Hallo zusammen! Ich bin JZ. Nicht der coole Rapper, 
(Gelächter) 
sondern die Professorin, die die Erde mit Verhaltensänderung abkühlen will. 
(Gelächter) 
Neulich beauftragte ich meine Studenten, sich Maßnahmen einfallen zu lassen, die zwei Funktionen erfüllen: Treibhausgasemissionen zu reduzieren und dabei glücklicher zu werden. Sie dachten sich großartige Maßnahmen zur Emissionsreduktion aus, doch die Glücksaufgabe fiel ihnen viel schwerer. Ein Student erzählte mir, er wolle weniger Käse essen. Kaum hatte er es gesagt, wurde er ganz traurig. 
(Gelächter) 
Leider geht es nicht nur meinen Studenten so. Die meisten Menschen denken beim Klimaschutz sofort an Dinge, die sie für den Planeten aufgeben müssen. Diese Einstellung ist tief in uns verwurzelt, auch weil Klimaschutz aktuell nur mit persönlichen Opfern verbunden wird. Weniger Auto fahren, weniger Fleisch essen, weniger einkaufen. Weniger, weniger, weniger. 
Ich bin Verhaltensforscherin. Glauben Sie mir: Dieses Prinzip fühlt sich nicht gut an. Wir schämen uns höchstens und fühlen uns schuldig. Solche negativen Emotionen bewirken keine langfristigen Verhaltensänderungen, sondern sorgen dafür, dass wir uns zurückziehen und ausklinken. Wenn die Zukunft eines Planeten von ein paar Menschen abhängt, die persönliche Opfer bringen wollen, schaffen wir es nicht. 
(Gelächter) 
Was sollten wir also tun? Die Erleuchtung kam mir am Ende einer Fakultätssitzung, als meine Kollegin Elizabeth Dunn auf mich zukam und fragte: „Kann uns Klimaschutz nicht glücklich statt unglücklich machen?“ Ich sagte: „Klar!“ Doch dann fiel mir auf, dass noch niemand Klimaschutz mit Glück in Verbindung gebracht hatte. Liz und ich wollten das ändern. 
Liz ist Glückswissenschaftlerin. Sie weiß, was Menschen glücklich macht. Ich bin Verhaltensforscherin. Ich weiß, wie Menschen ihr Verhalten ändern. Ich bin auch ein menschlicher CO2-Rechner. Ich möchte genau wissen, welche Aktivitäten wie viele Emissionen verursachen. Deshalb erstellte ich zunächst eine Liste von Maßnahmen, mit denen sich Treibhausgasemissionen erheblich reduzieren lassen. Danach ermittelte Liz die Maßnahmen mit dem höchsten Glückspotenzial. So kamen wir auf die sogenannte Klima-Glücksmethode. Das sind idealerweise Aktionen, die Emissionen reduzieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass man sich glücklicher fühlt. 
Einige von Ihnen denken vielleicht, Einzelmaßnahmen ohne große Systemänderungen seien zwecklos. Das verstehe ich. Als Expertin für Verhaltensänderungen  bin ich der Meinung: Unser individuelles Handeln ist wichtig, denn es drückt Wertschätzung und Fürsorge für den Planeten aus. Es kann eine Welle kollektiven Handelns auslösen. Es sendet ein Marktsignal an Unternehmen und kann einen umfassenden  institutionellen Strukturwandel anstoßen. Ja, wir brauchen einen Systemwechsel, aber auch individuelle Verhaltensänderungen. Lassen Sie sich das von niemandem ausreden. 
Gut. Ich möchte Sie nun auf eine Blitztour durch einige meiner liebsten Klima-Glücksmaßnahmen mitnehmen. Bereit? 
(Publikum: Ja!) 
Gut. Fangen wir mit meinem Häschen an. Es ist ja das Jahr des Hasen. 
(Gelächter) 
Vor ein paar Jahren kam Greenwich zu uns in den Haushalt. 
(Gelächter) 
Sie ist bezaubernd. Sie ist auch Veganerin. Dank Greenwich gibt es bei uns zu Hause sehr viel Obst und Gemüse. Aus diesem Grund esse ich viel mehr Gemüse als früher. Das ist kein Witz: Ich fühle mich viel glücklicher. 
