Sie sind der Kapitän der Mallory 7, einem interstellaren Frachttransporter. Auf Ihrem Weg zum Raumhafen New Lindley erhalten Sie einen Notruf. Es gab eine Explosion auf der Telic 12 und den Passagieren geht der Sauerstoff aus. Während Sie den Kurs zum Abfangen setzen, sehen Sie die Passagierliste der Telic 12. Sie transportiert derzeit 30 Personen mittleren Alters aus einigen der ärmsten Gegenden der Erde zum Arbeitszentrum auf New Lindley, wo sie Jobs auf dem Raumhafen zugeteilt bekommen. 
Aber als Sie sich der Telic 12 nähern, empfangen Sie einen zweiten Notruf. Ein Luxus-Raumkreuzer namens Pareto hat ein Triebwerk verloren und rast auf einen Asteroidengürtel zu. Ohne Ihre Hilfe sind die 20 Studenten, auf ihrem Weg in den Urlaub an Bord der Pareto, dem Untergang geweiht. 
Sie haben also nur Zeit,  um ein Schiff zu retten. 
Für welches sollen Sie sich entscheiden? 
Dieses Dilemma ist ein Beispiel für weitere Arten von Problemen, bei dem lebensrettende Ressourcen, wie gespendete Organe oder Impfstoffe, knapp sind. Es gibt viele Denkansätze, wie man diese Probleme angehen kann, und einer der einflussreichsten ist der Utilitarismus, eine ethische Sichtweise, die systematisch von Jeremy Bentham  und John Stuart Mill entwickelt wurde. Demnach sollte man die Handlung wählen, welche die größte Summe an Glück verspricht. Doch wie man Glück definiert und misst, ist eine schwierige Frage. Hedonisten würden beispielsweise sagen,  dass ein glückliches Leben, am meisten Vergnügen und  am wenigsten Schmerz enthält. Andere würden behaupten, es ist ein Leben, das deine Wünsche am besten erfüllt. Egal wie man Glück definiert, fast jeder würde zustimmen, dass 30 gerettete Leben mehr Glück erzeugt als 20. 
Aber sollte man nur darauf achten, wieviele Leben gerettet werden würden? Oder sollte man auch miteinbeziehen, wieviele Lebensjahre das ausmacht? Ausgehend von einer Lebenserwartung von 80 würde die Rettung der Studenten mit einem Durchschnittsalter von 20, 1200 Lebensjahre retten, während die Rettung der Arbeiter, mit einem Durchschnittsalter von 45, 1050 Jahre rettet. Mit diesen Vorraussetzungen, sollte ein langes Leben mehr Glück bringen als ein kurzes. Also hat die Rettung des kleineren Schiffs vielleicht das Potenzial, mehr Glück zu erzeugen. 
Falls Ihnen solche Berechnungen kaltherzig vorkommen, sollten Sie sich andere Ansätze ansehen. Der Philosoph Derek Parfit argumentiert für Priosierierung von Benachteiligten, da diesen Gruppen Hilfe mehr bedeutet, als die gleiche Hilfe den Wohlhabenden. Somit ist es wichtiger, jenen zu helfen, deren Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, auch wenn man ihnen schwerer helfen kann, als jenen, denen es gut geht. Jedoch ist es oft schwierig zu bestimmen, welcher Gruppe es wirklich schechter geht. In unserem Fall leidet die Erde immer noch unter drastischen Ungleichheiten in Sachen Vermögen und Lebenschancen. Kann man sich eine Reise nach New Lindley an Bord eines Luxuskreuzer leisten, ist man gewiss einer der Wohlhabensten auf dem gesamten Planeten. Die Arbeiter hingegen, sind unter den Benachteiligsten, da sie für mehrere Monate, weg von daheim Wartungsarbeiten ausführen müssen. Mit weniger Ressourcen und Lebenschancen, haben sie wahrscheinlich im Leben mehr durchmachen müssen, als die Urlauber, also verdienen sie eher ihre Rettung? Andererseits haben die Studenten bis jetzt nicht viel im Leben erfahren -- also sind sie vielleicht schlechter dran? 
Vielleicht aber sollten diese Faktoren nicht unsere Entscheidung beeinflussen. Der Philoshop John Taurek argumentierte, dass in diesen Fällen, keine Zahlen von Bedeutung sind. Jede Person hat ein Recht auf gleiche Rücksichtnahme und Respekt, also kann man die Wahl am besten treffen, indem man eine Münze wirft. Auch wenn dies zunächst willkürlich wirkt, so behandelt dieser Ansatz alle gleich und gibt jedem eine faire Chance, gerettet zu werden. Kann irgendein Passagier behaupten, dass ein Münzwurf ihn benachteiligt? Das ist schwer zu sagen. Doch was sie -- und Sie -- darüber denken, ist ein ganz anderes Dilemma. 
