Auf den staubigen Straßen  eines kleinen Dorfes hatte ein Handelsreisender Probleme,  seine Waren zu verkaufen. Er hatte die Region erst vor wenigen Wochen durchquert und die meisten Dorfbewohner  hatten seine Ware bereits gesehen. So wanderte er durch  die Randgebiete der Stadt, in der Hoffnung, neue Kunden zu finden. Leider war die Straße fast menschenleer, und der Händler wollte gerade umkehren, als er ein schrilles Jaulen  vom Waldesrand her hörte. 
Als er den Schreien nachging,  entdeckte er einen gefangenen Tanuki. Diese marderhundhaften Wesen  waren für ihre List bekannt, doch dieses hier schien  verängstigt und hilflos. Der Händler befreite das zappelnde Wesen, bevor er die Wunden versorgen konnte,  flüchtete es ins Dickicht. 
Am nächsten Tag  machte er sich auf seinen üblichen Weg. Als er entlangtrottete,  entdeckte er einen gebrauchten Teekessel. Er war verrostet und alt, aber vielleicht  konnte er ihn an die Mönche verkaufen. Der Händler polierte ihn,  bis er funkelte und glänzte. 
Er trug den Kessel zum Morin-ji-Tempel und zeigte ihn den ehrwürdigen Mönchen. Sein Timing war perfekt: die Mönche brauchten einen großen Kessel  für eine wichtige Zeremonie und kauften den Topf zu einem stattlichen Preis. Zur Eröffnung der Zeremonie  wurde jedem Mönch Tee eingeschenkt, aber der Kessel kühlte zu schnell ab. Er musste während der Zeremonie  oft wieder aufgewärmt werden, und war er heiß, so schien er sich in der Hand des Einschenkenden zu winden. Am Ende der Zeremonie fühlten sich  die Mönche durch ihren Kauf betrogen und verlangten vom Händler,  zurückzukehren und sich zu verantworten. 
Am nächsten Morgen  untersuchte der Händler den Topf, aber er konnte nichts Ungewöhnliches  daran feststellen. Ein Tee könnte beim Nachdenken helfen, daher sie stellten den Kessel ins Feuer. Sofort begann das Metall zu schwitzen. Plötzlich wuchsen ihm eine spitze Nase,  ein struppiger Schwanz und pelzige Pfoten. Mit einem Aufschrei erkannte der Händler  den Tanuki, den er befreit hatte. 
Der Händler war fassungslos. Er hatte Geschichten über  gestaltwandelnde Tanuki gehört, die sich verwandelten,  indem sie an ihren Hoden zogen. Aber sie waren meist lästige Gauner, die Reisenden üble Streiche spielten oder Geld regnen ließen,  das sich später in Blätter verwandelte. Manche Leute stellten sogar Tanuki-Statuen vor ihren Häusern und Geschäften auf, um von potentiellen Witzbolden  und ihren Streichen verschont zu bleiben. 
Dieser Tanuki dagegen lächelte freundlich. Warum hatte er diese  unscheinbare Gestalt gewählt? Der Tanuki erklärte, dass er sich für  des Händlers Hilfe revanchieren wollte. Als Teekessel wurde ihm aber zu heiß, und er wurde nicht gerne verbrannt,  geschrubbt oder poliert. Der Mönch und der Händler lachten,  beeindruckt vom ehrlichen Trickster. 
Von diesem Tag an wurde der Tanuki  zu einem geschätzten Gast des Tempels. Oft sah man ihn Geschichten erzählen  und Tricks vollführen, die auch den ernstesten Mönch erheiterten. Dorfbewohner reisten von weit her, um den Tanuki des Tempels zu sehen, und der Händler kam oft zum Tee,  der in normalen Kesseln zubereitet wurde. 