Mehr Gemüse zu essen, 
kann die Emissionen der Landwirtschaft um bis zu 80 % reduzieren. Das wissen Sie vielleicht schon. Aber wissen Sie auch, dass pflanzliche Ernährung glücklicher machen kann? Langzeitstudien belegen: Pflanzliche Ernährung kann die körperliche und geistige Gesundheit verbessern. 
In einem aktuellen Experiment rekrutierten Forscher Menschen aus North Dakota, die kaum Gemüse aßen. Sie gaben ihnen zwei Monate lang nur pflanzliche Nahrung. Dank dieser Ernährung fühlten sich diese Menschen nach zwei Monaten viel glücklicher als zu Beginn des Experiments. Forscher glauben, das liege daran, dass Pflanzen, also Obst und Gemüse, reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen sind, die sowohl antioxidativ als auch entzündungshemmend auf Gehirn und Körper wirken. Die Klima-Glücksmaßnahme lautet also, mehr Pflanzen zu essen. 
(Gelächter) 
Das heißt aber nicht, dass Sie nie Fleisch essen sollen. Denn eines steht fest: Verzicht ist katastrophal für das Glück. Wir sollten lieber eine gute Balance zwischen Fleisch und Gemüse finden, die uns möglichst glücklich macht. 
Bei dieser Diskussion über ausgewogene Ernährung sollten Sie verstehen: Fleisch ist nicht gleich Fleisch. Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht etwa 100 Kilogramm Treibhausgase. Das ist ungefähr dasselbe wie 400 Kilometer Auto zu fahren. Andere Fleischsorten wie Fisch, Schwein und Geflügel haben viel geringere Emissionen. 
Wenn Sie aber Rindfleisch mögen, ist mein Klima-Glückstipp: Genießen Sie es bewusst! Laut einer Studie genießen wir Dinge umso mehr, wenn wir eine Zeitlang auf sie verzichtet haben. Das kann uns glücklicher machen. 
Und das gilt nicht nur fürs Essen, sondern auch zum Beispiel fürs Shoppen. Wir wissen, dass Fast Fashion enorme Auswirkungen auf das Klima hat. Statt also oft shoppen zu gehen, sollten wir es zum Ereignis machen. Mein Klima-Glückstipp: Jacken, Jeans und Schuhe verursachen hohe Treibhausgasemissionen. Bei solchen Produkten auf gute Qualität zu achten, sodass sie nicht gleich kaputtgehen, ist gut für den Planeten. Unterwäsche verursacht dagegen ziemlich niedrige Emissionen. Kaufen Sie bitte welche, wenn es nötig ist. 
(Gelächter) 
Keine Ursache. 
(Gelächter) 
Sprechen wir nun über Müll. Wussten Sie, dass Sie sich glücklicher fühlen, wenn Ihre Umgebung sauber, müllfrei und ordentlich ist? Sehen wir uns den wohl chaotischsten Teil vieler Wohnungen an: den Kühlschrank. 
Manche Umweltexperten empfehlen, Verderbliches in den Schubladen zu lagern und Würzsoßen in die Tür zu stellen. Das sehe ich ganz anders. Kühlschränke sind sicher nicht auf menschliches Verhalten abgestimmt. Wir vergessen oft die Dinge in den Schubladen, oder? Aus den Augen, aus dem Sinn. So entstehen viele Lebensmittelabfälle und Emissionen. Was ist hier mein Klima-Glückstipp? Feng Shui für den Kühlschrank! 
(Gelächter) 
So kam mein Kühlschrank zu Feng Shui. Ich lagere verderbliche Lebensmittel in der Tür und die Würzsoßen in den Schubladen, damit ich verbrauchen kann, was bald verdirbt. 
(Gelächter) 
Mein Kühlschrank folgt auch dem Prinzip “Zuerst rein, zuerst raus”. Ich hole ältere Lebensmittel nach vorne, damit ich sie nicht vergesse. So bleibt der Kühlschrank abfallfrei und sauber und man fühlt sich glücklicher. 
