In Warschau, Ende Oktober 1943, spürten Irena Sendler und Janina Grabowska einen seltenen Moment des Friedens in ihrer kriegsgebeutelten Stadt. Aber ihr Lachen verstummte, als die Gestapo an Sendlers Tür klopfte. Sendler eilte zum Fenster,  um belastende Beweise zu vernichten— nur um weitere Polizisten zu entdecken, die unten patroullierten. Sie wusste, dass sie  vor der Verhaftung stand. Und sie warf Janina  ihren gefährlichsten Besitz zu: ein Glasgefäß mit den Namen von über 2000 jüdischen Kindern, die sie in Sicherheit gebracht hatte. 
Diese Verhaftung war nicht die erste Folge, die Sendlers lebenslanger Kampf gegen den Antisemitismus gehabt hatte. Als Kind katholischer Eltern wuchs Sendler in einer größtenteils jüdischen Stadt auf. Ihr Vater behandelte jüdische Patienten als sich andere Ärzte weigerten. Irena war empört über die Diskriminierung gegenüber ihren jüdischen Freunden. Sendler studierte Sozialfürsorge an der Universität Warschau und prangerte öffentlich die Segregierung der Unterrichtsräume an, was ihren nicht-jüdischen Ausweis entwertete und ihr einen zeitweiligen Ausschluss und Ruf als Unruhestifter einbrachte. 
Sie fand Halt in sozialistischen Idealen, Inspiration durch andere Sozialarbeiter. Sie half gefährdeten jüdischen Familien in Warschau und wehrte sich somit gegen die Welle des Antisemitismus in Europa. Im September 1939 jedoch fiel Nazideutschland in Polen ein, mit Gesetzen, die jüdischen Menschen immer mehr Rechte nahmen. 1940 kündigte Hitler an, dass hunderttausende Juden in Warschau auf etwas mehr als 2,5 km² Land zusammengetrieben werden würden. Von hohen Wänden umgeben und ständiger Überwachung ausgesetzt wurden die Familien im Warschauer Ghetto bald krank und verhungerten. 
Bestürzt sicherten sich Sendler und ihre Kollegen den Eintritt ins Ghetto, unter dem Vorwand, nach Typhusausbrüchen zu suchen. Zunächst schmuggelte ihre Gruppe Hilfsmittel in das Ghetto, mit Hilfe wohlgesinnter polnischer Beamter und medizinischer Helfer. Verzweifelte Eltern begannen ihre Kinder durch Kanäle zu schicken, und über Wände, und Sendler wurde bewusst: damit diese Menschen überlebten, musste sie ihnen bei der Flucht helfen. 
Sendler und ihre Verbündeten koordinierten Rettungseinsätze. Kinder wurden in Schmutzwäsche versteckt, auf Güterzüge gepackt und vor den Augen der Gestapo in Särgen und Aktenkoffer transportiert. Größere Kinder entkamen durch das Gerichtsgebäude und die Kirche, die beide auf der Grenze  des Ghettos lagen. 
Sendler half, diese Kinder an sichere Orte zu bringen, beschaffte ihnen gefälschte Dokumente und schickte sie in Waisenhäuser, Klöster und Pflegefamilien überall in Polen. Um die jüdische Identität der Kinder  sowie einen Überblick zu bewahren machte Sendler sorgfältige Aufzeichnungen auf dünnem Zigarettenpapier und bewahrte sie in Glasgefäßen auf. Auf dem, was Sendler tat,  stand die Todesstrafe. Aber für Sendler waren etwaige Folgen nicht von Bedeutung verglichen mit dem Schmerz, Eltern davon  zu überzeugen, ihre Kinder gehen zu lassen oft ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen. 
1942 begannen die Nazis die Juden aus dem Ghetto in Konzentrationslager zu bringen. Sendlers Arbeit bekam  eine neue Dringlichkeit und sie schloss sich mit der Widerstandsgruppe Zegota zusammen. Zegota half Sendler damit, dass sie Geld für sie in Warschauer Postboxen versteckten. Doch dieses System würde Sendler zum Verhängnis werden. Als die Gestapo den Besitzer  einer Wäscherei bedrohten - die Wäscherei beherbergte  eine Zegota Postbox - gab sie ihnen Sendlers Namen. 
Um 3 Uhr morgens am 20. Oktober platzte die Gestapo in Sendlers Wohnung und verhaftete sie dafür, dass sie Juden im ganzen Land half. Die Polizei hatte Sendler festgenommen, aber ihre Aufzeichnungen blieben sicher. Janina beschützte die Namen der Kinder mit ihrem Leben, trotz der Ungewissheit, ob ihre Freundin jemals zurückkehren würde. 
Obwohl sie monatelanger körperlicher und  seelische Folter ausgesetzt war gab Sendler keine Informationen preis. Mutig bis zum Schluss wurde sie  am 20. Januar 1944 zum Tode verurteilt. Doch als sie ihrem Tod entgegen ging, lenkte ein deutscher Offizier ab. Zegota bezahlte der Gestapo was heute $100.000 wären, damit sie Sendler freiließen. Als sie in jener Nacht zuhörte, wie ihr Tod verkündet wurde, beginn ihre Arbeit aufs Neue. Aus ihrem Versteck heraus überwachte sie Zegotas Rettungseinsätze bis Deutschland 1945 besiegt wurde. 
Nach dem Krieg fand Sendler die Kinder, denen sie bei der Flucht geholfen hatte, und blieb mit vielen den Rest ihres Lebens in Kontakt. Und obwohl die neue polnische Regierung ihre Geschichte unterdrücken wollte, sorgten die von ihr geretteten Kinder dafür, dass ihre Arbeit anerkannt wurde. Und trotz all der Leben, die sie rettete, zögerte Sendler, Lob für ihre Arbeit anzunehmen. Sie sagte: “Ich habe immer noch  Gewissensbisse, weil ich so wenig tat.” 
