mich direkt. Ich sollte doch keinen Babysitter  brauchen. Ich fürchtete mich davor,  so etwas zu fragen. Ich fürchtete mich davor, es zuzugeben. Es schien so dumm, doch ich tat es trotzdem. Es zeigte sich, dass diese kleine  Interaktion, einen riesigen Unterschied machte. Eine Nachricht von meinem Assistenten, hilft mir mit den Mails und verhindert das sich ansammeln. Das macht es einfach, meinen Posteingang  sauber zu halten. Jetzt sitze ich hier, ein Jahr später, mit sauberem Posteingang auf dauerhafter Basis. Das funktioniert vielleicht nicht bei dir. Für dich mag ein anderer  Ansatz besser sein, etwa E-Mails auf eine To-do-Liste zu schreiben oder die ‘one-touch’-Strategie oder evtl. revidieren wieso durch durch deine Mails zu gehen wichtig ist. Du kannst es nur durch Versuchen herausfinden. 
Ich merkte während all dessen, dass ich niemals eine Maschine sein wollte. Ich schämte mich nur dafür keine zu sein. Als ich begann damit zu arbeiten,  änderte sich alles für mich. 
Wir denken, Produktivität ist Software, Computer und To-do-Listen, Rahmenordnung, Kalender, Termine und Mails. Und es ist alles davon, aber auch unser Gehirn und  Körper. Es geht um Gefühle und wie sie uns leiten und uns manchmal blockieren. Rollst du den Stein der Produktivität,  findest du viel darunter versteckt. Identifizierung, das ist der beste  Trick den ich kenne. 