Nun weg vom Müll, sprechen wir vom Reisen. Hier ist mein Klima-Glückstipp dazu. Anstatt zu sagen: „Fahr weniger Auto!“, sollten wir sagen: „Fahr mehr ... Leute!“ 
(Gelächter) 
Ja. Studien zeigen: Je mehr Zeit wir mit Freunden und Familie verbringen, desto glücklicher sind wir. Statt allein im Auto zu sitzen, sollten wir also ... 
(Gelächter) 
unsere Freunde mitnehmen. Fahrgemeinschaften können die langweilige Zeit am Steuer zu genussvollen Momenten des Zusammenseins machen. Oder lassen Sie Ihr Auto ganz stehen und fahren Sie Rad. 
(Gelächter) 
Nehmen Sie Ihr Häschen mit! 
(Gelächter) 
Radfahren ist praktisch klimaneutral. Die moderate Bewegung aktiviert auch unser Endocannabinoid-System. Das trägt zu einem Gefühl der Euphorie bei, dem Biker’s High, und zu mehr geistigem Wohlbefinden. 
Wir wissen, dass Fliegen kohlenstoffintensiv ist. Vancouver-New York hin und zurück bedeutet etwa eine halbe Tonne Treibhausgase. Das entspricht 400 Chickenburgern. Das sind sehr viele Burger. Dafür habe ich einen besonders tollen Klima-Glückstipp! Bereit? 
Erstens: Bündeln Sie Ihre Reisen. Verbinden Sie also mehrere Reisen zu einer einzigen, treffen Sie sich mit Freunden und Familie, erkunden Sie vielleicht auch die Region und genießen Sie das soziale Miteinander. Ich flog wegen dieser Konferenz von Vancouver nach New York und bin glücklich, hier meine Freunde treffen zu können. 
Zweitens kann der Verzicht auf unnötige Flüge das Gefühl auslösen, alle Zeit der Welt zu haben. Das ist das Gefühl: Ich kann tun, was ich will. Studien zufolge sind Menschen glücklicher, die plötzlich viel Zeit haben, weil das Achtsamkeit, Autonomie und Verbundenheit mit anderen fördert. 
In einer jüngeren Studie waren die Probanden glücklicher, wenn sie statt materieller Güter mehr Zeit erwarben, denn dadurch fühlten sie sich weniger gestresst. Bevor Sie den nächsten Flug buchen, überlegen Sie also, welche weiteren Reisen noch anstehen und ob Sie die Flüge bündeln können, um Zeit für sich zu sparen. 
Soll ich Ihnen das Beste der Klima-Glücksstrategie verraten? Sie ist nicht auf den Einzelnen beschränkt. Wir können Regierungen dazu aufrufen, Klima-Glücksrichtlinien zu verfügen, damit jeder von uns Klima-Glücksmaßnahmen ergreifen kann. 
Ein Beispiel: Städte sollten mehr in klimafreundliche Infrastruktur wie Radwege investieren, damit mehr Menschen Rad fahren. Städte können auch mehr in naturnahe Projekte investieren, wie etwa öffentliche Grünflächen, die nicht nur im Sommer zur Abkühlung beitragen, sondern auch Platz bieten, um spazieren zu gehen, Nachbarn zu treffen, und das Häschen auszuführen. Das macht Sie glücklicher! Laut einigen Studien sind Menschen bei einem Spaziergang in der Natur glücklicher als bei einem Spaziergang in der Stadt. 
Sie wissen, was ich meine. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, denken Sie über Maßnahmen nach, die Sie persönlich ergreifen können, um Emissionen zu reduzieren und Sie glücklicher zu machen. Es gibt viele Möglichkeiten, die beides optimal vereinen. Werden Sie also kreativ, denn das Fazit lautet: Wir müssen unser Klimaschutz-Narrativ ändern. Klimaschutz muss sich gut anfühlen, denn wenn wir das schaffen, haben wir eine glückliche Zukunft vor uns. 
Danke! 
(Applaus und Beifallsrufe) 
